Magisterarbeit, 2009
95 Seiten, Note: 1,7
Didaktik für das Fach Deutsch - Deutsch als Fremdsprache, DaF
1 Einleitung
2 Grundsätzliches zur Entlehnungsfrage
2.1 Sprachwandel
2.2 Sprachkontakt und Spracheneinfluss
2.3 Transferenz und Integration
2.3.1 Arten von Integration
2.3.1.1 Phonologische Integration
2.3.1.2 Morphologische Integration
2.3.1.3 Graphematische Integration
2.3.2 Sprachmischung und Mischsprache
2.3.3 Kern und Peripherie
2.4 Klassifikation von Entlehnungen
3 Die historische Entwicklung der deutschen Sprache
3.1 Die Wurzeln des Deutschen und die zwei Lautverschiebungen
3.2 Wandel der deutschen Sprache
3.2.1 Lexikalischer Wandel
3.2.2 Phonologischer Wandel
3.2.3 Morphologischer Wandel
3.2.4 Graphematischer Wandel
4 Fremdsprachliche Einflüsse auf die deutsche Sprache
4.1 Entlehnungen der vor- und frühdeutschen Zeit
4.2 Fremdsprachliche Einflüsse der mittelhochdeutschen Periode
4.3 Lateinische Einflüsse des Humanismus
4.4 Französische Einflüsse auf das Neuhochdeutsche
5 Deutsch als Mischsprache
5.1 Eurolatein
5.2 Zweifache Struktur des Deutschen
6 Globalisierung und Amerikanisierung
6.1 Das Phänomen der Globalisierung
6.2 Englisch als globale Lingua franca
6.3 Auswirkungen der Globalisierung in Deutschland
7 Englisches im Deutschen
7.1 Anglizismen und Amerikanismen
7.2 Geschichte des englischen Einflusses auf die deutsche Sprache
8 Wie passen Anglizismen in das deutsche Sprachsystem?
8.1 Integration von Anglizismen
8.1.1 Phonologie
8.1.2 Morphologie
8.1.3 Lehnwortbildung
8.1.4 Graphematik
8.2 Scheinentlehnungen und inneres Lehngut
9 Quantitativer Anteil der Anglizismen an der deutschen Sprache
10 Sprachpurismus
10.1 Früher Sprachpurismus
10.2 Entwicklung des Purismus nach der Reichsgründung
10.3 Der Allgemeine deutsche Sprachverein
11 Sprachpflege heute
11.1 Aktuelle Themen der Anglizismendebatte
11.2 Sprachpflegeinstitutionen
11.2.1 Das Institut für deutsche Sprache
11.2.2 Die Gesellschaft für deutsche Sprache
11.2.3 Der Verein Deutsche Sprache
11.2.3.1 Der VDS und die Sprachwissenschaft
12 Inwieweit wird die deutsche Sprache von Anglizismen verändert?
12.1 Auswertung der Daten zu Integration und Transferenz von Anglizismen
12.2 Meinungsunterschiede zwischen Sprachwissenschaftlern und Sprachkritikern
12.3 Stellen Anglizismen eine Gefahr für die deutsche Sprache dar?
13 Schlussbetrachtungen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, den Einfluss des Englischen auf die deutsche Sprache objektiv zu analysieren und diesen mit historischen fremdsprachlichen Einflüssen zu vergleichen, um den aktuellen Status der deutschen Sprache als Mischsprache zu bewerten.
3.1 Die Wurzeln des Deutschen und die zwei Lautverschiebungen
Unter den Sprachgruppen der Erde ist die „indoeuropäische“, die in älterer Literatur „indogermanisch“ genannt wurde, die größte; zu ihr gehören wiederum Sprachgruppen wie Germanisch, Keltisch, Romanisch, Slawisch, Baltisch, Griechisch, Armenisch und Iranisch (Wolff 2004, 37). Der systematische Vergleich des Wortschatzes und der grammatischen Struktur dieser Sprachgruppen erlaubt Rückschlüsse auf gemeinsame sprachliche und kulturelle Wurzeln. Der Übergang vom Indoeuropäischen zu den einzelnen Sprachgruppen ist gekennzeichnet durch einen lang andauernden Prozess, im Laufe dessen das Lautsystem bei den verschiedenen indoeuropäischen Völkern unterschiedliche Veränderungen durchmachte. Die Veränderungen, die zur Entstehung eines urgermanischen Sprachsystems geführt haben, sind als „erste (germanische) Lautverschiebung“ bekannt5. Der Begriff „Lautverschiebung“ beschreibt nach Wolff „einen linearen Wechsel von Konsonantengruppen und zwar durch veränderte Artikulationsgewohnheiten“ (Wolff 2004, 42). Diese erste Lautverschiebung, die sich vermutlich in der Zeit zwischen ca. 2000 v. Chr. und dem 2./3. Jahrhundert n. Chr. vollzog, dient als zeitlicher Maßstab, um lateinische Einflüsse zu datieren. Da keine überlieferten lateinischen Entlehnungen Anzeichen der ersten Lautverschiebung aufweisen, kann man den Schluss ziehen, dass die Verschiebung schon vor dem ersten Kontakt der Germanen mit den Römern stattfand. Das erste Lehnwort, das man aus dem Lateinischen kennt, caesar, das die Schreibweise Kaiser annahm, behielt zum Beispiel im Deutschen seine quellsprachige Lautung (Volmert 2005, 33).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle politische Debatte um die Verankerung der deutschen Sprache im Grundgesetz und stellt die Rolle von Sprachpflegeinstitutionen wie dem VDS kritisch dar.
