Bachelorarbeit, 2009
37 Seiten, Note: 1,6
1. Einleitung
2. Spracherwerb und Schriftspracherwerb
2.1. Spracherwerb als Grundlage des Schriftspracherwerbs
2.2. Erster Kontakt mit Schrift
2.3. Schriftsprache versus mündliche Sprache
3. Voraussetzungen zum Erwerb von Schriftlichkeit und Orthografieerwerb
3.1. Die Entwicklung der phonologischen Bewusstheit
3.2. Einsichten in strukturelle Regelmäßigkeiten und das Morphemprinzip
3.3. Literacy Erziehung und das Erkennen der Bedeutung von Schrift und Schriftlichkeit
3.4. Methoden von Erstlese- und Erstschreibunterricht
4. Vorschulische Förderung
4.1. Die aktuelle Situation in Deutschland
4.2. Ziele und Methoden vorschulischer Schriftsprachförderung
5. Xue und Meisels Studie zur Wirksamkeit von vorschulischem Schriftsprachunterricht
5.1. Der phonics-approach
5.2. Der whole-language-approach
5.3. Besonderheiten der vorschulischen Schriftsprachförderung in den USA
5.4. Die Ergebnisse der Studie von Xue und Meisels
5.5. Wertung der Studie
6. Zusammenfassung
Die Arbeit analysiert den Prozess des Schriftspracherwerbs im Kindesalter und untersucht kritisch die Wirksamkeit vorschulischer Förderkonzepte. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie vorschulische Schriftsprachförderung gestaltet sein muss, um Bildungschancen nachhaltig zu verbessern, und inwieweit US-amerikanische Studienansätze auf das deutsche Bildungssystem übertragbar sind.
2.1. Spracherwerb als Grundlage des Schriftspracherwerbs
Bereits im Mutterleib hören ungeborene Kinder die Sprache der Mutter und können darauf reagieren. Nach der Geburt werden sie mit zahlreichen anderen Zeichen in semiotischem Sinn konfrontiert: Gestik und Mimik der Bezugspersonen, die gedeutet werden wollen, und Gegenstände oder Gefühlszustände, die nach einer begrifflichen Einordnung verlangen. Es ist eine intrinsische Motivation zum Interpretieren gegeben. Dabei ist Sprechen eine menschliche Notwendigkeit, denn mit dem Sprechenlernen lernt das Kind erst, seine Welt begrifflich zu fassen und gedanklich zu strukturieren.
Bereits wenige Tage nach der Geburt kann ein Kind Erfahrungen mit Sprache bewerten. Sprachliche Laute können schon von nichtsprachlichen Lauten unterschieden werden, Muttersprache anhand prosodischer Merkmale von Fremdsprachen. Schon mit einem Monat können Kinder stimmhafte von stimmlosen Varianten eines Phonems unterscheiden. Die Zeit, die sie zur Unterscheidung benötigen liegt bei etwas 30 Millisekunden, also der gleichen Zeit, die auch Erwachsene dazu benötigen.
Mit drei Monaten lernen sie, selbstständig Laute zu formulieren. Gezielt ahmt ein Säugling vorgesprochene Vokale nach. Zwischen dem 6. und 9. Lebensmonat erlangt das Kind eine verbesserte Kontrolle über seine Lautartikulationsfähigkeiten. Es tritt in das so genannte Lallstadium ein und lernt Vokale mit Konsonanten zu verbinden. Einfache Silben werden redupliziert.
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz des Schriftspracherwerbs und stellt die US-amerikanische Studie von Xue und Meisels als zentralen Analysegegenstand vor.
2. Spracherwerb und Schriftspracherwerb: Dieses Kapitel beschreibt den Spracherwerb als komplexen Prozess und arbeitet die Unterschiede zwischen mündlicher und schriftlicher Sprachaneignung heraus.
3. Voraussetzungen zum Erwerb von Schriftlichkeit und Orthografieerwerb: Hier werden zentrale kognitive Voraussetzungen wie die phonologische Bewusstheit sowie Ansätze der Literacy-Erziehung thematisiert.
4. Vorschulische Förderung: Das Kapitel beleuchtet die aktuelle Situation in Deutschland und diskutiert Ziele sowie Methoden vorschulischer Schriftsprachförderung.
5. Xue und Meisels Studie zur Wirksamkeit von vorschulischem Schriftsprachunterricht: Dieses Kapitel analysiert die US-amerikanische Studie, vergleicht den Phonics-Ansatz mit dem Whole-Language-Ansatz und bewertet deren Übertragbarkeit auf deutsche Verhältnisse.
6. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung bündelt die zentralen Erkenntnisse über die Komplexität des Schriftspracherwerbs und die begrenzte Wirksamkeit rein vorschulischer Frühlese-Programme.
Schriftspracherwerb, Spracherwerb, phonologische Bewusstheit, Literacy-Erziehung, Erstleseunterricht, Vorschulische Förderung, Phonics-Approach, Whole-Language-Approach, Berliner Bildungsprogramm, Sprachkompetenz, Schriftsprachförderung, Lesenlernen, Schreibanfänge, Bildungschancen, Frühkindliche Bildung.
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung des Schriftspracherwerbs bei Kindern und untersucht die pädagogische Wirksamkeit von vorschulischen Förderprogrammen im internationalen Vergleich.
Zentrale Themen sind der natürliche Spracherwerb, die kognitiven Voraussetzungen für das Lesen- und Schreibenlernen sowie die kritische Analyse verschiedener methodischer Ansätze (Phonics vs. Whole-Language).
Das Ziel ist es zu klären, wie vorschulische Einrichtungen Kinder optimal auf den Schriftspracherwerb vorbereiten können, ohne dabei eine verfrühte, ineffektive Verschulung zu forcieren.
Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die kritische Auseinandersetzung mit der US-amerikanischen ECLS-K-Studie von Xue und Meisels.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen des Schriftspracherwerbs, die Rolle der phonologischen Bewusstheit, das Konzept der Literacy-Erziehung und die differenzierte Betrachtung amerikanischer Unterrichtsansätze.
Wichtige Begriffe sind Schriftspracherwerb, phonologische Bewusstheit, Literacy-Erziehung, Phonics-Approach und vorschulische Förderung.
Der Phonics-Ansatz ist stark strukturiert und lehrerzentriert auf die systematische Laut-Buchstaben-Zuordnung fokussiert, während der Whole-Language-Ansatz schülerorientiert den Sinnzusammenhang ganzer Texte betont.
Die Übertragbarkeit ist erschwert, da in den USA der Fokus der vorschulischen Förderung explizit auf dem frühen Erlernen von Lesen und Schreiben liegt, was dem bildungsorientierten, aber nicht verschulten Auftrag deutscher Kindergärten widerspricht.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

