Examensarbeit, 2010
80 Seiten, Note: 1,75
Einleitung
I. Zur Terminologie
1. Selbstmord, Freitod oder Suizid?
1.1 Differenzierung
1.2 Definition
2. Freiheit
2.1 Definition
2.2 Selbstbestimmung am Lebensende
II. Suizid: Bewegung vom Sein zum Tod
1. Lebensbegriff und die Frage nach dem Sinn des Lebens
2. Der Umgang mit dem Phänomen Tod
III. Der Suizid in der Philosophiegeschichte
1. Antike
1.1 Platon und Aristoteles
1.2 Die Stoa
2. Christliches Mittelalter
2.1 Augustinus
2.2 Thomas von Aquin
3. Neuzeit
3.1 Renaissance: Michel de Montaigne
3.2 Aufklärung
3.2.1 David Hume
3.2.2 Immanuel Kant
4. 19. Jahrhundert
4.1 Arthur Schopenhauer
4.2 Friedrich Nietzsche
5. 20. Jahrhundert
5.1 Existentialismus
5.1.1 Jean-Paul Sartre
5.1.2 Albert Camus
5.2 Ludwig Wittgenstein
IV. Jean Amérys Hand an sich legen als Beispiel für den Umgang mit der Suizidproblematik in der Postmoderne
1. Aufbau
2. Inhalt
2.1 Einleitende Begriffsklärung
2.2 Die Gleichheit der Suizidanten vor dem Absprung
2.3 Lebenslogik vs. Todeslogik
2.4 Natur vs. Norm
2.5 Der échec
2.6 Humanität und Dignität
2.7 Der Freitod als letzte Möglichkeit, Humanität und Dignität zu bewahren
2.8 Das Verhältnis vom Ich zum eigenen Körper
2.9 Die Botschaft des Freitodes
2.10 Der Freitod als Akt der Befreiung
2.11 Ultimes Zögern oder Polemik?
3. Das philosophische Potential
4. Würdigung und Kritik
Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht den Suizid als philosophisches Problem. Ziel ist es, die moralischen, existentiellen und geschichtlichen Dimensionen der Selbsttötung zu beleuchten, wobei besonders die Spannung zwischen dem menschlichen Freiheitsanspruch und dem gesellschaftlich-ethischen Wert des Lebens im Mittelpunkt steht.
3.2.1 David Hume
Hume löst sich von der klassischen Kasuistik und plädiert dafür, den individuellen Suizidmotiven in aller Breite Aufmerksamkeit zu schenken. Er bricht damit mit dem antiken, im Christentum tradierten Tabu, die Entscheidung für den Suizid nie nach rein persönlichen Interessen zu treffen. Für Hume ist der Einzelne fähig, sich, von Vernunft und gesundem Menschenverstand geleitet, frei für den Suizid entscheiden zu können, ohne befürchten zu müssen, der Gesellschaft Unrecht zu tun:
»Wenn er [Anm. d. Verf.: der Suizid] kein Verbrechen ist, dann sollten uns sowohl Einsicht wie Mut dazu anhalten, uns von unserem Dasein mit einem Schlag zu befreien, wenn es eine Last wird.«
Einleitung: Einführung in die Problematik und Gegenüberstellung der medizinischen sowie philosophischen Betrachtungsweisen von Suizid.
I. Zur Terminologie: Abgrenzung und begriffliche Analyse der Bezeichnungen Selbstmord, Freitod und Suizid sowie Erörterung des Freiheit-Begriffs.
II. Suizid: Bewegung vom Sein zum Tod: Untersuchung des Lebensbegriffs, der Sinnfrage und des Umgangs mit dem Phänomen Tod.
III. Der Suizid in der Philosophiegeschichte: Detaillierter Überblick über die philosophische Bewertung von der Antike bis zum 20. Jahrhundert.
IV. Jean Amérys Hand an sich legen als Beispiel für den Umgang mit der Suizidproblematik in der Postmoderne: Analyse von Jean Amérys Essay hinsichtlich existentieller Freiheit, Dignität und dem Konzept des échec.
Schluss: Zusammenfassende Betrachtung der philosophischen Diskurse und Reflexion über die eigene Haltung zur Selbstbestimmung.
Suizid, Selbsttötung, Freitod, Philosophie, Ethik, Freiheit, Selbstbestimmung, Lebenssinn, Tod, Existentialismus, David Hume, Immanuel Kant, Arthur Schopenhauer, Friedrich Nietzsche, Jean Améry
Die Arbeit behandelt den Suizid als philosophisches Problem und untersucht, wie dieses Phänomen über die Jahrhunderte in der Philosophiegeschichte bewertet wurde.
Zu den Schwerpunkten zählen die begriffliche Klärung, die Freiheitsfrage, die Bedeutung des Lebenssinns, der Umgang mit dem Tod sowie die ethische Einordnung durch verschiedene Philosophen.
Das Ziel ist eine philosophische Auseinandersetzung mit der Suizidproblematik, um die Spannung zwischen dem Wunsch nach individueller Selbstbestimmung und den gesellschaftlich-ethischen Normen zu verdeutlichen.
Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche, philosophische Analyse, die auf einer Literaturstudie und einer phänomenologischen Betrachtung (insbesondere bei Jean Améry) basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische philosophische Einordnung der Begriffe, einen historischen Abriss von der Antike bis zum Existentialismus und eine vertiefende Analyse von Jean Amérys Werk „Hand an sich legen“.
Die wichtigsten Schlagworte sind Suizid, Freiheit, Selbstbestimmung, Lebenssinn, Philosophiegeschichte und Existentialismus.
Während in der Stoa der Freitod unter bestimmten Umständen als Ausdruck von Vernunft und Freiheit gelten konnte, verurteilte die christliche Tradition – maßgeblich geprägt durch Augustinus – den Suizid als Sünde und Verbrechen gegen die göttliche Schöpfung.
Jean Améry liefert ein postmoderne Beispiel einer existentialistischen und biographisch motivierten Auseinandersetzung, die den Suizid als einen Akt der Behauptung von Humanität und Würde gegen das Scheitern (échec) verteidigt.
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