Masterarbeit, 2009
110 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Bohème – Von analog bis digital
3. Die Bohème in deutschen Metropolen
4. Die Digitale Bohème als Mikrokosmos – außen vor, unter sich und mittendrin?
5. Das „normale“ Arbeitsverhältnis
6. Entgrenzung von Arbeit und Leben
7. Lebensstil als Entgrenzungsfaktor von Arbeit
8. Digitale Bohème = Arbeit + Lebensstil?
9. Ökonomie und Kapital(ismus) der digitalen Bohème
10. Abschluss oder Don’t cry – Work
Die Arbeit untersucht das Phänomen der digitalen Bohème als einen neuartigen, durch digitale Technologien geprägten Lebens- und Arbeitsstil. Ziel ist es, das Verhältnis von Arbeit und Lebensstil im Kontext der Entgrenzung zu analysieren und zu hinterfragen, ob es sich dabei um eine avantgardistische Bewegung oder eine prekäre Notlösung handelt.
Die Digitale Bohème als Mikrokosmos – außen vor, unter sich und mittendrin?
Der Autor Bab beschreibt hier die analoge Bohème als ein Kulturphänomen, welches im 19. Jahrhundert innerhalb der damals bestehenden gesellschaftlichen Reihen keinen entsprechenden Raum für sich fand. In ihren heutigen digitalen Kreisen begegneten und begegnen sich Angehörige unterschiedlichster Schichten und Berufsgattungen. Die in ihnen Agierenden wählen laut Friebe und Lobo dieses Lebensmodell nicht als Notstand, sondern auch aus den oben beschriebenen Motiven der Freiheit und Selbstbestimmtheit (Bab 1994). Sie bilden ein Netzwerk aus freien Produzenten, mit unterschiedlichsten Fähigkeiten und Geisteskräften innerhalb eines eigenen Mikrokosmos (vgl. Friebe und Lobo 2007, S. 30). So fanden sich nicht nur Literaten und Maler in diesen Kreisen, sondern auch Geisteswissenschaftler, Musiker und Schauspieler, die kulturelles – meist gesellschaftskritisches – Gut erschufen.
Die digitale Bohème als Avantgarde und neues Kollektiv (vgl. Friebe und Lobo 2007, S. 15ff.), die in und mit virtuellen Netzwerken sich auf Social Media Plattformen wie Facebook oder Xing bündelt und auf ihnen ihr Geld verdient, kann als eine Subkultur gesehen werden. Sie bekommen Aufträge für neue Projekte oder pflegen ihre Kontaktnetzwerke in den Chats wie Skype oder MSN, ohne ein bestimmtes Ziel zu verfolgen. Sie äußert sich durch ihre non-konforme Lebenseinstellung und Lebensart im Vergleich zu der eines Festangestellten.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der digitalen Bohème ein, basierend auf dem rasanten Wandel durch das Web 2.0 und der Verbreitung von Konzepten wie „Shift happens“.
2. Bohème – Von analog bis digital: Dieses Kapitel betrachtet die historischen Ursprünge der analogen Bohème als soziale Randgruppe und deren Transformation in ein digitales Phänomen.
3. Die Bohème in deutschen Metropolen: Hier werden die Voraussetzungen für die Bohème in deutschen Großstädten wie Berlin und München sowie die Bedeutung von sozialen Treffpunkten analysiert.
4. Die Digitale Bohème als Mikrokosmos – außen vor, unter sich und mittendrin?: Das Kapitel untersucht die Struktur der digitalen Bohème als Netzwerk freier Produzenten, die sich in Web 2.0-Strukturen bewegen.
5. Das „normale“ Arbeitsverhältnis: Es wird das traditionelle Normalarbeitsverhältnis unter dem Druck von Globalisierung, Technologisierung und Erosion der bisherigen Rahmenbedingungen beleuchtet.
6. Entgrenzung von Arbeit und Leben: Dieses Kapitel thematisiert die zunehmende Verschmelzung von beruflichen und privaten Lebensbereichen durch moderne Kommunikationstechnologien.
7. Lebensstil als Entgrenzungsfaktor von Arbeit: Hier wird die Lebensstildebatte aufgegriffen und analysiert, wie Lebensstile zunehmend zur Abgrenzung und Identitätsbildung dienen.
8. Digitale Bohème = Arbeit + Lebensstil?: Es wird kritisch hinterfragt, ob die digitale Bohème tatsächlich eine emanzipierte Lebensweise ermöglicht oder lediglich in ein „Urbanes Pennertum“ führt.
9. Ökonomie und Kapital(ismus) der digitalen Bohème: Das Kapitel erläutert die ökonomischen Mechanismen der digitalen Bohème, insbesondere die Bedeutung der „Respektökonomie“ und des Sozialkapitals.
10. Abschluss oder Don’t cry – Work: Das Fazit fasst die Ambivalenz der digitalen Bohème zusammen, die zwischen Selbstbestimmtheit und prekären Arbeitsverhältnissen schwankt.
Digitale Bohème, Arbeit, Lebensstil, Mikrokosmos, Entgrenzung, Normalarbeitsverhältnis, Web 2.0, Respektökonomie, Sozialkapital, Prekariat, Selbstbestimmung, Urbanes Pennertum, Wissensgesellschaft, Netzwerk, Generation Y.
Die Arbeit untersucht den Wandel der Arbeits- und Lebenswelt im 21. Jahrhundert, fokussiert auf das spezifische Milieu der „digitalen Bohème“.
Die Arbeit verknüpft historische soziologische Analysen der Bohème mit aktuellen Entwicklungen der digitalen Arbeitswelt, Entgrenzungsprozessen und ökonomischen Modellen wie der Respektökonomie.
Das Ziel ist es, die digitale Bohème als Mikrokosmos zu definieren und zu hinterfragen, ob ihr Lebensstil eine befreiende Alternative zum klassischen Arbeitsmarkt oder eine prekäre neue Form der Selbstausbeutung darstellt.
Es wird eine qualitative Literaturanalyse durchgeführt, ergänzt durch die Auswertung von Blogs, Kommentaren und Online-Diskursen der Zielgruppe, um das aktuelle Selbstverständnis abzubilden.
Der Hauptteil analysiert die Entstehung der digitalen Bohème, die Erosion klassischer Arbeitsverhältnisse, die Rolle digitaler Technologien bei der Arbeit sowie die ökonomischen Grundlagen dieser Lebensform.
Zu den zentralen Begriffen zählen digitale Bohème, Entgrenzung von Arbeit und Leben, Respektökonomie und das Konzept des Mikrokosmos.
Der „Urbane Penner“ ist ein Begriff für jene Kreativen, die zwar den Lebensstil der digitalen Bohème führen, jedoch aufgrund des Überangebots an freien Kräften und fehlender Festanstellung an der Schwelle zum materiellen Prekariat stehen.
Das Web 2.0 fungiert als Infrastruktur, die es ermöglicht, Kontakte zu knüpfen, Aufträge zu generieren und einen Arbeitsstil zu pflegen, der von traditionellen Bürostrukturen abgekoppelt ist.
Die Arbeit stellt dies infrage; sie bezeichnet es als ein „hoch pokern“, da die Abhängigkeit von sozialen Netzwerken und das Fehlen einer langfristigen Absicherung (Alterssicherung) die Existenzgrundlage riskant machen.
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