Bachelorarbeit, 2011
70 Seiten, Note: 1,3
1. Exposé
2. Die Notwendigkeit journalistischer Selektion
2.1 Informationsflut und Selektionszwang
2.2 PR und weitere Quellen
3. Moderne Nachrichten im Hörfunk
3.1 Aufgabe und Bedeutung von Hörfunknachrichten
3.2 Verschiedene Typen von Nachrichtensendungen
3.3 Vermittlungsformen von Nachrichten
3.4 Vermittlungsstile von Nachrichten
4. Nachrichtenwerttheorie
4.1 Forschungstraditionen der Nachrichtenwerttheorie
4.1.1 Die amerikanische Forschungstradition nach Lippmann
4.1.2 Die europäische Forschungstradition
4.1.3 Die deutsche Forschungstradition
4.2 Verwandte Modelle der Nachrichtenselektion
4.2.1 Gatekeeper-Forschung
4.2.2 News-Bias-Forschung
5. Hörfunknachrichten in der Forschung
5.1 Forschungsstand
5.2 Aktuellste Forschung im norddeutschen Raum nach Volpers, Schnier, Salwiczek
5.2.1 Untersuchungsgegenstand und Zielsetzung
5.2.2 Komplexitätsreduzierte Ergebniszusammenfassung
6. Leitfadeninterview mit Guido Schulenberg
6.1 Zusammenfassung des Interviews
6.2 Auswertung des Interviews
7. Fazit
Die Arbeit untersucht die Faktoren, welche die journalistische Nachrichtenauswahl im Hörfunk beeinflussen. Dabei liegt das primäre Ziel darin, den aktuellen Forschungsstand zur Nachrichtenauswahl in Radionachrichten abzubilden und diesen durch eine eigene empirische Analyse zu ergänzen, um Erkenntnisse über die Selektionsprozesse und den Einfluss von Formaten auf die Nachrichtengestaltung zu gewinnen.
3.4 Vermittlungsstile von Nachrichten
Der Vermittlungsstil einer Nachrichtensendung ist von Sender zu Sender sehr unterschiedlich und steht immer in engem Verhältnis zum Format eines Senders. Es wird versucht keinen Bruch zum laufenden Tagesprogramm entstehen zu lassen, was allerdings oft zu einer Verfremdung des konventionellen Nachrichtenstils führt und den Informationsgehalt einer Nachrichtensendung zu gefährden scheint (vgl. Volpers, Schnier, Salwiczek 2005, S. 26). „Konventionelle Hörfunknachrichten weisen ein gemäßigtes Sprechertempo, einen nüchternen Sprachduktus, eine klare Trennung der Meldungen untereinander, sowie die deutliche Abgrenzung von Nachricht und Kommentar auf“ (Volpers, Schnier, Salwiczek 2005, S. 26).
Trotz der konventionellen Art vieler Sender Nachrichten zu präsentieren, wird auch hier versucht, sich dem Format zu nähern, was durch Musikbetten, einem erhöhten Sprechtempo mit wenig Sprechpausen, Claims, Jingles oder ähnlichem versucht wird (vgl. Linke 2007, S. 19). Diese Stilelemente wurden seit der Einführung des dualen Systems in Deutschland 1985 oft von privaten Anbietern verwendet und sprangen später auch auf öffentlich-rechtliche Sender über, veränderten die Informationsgebung als solche allerdings nicht (vgl. u. a. Haaß 1994; vgl. Horsch, Ohler, Schwiesau (Hrsg.) 1994, S. 144).
Immer mehr rücken allerdings, gerade bei Jugendwellen, Stilmittel in den Mittelpunkt, welche sonst nur im moderierten Tagesprogramm zu finden waren. Moderationselemente werden verwendet, der Hörer mit „Du“ angesprochen, auf nachfolgende Sendungen oder Internetangebote verwiesen und überwiegend Themen aus dem Human-Touch Bereich ausgewählt, welche keinerlei politische, wirtschaftliche oder regionale Relevanz haben. Diese Nachrichten mit starker Formvarianz werden als „News-Show“ bezeichnet (vgl. Linke 2007, S. 17/18). Nach Frei (1997, S. 208) wird diese Bezeichnung im positiven Sinne, als exaktes Dokumentieren durch O-Töne, Korrespondentenberichte und pointierte Kommentare gedeutet. In der Realität entsteht allerdings immer mehr der Eindruck des Infotainment, welches die Nachrichtensendungen als „objektive“ Informationsinstanzen stark zu gefährden droht (vgl. Volpers, Schnier, Salwiczek 2005, S. 28).