2 Grundsätzliches zur Entlehnungsfrage: Dieses Kapitel definiert zentrale sprachwissenschaftliche Konzepte wie Sprachwandel, Sprachkontakt, Interferenz, Transferenz und Integration als theoretische Basis für die Untersuchung.
3 Die historische Entwicklung der deutschen Sprache: Es wird ein Überblick über die Sprachgeschichte gegeben, inklusive der Lautverschiebungen und der Prozesse des Wandels auf lexikalischer, phonologischer und morphologischer Ebene.
4 Fremdsprachliche Einflüsse auf die deutsche Sprache: Dieser Abschnitt analysiert die historischen Entlehnungswellen aus dem Lateinischen, dem Französischen und weiteren Sprachen und deren nachhaltige Wirkung auf das Deutsche.
5 Deutsch als Mischsprache: Hier wird Munskes Theorie der Mischsprache diskutiert, insbesondere das Konzept des „Eurolateins“ und die zweifache Struktur des deutschen Sprachsystems.
6 Globalisierung und Amerikanisierung: Die Autorin untersucht die soziolinguistischen Rahmenbedingungen des modernen Englischen als globale Lingua franca und deren Auswirkungen auf Deutschland.
7 Englisches im Deutschen: Ein historischer Abriss des englischen Einflusses auf das Deutsche, von den Anfängen bis hin zur massiven Zunahme von Amerikanismen nach 1945.
8 Wie passen Anglizismen in das deutsche Sprachsystem?: Zentrale Analyse der phonologischen, morphologischen und graphematischen Integration von Anglizismen in das deutsche System.
9 Quantitativer Anteil der Anglizismen an der deutschen Sprache: Die Arbeit beleuchtet die methodischen Herausforderungen bei der quantitativen Bestimmung des Anglizismenanteils und die Rolle der Lehnwortbildung.
10 Sprachpurismus: Historische Darstellung puristischer Bestrebungen in Deutschland, vom 17. Jahrhundert bis zur Zeit des Nationalsozialismus und deren ideologische Hintergründe.
11 Sprachpflege heute: Analyse der zeitgenössischen Sprachpflegeinstitutionen wie IdS, GfdS und VDS und deren unterschiedliche Herangehensweisen an die Anglizismendebatte.
12 Inwieweit wird die deutsche Sprache von Anglizismen verändert?: Eine kritische Evaluierung der Thesen zur „Pidginisierung“ und der tatsächlichen strukturellen Auswirkungen von Anglizismen auf das Kernsystem der Sprache.
13 Schlussbetrachtungen: Fazit zur Rolle von Anglizismen im Kontext der historischen Sprachentwicklung, mit dem Ergebnis, dass keine systemische Zerstörung durch Anglizismen zu belegen ist.
Anglizismen, Sprachwandel, Sprachkontakt, Integration, Transferenz, Sprachpurismus, Mischsprache, Eurolatein, Lehnwortbildung, Globalisierung, Amerikanisierung, Sprachpflege, Sprachwissenschaft, Interferenz, Entlehnung.
Die Arbeit untersucht den Einfluss des Englischen auf die deutsche Sprache, bewertet das Ausmaß der Anglizismen und analysiert, wie diese in das deutsche Sprachsystem integriert werden.
Die Arbeit deckt die historische Entwicklung des Deutschen, die Konzepte der Entlehnungsforschung, die Geschichte des Sprachpurismus und die Rolle moderner Sprachpflegeinstitutionen ab.
Ziel ist es, die Anglizismenwelle objektiv zu untersuchen, in den Kontext der historischen Sprachentwicklung zu stellen und die Frage zu klären, ob Anglizismen eine tatsächliche Gefahr für die deutsche Grammatik und das Kernsystem darstellen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten linguistischen Literaturanalyse, der theoretischen Einbettung in die Entlehnungsforschung und der kritischen Auseinandersetzung mit quantitativen Daten zur Lehnwortbildung.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Sprachwandels, einen historischen Überblick über Entlehnungen (Latein, Französisch), die Analyse der Integration von Anglizismen sowie die Darstellung der aktuellen Debatte um Sprachpflege und Sprachverfall.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Anglizismen, Integration, Sprachkontakt, Sprachpurismus, Lehnwortbildung und Sprachwandel charakterisieren.
Es wird detailliert zwischen phonologischer, morphologischer und graphematischer Integration unterschieden, wobei insbesondere die Rolle des "Fremdwortakzents" und des s-Plurals als adaptive Mechanismen herausgearbeitet wird.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die Befürchtungen eines Sprachverfalls oft subjektiv übertrieben sind und Anglizismen das deutsche Sprachsystem zwar bereichern und beeinflussen, aber keine zerstörerische Wirkung auf den Kern der Sprache ausüben.
Die Arbeit kritisiert die oft aggressive und unwissenschaftliche Vorgehensweise des VDS im Vergleich zur nüchtern-dokumentarischen Haltung von Instituten wie dem IdS oder der GfdS.
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