Masterarbeit, 2010
40 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Was ist ADHS?
3. ICD-10 und DSM-IV
4. Diagnose
5. Prävalenz und komorbide Störungen
6. Behandlungsmöglichkeiten und Förderkonzepte
6.1. Medikamentöse Behandlung
6.1.1. Wirkungsweise und Erfolgsversprechen
6.2. Nicht-medikamentöse Behandlung
6.2.1. Konzentrationstraining
6.2.2. Achtsamkeit
6.2.3. Heilpädagogisches Voltigieren
6.2.4. Kritisch zu betrachtende Therapieansätze
7. Die Rolle des Grundschullehrers
7.1. Der Klassenraum und die Klassengemeinschaft
7.2. Der Lehrer
7.3. Der Unterricht
8. Kritische Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht das Störungsbild der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Kindern und bewertet kritisch verschiedene Interventionsmaßnahmen, um Handlungsmöglichkeiten für den schulischen Kontext abzuleiten.
6.1.1. Wirkungsweise und Erfolgsversprechen
Die Funktionsbeeinträchtigung bei der Dopaminübertragung im Gehirn ist genetisch bedingt und kann mit Hilfe von Medikamenten vorübergehend ausgeglichen werden, da sie „direkt auf diesen Teil des Gehirns, der eine Unterfunktion aufweist und für die äußerlich sichtbaren ADHS-Symptome verantwortlich ist“ (Barkley 2005, S. 397), wirken. „Die Verbindung verhindert in den entsprechenden Hirnzentren die Wiederaufnahme des Nervenbotenstoffs Dopamin, was letztlich dazu führt, dass Dopamin sich in den Zwischenraum der Nervenenden – den Synapsen – anhäuft und die Weiterleitung der elektrischen Signale beispielsweise von den Wahrnehmungsarealen der Großhirnrinde erleichtert“, so Müller-Jung (2010, S. N1). Sie bieten also für mittelschwere bis schwere Fälle von ADHS erst die Voraussetzungen für andere Behandlungsmöglichkeiten, da somit die Freisetzung von Dopamin ermöglicht wird, ohne welche die Kinder unter zu stark ausgeprägten Symptomen leiden und so besonders schnell notwendige Hilfe blockiert wird.
In allen anderen, leichteren Fällen sollten Medikamente ganz weggelassen werden und eine Verbesserung durch „gezielte pädagogische Förderung und Intervention sowie psychologische Therapie“ (Buck et al. 2009, S. 2) erreicht werden. Nur wenn sich nach über einem halben Jahr mit anderen Therapieversuchen keine Erfolge zeigen sollten, sollte man Medikamente als Unterstützung therapiebegleitend einsetzen (vgl. Döpfner, Frölich und Wolff Metternich 2007, S. 40).
1. Einleitung: Hinführung zum Thema ADHS im schulischen Kontext und Erläuterung der Zielsetzung der Arbeit.
2. Was ist ADHS?: Definition und Darstellung der neurobiologischen sowie psychosozialen Hintergründe der Störung.
3. ICD-10 und DSM-IV: Erläuterung der maßgeblichen diagnostischen Klassifikationssysteme.
4. Diagnose: Beschreibung der diagnostischen Vorgehensweise und Herausforderungen bei der Identifikation der Störung.
5. Prävalenz und komorbide Störungen: Übersicht über die Häufigkeit der Störung und begleitende Begleiterkrankungen.
6. Behandlungsmöglichkeiten und Förderkonzepte: Differenzierte Betrachtung verschiedener medizinischer und pädagogischer Interventionsansätze.
7. Die Rolle des Grundschullehrers: Fokus auf didaktische und pädagogische Strategien zur Unterstützung von ADHS-Kindern im Unterricht.
8. Kritische Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der Notwendigkeit interdisziplinärer Zusammenarbeit für einen erfolgreichen Umgang mit der Störung.
ADHS, Hyperaktivität, Aufmerksamkeitsdefizit, Konzentrationstraining, Achtsamkeit, Heilpädagogisches Voltigieren, Grundschule, Medikamentöse Behandlung, Methylphenidat, Förderung, Inklusion, Verhaltensauffälligkeiten, Lehrkraft, Elternarbeit, Diagnose.
Die Arbeit behandelt die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Kindern und analysiert, wie durch medikamentöse und alternative Ansätze eine Linderung der Symptome erreicht werden kann.
Das Ziel ist es, Lehrern und Eltern effektive Interventionsmöglichkeiten aufzuzeigen, um betroffenen Kindern ein erfolgreiches Lernen und eine soziale Teilhabe in der Regelschule zu ermöglichen.
Neben der medikamentösen Therapie (z. B. Methylphenidat) werden nicht-medikamentöse Ansätze wie das Marburger Konzentrationstraining, Achtsamkeitsübungen und heilpädagogisches Voltigieren vorgestellt.
Der Lehrer fungiert als wichtige Bezugsperson, die durch gezielte Unterrichtsgestaltung, Klassenführung und Zusammenarbeit mit Eltern sowie Ärzten entscheidend zum Therapieerfolg beitragen kann.
Der Autorin zufolge ist eine Kombination aus Medikamenten und pädagogischer Intervention bei schweren Fällen oft wirkungsvoller, wobei eine kritische Risiko-Nutzen-Abwägung stets erforderlich ist.
Wie können Lehrer durch verschiedene pädagogische Förderkonzepte und therapeutische Maßnahmen Kinder mit ADHS im Unterricht optimal unterstützen und soziale Ausgrenzung vermeiden?
Die Symptome ähneln oft altersentsprechendem Verhalten oder anderen psychischen Störungen, weshalb eine differenzierte Fremdanamnese und die Ausschließung anderer Ursachen zwingend notwendig sind.
Das Voltigieren wird als wertvolle, wenn auch noch wenig verbreitete Methode hervorgehoben, die durch die Arbeit mit dem Pferd sowohl motorische Kontrolle als auch emotionale Kompetenzen fördert.
Barkley zieht diesen Vergleich, um zu verdeutlichen, dass das Medikament nur die Symptome lindert und keine Heilung bewirkt, wodurch eine langfristige, individuell angepasste Anwendung erforderlich wird.
Ein strukturiertes verhaltenstherapeutisches Programm, das mit Kindern in Gruppen arbeitet, um durch verbale Selbstinstruktion und positive Verstärkung Konzentration und Selbststeuerung zu verbessern.
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