1. Exposé: Das Kapitel führt in das Thema Nachrichtenauswahl im Radio ein, erläutert die Relevanz der Untersuchung und stellt die Fragestellung sowie den methodischen Aufbau der Arbeit dar.
2. Die Notwendigkeit journalistischer Selektion: Hier wird der Selektionsdruck durch die heutige Informationsflut sowie die Rolle von PR und weiteren Quellen im Redaktionsalltag analysiert.
3. Moderne Nachrichten im Hörfunk: Dieses Kapitel betrachtet die verschiedenen Rollen, Typen, Vermittlungsformen und Stile von Radionachrichten innerhalb moderner Hörfunkprogramme.
4. Nachrichtenwerttheorie: Es werden die verschiedenen Forschungstraditionen der Nachrichtenwerttheorie sowie verwandte Modelle wie die Gatekeeper- und News-Bias-Forschung dargestellt.
5. Hörfunknachrichten in der Forschung: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über den Forschungsstand und vertieft die Studie von Volpers, Schnier und Salwiczek über die Nachrichtenprofile norddeutscher Radioprogramme.
6. Leitfadeninterview mit Guido Schulenberg: Das Kapitel enthält die Zusammenfassung und Auswertung eines Experteninterviews mit dem Nachrichtenchef von Radio Bremen zur Praxis der Nachrichtenselektion.
7. Fazit: Hier werden die theoretischen und empirischen Erkenntnisse zusammengeführt, um die Forschungsfrage zu beantworten und kritische Einschätzungen für die Zukunft zu geben.
Nachrichtenauswahl, Hörfunk, Nachrichtenwerttheorie, Gatekeeper-Forschung, Journalismus, Informationsflut, Radio, Nachrichtenredaktion, Medienforschung, Nachrichtenquelle, Selektion, Programmgestaltung, norddeutscher Rundfunk, Nachrichtenqualität, Redaktionsalltag.
Die Arbeit befasst sich mit den journalistischen Prozessen der Nachrichtenauswahl im Hörfunk, insbesondere unter Berücksichtigung von Theorie und redaktioneller Praxis.
Zu den Schwerpunkten gehören die Nachrichtenwerttheorie, Gatekeeper-Mechanismen, der Einfluss von Senderformaten sowie der Umgang mit PR-Material und der Informationsflut.
Ziel ist es, die Faktoren zu identifizieren, die den Auswahlprozess von Nachrichten in Radiosendern bestimmen und herauszufinden, inwieweit theoretische Ansätze in der Praxis angewendet werden.
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Aufarbeitung der Fachliteratur mit einer empirischen Datenergänzung sowie einem qualitativen Leitfadeninterview mit einem Nachrichtenchef.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Nachrichtenwerttheorien und Auswahlmodellen sowie die spezifische Untersuchung der Hörfunkforschung und ein Experteninterview zur Verifizierung der Theorie in der Praxis.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Nachrichtenselektion, Radio, Gatekeeper-Theorie, Nachrichtenwert und redaktionelle Routinen charakterisiert.
Es dient dazu, die im theoretischen Teil gewonnenen Erkenntnisse aus der Praxis zu vertiefen und zu prüfen, ob die theoretischen Modelle in der täglichen Arbeit eines Nachrichtenchefs tatsächlich Anwendung finden.
Während die Theorie von einer bewussten Anwendung der Nachrichtenfaktoren ausgeht, zeigt die Praxis, dass die Auswahl oft stärker automatisiert erfolgt und durch Formatvorgaben sowie Zeitdruck geprägt ist.
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