Diplomarbeit, 2003
133 Seiten, Note: 1
1. Einführung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit
2. Theoretischer Rahmen der Akkulturation von Expatriates
2.1 Die Auslandsentsendung
2.2 Kultur
2.3 Vorbereitendes Training
2.4 Phasen der Anpassung
2.5 Modelle kultureller Anpassung
2.5.1 Kulturelle Anpassung als Modell der Transition
2.5.2 Kulturelle Anpassung als Modell der Kommunikation
2.5.3 Kulturelle Anpassung als Modell der Stressentwicklung
2.5.4 Kulturelle Anpassung als Modell des Lernens
2.6 Arten des Lernens
2.6.1 Behavioristisches Lernen
2.6.2 Kognitives Lernen
2.6.3 Modelllernen
2.6.4 Erfahrungslernen
2.6.5 Action Learning
2.6.6 Lernen durch soziale Einflüsse / Lernen durch Sozialisation
2.6.7 Zusammenfassung speziell im Hinblick auf die Akkulturation von Expatriates
2.7 Das Modell von Lehner
2.7.1 Dimensionen des Modells des Kulturerlernens
2.7.1.1 Interne vs. Externe Ausrichtung des Lernens
2.7.1.2 Aktives vs. Passives Lernverhalten
2.7.2 Phasen des Modells des Kulturerlernens
2.7.2.1 Beobachtung
2.7.2.2 Testen
2.7.2.3 Austausch mit Peers
2.7.2.4 Erwartung der Rückkehr
2.8 Hypothesen zur Akkulturation von Expatriates
3. Empirische Untersuchung
3.1 Konzeption der empirischen Studie
3.1.1 Grundlegende Vorgangsweise
3.1.2 Potentielle Fehler bei der Untersuchung
3.2 Merkmale der Untersuchungsobjekte
3.2.1 Merkmale der teilnehmenden Unternehmen
3.2.2 Merkmale der teilnehmenden Expatriates
3.3 Maße
3.4 Ergebnisse der Untersuchung
3.4.1 Modell des Kulturerlernens von Lehner
3.4.2 Faktoren, welche die Anpassung beeinflussen
3.5 Folgerungen aus der empirischen Untersuchung
4. Zusammenfassung und Schlussfolgerungen
5. Literaturverzeichnis
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die Akkulturation von Expatriates aus einer lerntheoretischen Perspektive zu beschreiben und das Modell des Kulturerlernens nach Lehner (1995) empirisch zu überprüfen. Die Forschungsfrage untersucht dabei, wie Entsandte ihren Lernfokus im Verlauf des Auslandsaufenthalts verändern und welche Faktoren – sowohl vor als auch während der Entsendung – die Anpassung an eine fremde Kultur maßgeblich beeinflussen.
2.7.2.1 Beobachtung
Menschen, welche in eine neue Kultur erstmals eintreten, werden in der Literatur als fasziniert und begeistert beschrieben (vgl. z. B. Adler, 2002; Black/Mendenhall, 1991; Furnham/Bochner, 1986; Löber, 1984; Lysgaard, 1955; Oberg, 1960; siehe dazu Kap. 2.4). Diese gehobene Stimmung wird auf die Unterschiede zwischen der Heimatkultur und der Gastkultur zurückgeführt, mit anderen Worten auf die Neuheit der Situation. In scheinbar vertrauten Situationen werden Verhalten angewandt, die sich in der Heimatkultur als erfolgreich bewährt haben (zur Problematik der projected similarity vgl. Kap. 2.2).
In unbekannten Situationen, also konfrontiert mit fremden Verhaltensweisen, fühlt sich ein Mensch unsicher, weil er nicht weiß, welche Handlung zu welchem Resultat führt (vgl. dazu Kap. 2.6.2 und 2.6.3). Um diese Unsicherheit zu reduzieren wird er versuchen, Umweltwahrnehmungen zu kognitiven Karten zu strukturieren. Diese Aufnahme der Umweltgeschehnisse wird durch die Beobachtung der Zusammenhänge zwischen dem Verhalten von anderen Menschen und den daraus resultierenden Konsequenzen erreicht.
