Diplomarbeit, 2001
88 Seiten, Note: 1,0
Vorwort
I. Einführung
I.1. Problemstellung
I.2. Methodische Grundlagen
I.3. Interpenetration
I.4. Rekursivität
I.5. Soziologische Perspektive und ökonomisches Economizing
I.6. Praxisrelevante Abstraktion
II. Organisation und Entscheidung
II.1. Die doppelte Schließung
II.2. (Un)Sicherheitsabsorption
II.3. Verpackungen
II.4. Zeitverhältnisse
II.5. Rationalität als Self-fullfilling prophecy
III. Die Ökologie der Entscheidung
III.1. Psychische Systeme
III.2. Wahrnehmung und Kommunikation
III.3. Wahrnehmung und Wirklichkeit
III.4. Mitgliedschaft und Karriere
III.5. Kleiner Schluß
IV. Funktionale Äquivalente
IV.1. Notwendig Unmöglich Kontingenzwahrnehmung
IV.2. Operation Beobachtung Ambivalenztstoleranz
IV.3. Management Mitarbeiter Identitätstoleranz
IV.4. Kontrolle Abhängigkeit Abhängigkeitstoleranz
IV.5. Entscheidung als sozialer Rechenprozess
V. Resümee triesierung
Die Arbeit untersucht die paradoxe Rolle des Managements innerhalb von Organisationen, wobei insbesondere die Koevolution von Organisation und Management unter systemtheoretischen Gesichtspunkten beleuchtet wird. Das zentrale Ziel ist es, die Schließungsdynamik der Organisation zu analysieren und aufzuzeigen, wie Management "parasitär" in Paradoxien nistet, um Unsicherheiten zu absorbieren. Dabei wird hinterfragt, ob das heroische Managementmodell noch funktional für Organisationen in turbulenten Umwelten ist oder ob neue, postheroische Lösungswege erforderlich sind.
Die Schließungsdynamik der Organisation
Das zentrale Problem, mit dem sich diese Arbeit auseinandersetzt, besteht daher in der Schließungsdynamik der Organisation. Die Organisation wird als „soziales System“ verstanden, das sich kommunikativ reproduziert und daher auf „Wahrnehmung“ nur in ihrer eigenen Umwelt, konkret: in den sich an der Organisation beteiligenden psychischen Systemen, zurückgreifen kann. Die Wahrnehmung psychischer Systeme (Manager wie Mitarbeiter) befindet sich daher grundsätzlich in der Situation inkludierter Exklusion: Sie wird als ausgeschlossene wieder eingeschlossen, das heißt in ihrem Ausschluß und ihrem Einschluß (in ihrer Demotivierung und in ihrer Remotivierung, wie die Linguistik sagt) durch die Organisation konditioniert.
Daraus ergibt sich die brisante Situation, daß nur die Organisation ein Problem lösen kann, das sie selbst schafft. Das Stichwort der „Koevolution“, das der Arbeit ihren Titel gibt, reagiert auf genau diese Problemstellung. Gesagt ist damit, daß die Organisation nicht etwa in der Situation ist, über Einschluß und Ausschluß von Wahrnehmung zu entscheiden, sondern in der Situation ist, die koevolutionär gefundenen Zustände hinzunehmen, ohne wissen zu können, wie sie zustande gekommen sind, ja ohne wissen zu können, daß es sich dabei überhaupt um beschreibbare Zustände handelt.
I. Einführung: Das Kapitel führt in die Perspektive der funktionalen Äquivalente auf die Gesellschaft ein und definiert das methodische Vorgehen unter Einbeziehung der systemtheoretischen Ansätze von Niklas Luhmann.
II. Organisation und Entscheidung: Hier wird die Organisation als operativ geschlossenes soziales System beschrieben, dessen basale Einheit die Entscheidung ist, und der Mechanismus der Unsicherheitsabsorption kritisch hinterfragt.
III. Die Ökologie der Entscheidung: Dieses Kapitel analysiert das Zusammenspiel von psychischen Systemen, individueller Wahrnehmung und sozialer Kommunikation sowie die Rolle des Managements bei der Konstruktion organisationaler Wirklichkeit.
IV. Funktionale Äquivalente: Die Arbeit diskutiert hier spezifische Interventionsmöglichkeiten, um das bisherige heroische Management durch postheroische Ansätze zu ersetzen, die auf Kontingenz- und Identitätstoleranz basieren.
V. Resümee triesierung: Das abschließende Kapitel fasst zusammen, dass die Analyse nicht auf absolute Wahrheiten zielt, sondern Unterschiede aufzeigt, die für ein Verständnis organisationaler Dynamiken relevant sind.
Organisation, Management, Systemtheorie, Koevolution, Unsicherheitsabsorption, Autopoiesis, Kommunikation, Wahrnehmung, Paradoxie, Postheroisches Management, Kontingenz, Entscheidung, Identität, Soziale Systeme, Funktionalanalyse
Die Arbeit behandelt die systemtheoretische Untersuchung der wechselseitigen Entwicklung (Koevolution) von Organisationen und dem Management, insbesondere im Hinblick auf deren Umgang mit Unsicherheit und Paradoxien.
Die zentralen Themenfelder sind die soziologische Systemtheorie, die autopoietische Reproduktion sozialer Systeme, die Rolle des Managements als "Parasit" in organisationalen Paradoxien sowie die Suche nach postheroischen Management-Alternativen.
Das Ziel ist es, das heroische Managementmodell als historisch gewachsene, aber zunehmend dysfunktionale Antwort auf organisationale Probleme zu demaskieren und durch eine "viabilitätsorientierte" Analyse Ansätze für ein zukunftsfähiges Management aufzuzeigen.
Die Arbeit nutzt die soziologische Systemtheorie, insbesondere das Instrumentarium von Niklas Luhmann und den Äquivalenzfunktionalismus, um organisationale Phänomene als kontingente und veränderbare Strukturen zu begreifen.
Im Hauptteil werden die Schließungsdynamik der Organisation, die Mechanismen der Unsicherheitsabsorption durch "Verpackungen", die Rolle von Zeitverhältnissen bei Entscheidungen und die Bedeutung von "Toleranzen" (wie Kontingenz- und Identitätstoleranz) für das Management der Zukunft detailliert analysiert.
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Systemtheorie, Koevolution, Autopoiesis, Unsicherheitsabsorption, Kontingenz und postheroisches Management beschreiben.
Sie ist entscheidend, weil die Organisation als soziales System zwar Kommunikation produziert, aber auf die Wahrnehmungen psychischer Systeme (Individuen) angewiesen ist, diese jedoch nicht direkt kontrollieren kann. Diese "Schnittstellenproblematik" ist der Engpass, den das Management bisher durch "parasitäre" Mechanismen zu überbrücken versucht.
Das heroische Management bezeichnet ein klassisches, oft auf Souveränitätsgesten basierendes Führungsverständnis, das versucht, Unbestimmtheit durch eine (Schein-)Rationalität zu überdecken und die Organisation in eine vorab definierte Zukunft zu "steuern", was jedoch die tatsächliche Komplexität ignoriert.
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