Die Aufmerksamkeit des Expatriates ist in dieser Phase komplett auf die Gastkultur ausgerichtet. Heimweh oder andere Gedanken an Zuhause werden in dieser Phase nicht aufkommen, zu stark ist die Beschäftigung mit der fremden Kultur. Der Auslandsentsandte versucht so viel wie möglich von der Kultur des fremden Landes zu erfahren, das kann durch Sammeln von Informationen, durch Reisen im Gastland, Museumsbesuche und vor allem durch Kontakt zu Bewohnern dieses Landes geschehen. Der Expatriate ist in dieser Phase zwar sehr aktiv im Sinne von beschäftigt, bezogen auf das Lernverhalten ist er aber passiv, da er nur Informationen aufnimmt. Aktives Lernen ist nur durch die Anwendung dieses Wissens möglich, dazu kommt es erst in der Phase des Testens (vgl. Lehner, 1995, S. 128f.).
1. Einführung: Dieses Kapitel skizziert die Problematik von Auslandseinsätzen und definiert die Zielsetzung der Arbeit sowie den methodischen lerntheoretischen Ansatz.
2. Theoretischer Rahmen der Akkulturation von Expatriates: Hier werden theoretische Grundlagen zu Auslandssendungen, Kultur, Anpassungsmodellen und verschiedenen Lerntheorien dargelegt, mit einem Fokus auf das Modell des Kulturerlernens nach Lehner.
3. Empirische Untersuchung: Dieses Kapitel beschreibt die Konzeption, Durchführung und statistische Auswertung der Studie sowie die Merkmale der Untersuchungsteilnehmer.
4. Zusammenfassung und Schlussfolgerungen: Der abschließende Teil fasst die theoretischen Erkenntnisse sowie die empirischen Ergebnisse zusammen und diskutiert deren Bedeutung für die Praxis der Auslandsentsendung.
Akkulturation, Expatriates, Auslandsentsendung, Kulturerlernen, lerntheoretischer Ansatz, Kulturelle Anpassung, Kulturschock, Sozialisation, Lehner, Vorbereitendes Training, Interkulturelle Kompetenz, Mentoring, Anpassungsprozess, Auslandserfahrung, empirische Studie.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Anpassungsprozessen von Expatriates an eine fremde Kultur, wobei ein lerntheoretischer Ansatz gewählt wird, um diese Prozesse besser zu verstehen.
Die zentralen Themen sind das Kulturerlernen von Expatriates, verschiedene Phasenmodelle der Anpassung, der Einfluss von Vorbereitungstraining und die Bedeutung des sozialen Umfelds im Ausland.
Das primäre Ziel ist es, das Modell des Kulturerlernens von Lehner (1995) theoretisch vorzustellen und anhand einer empirischen Untersuchung von Expatriates zu überprüfen.
Es wurde eine quantitative Querschnittstudie mittels standardisierter Fragebögen durchgeführt, die statistisch mit dem Programm SPSS ausgewertet wurde.
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden theoretischen Rahmen zu Anpassungsmodellen und Lerntheorien sowie eine detaillierte empirische Untersuchung mit Hypothesentests.
Die wichtigsten Begriffe sind Akkulturation, Expatriates, Kulturerlernen, Sozialisation, Kulturschock und interkulturelle Anpassung.
Das Modell von Lehner bildet das theoretische Grundgerüst der gesamten Arbeit, da es die kulturelle Anpassung explizit als einen auf Lernprozessen basierenden Vorgang interpretiert.
Die Hypothese konnte nicht bestätigt werden, da sich in der Stichprobe zeigte, dass die Befragten nur selten an die Rückkehr dachten, was diesen Item im statistischen Sinne zur Konstante machte.
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