Examensarbeit, 2008
50 Seiten, Note: 9,00
Jura - Rechtsphilosophie, Rechtssoziologie, Rechtsgeschichte
A. Einleitung
B. Inskription der Textstelle
I. Die Apostelgeschichte als Quelle
II. Der Autor der Apostelgeschichte
C. Paulus
D. Der Präfekt Judäas als Oberster Richter
E. Das vorgeworfene Delikt: Crimen Maiestatis
F. Das römische Strafprozessrecht im Prinzipat
I. Coercitio, cognitio und accusatio
II. Von der Republik zur Kaiserzeit
III. Verfahren in den Provinzen
IV. Das Verfahren im Paulusprozess
G. Der Prozessverlauf
I. Gefangennahme
II. Befragung durch das Synedrium
III. Überführung nach Cäsarea
IV. Einleitung des Verfahrens
1) Feststellung der Parteirollen
2) Anzeige gegen Paulus
3) Voruntersuchung
4) Konstituierung des Gerichts
5) Festsetzung des Verhandlungstermins
V. Die erste Verhandlung
1) Eröffnung des Beweisverfahren
2) Einleitender Vortrag der klagenden Partei
3) Verteidigung des Angeklagten
4) Beweislegung
5) Ansetzung eines erneuten Beweisverfahren
VI. Zweite Verhandlung und Findung des Urteils
1) Aufruf der Parteien
2) Einleitender Vortrag des Klägers
3) Die Verteidigung des Angeklagten
4) Die Beweislegung
5) Die Inanspruchnahme zusätzlicher Rechtsmittel
6) Beratung und Abstimmung
7) Fällung und Verkündung des Urteils
VII. Die Vorführung des Paulus vor Agrippa
1) Aufruf der Parteien
2) Der einleitende Vortrag des Klägers
3) Die Verteidigung des Angeklagten
4) Die Beweislegung
5) Die erneute Vertagung
VIII. Der Paulusprozess als Akkusationsverfahren
IX. Vergleich des Paulusprozess mit dem Jesusprozess
H. Das römische Bürgerrecht im Prinzipat
I. Die gesellschaftliche Einteilung nach dem Personenrecht
II. Erwerb des römischen Bürgerrechts
1) Durch Geburt
2) Durch Verleihung
3) Durch Kauf
4) Durch Freilassung
III. Verlust des römischen Bürgerrechts
IV. Inhalt des Bürgerrechts
1) Überblick über Rechte und Pflichten
2) Rechte im Strafverfahren
a) Prügelstrafe des Paulus
b) Haft und Fesselung des Paulus
3) Das Recht der Provokation
V. Die Möglichkeit der Doppelbürgerschaft
VI. Öffentlicher Nachweis der Zivität
I. Paulus und das römische Bürgerrecht
I. Die Befunde der Apostelgeschichte zur Civität des Apostels
1) Apg 16,37 f.
2) Apg 22,25-29 und 23,27
3) Apg 25,11; 26,31 f. und 28,19
II. Das vermeintliche Provokationsrecht des Paulus
III. Ursprung des paulinischen Bürgerrechts
IV. Die Rechtslage der Juden im Prinzipat
V. Der römische Name Paulus
VI. Umgang der römischen Beamten mit Paulus
VII. Der soziale Status der Familie des Paulus
VIII. Die Einstellung von Paulus zum römischen Bürgerrecht
J. Zusammenfassung und Wertung der Diskussion
I. Neueres Schrifttum
II. Die Verfahrensart als Hinweis
III. Die Verlegung des Prozesses nach Rom
IV. Bewertung der Historizität des römischen Bürgerrechts
Die vorliegende Arbeit untersucht die juristischen Aspekte des Paulusprozesses, wie sie in der Apostelgeschichte (Apg 21,18 – 28,31) überliefert sind, und vergleicht diese mit der allgemeinen Rechtslage des 1. Jahrhunderts n. Chr. Zentrales Ziel ist es, die Historizität der im Bericht erwähnten "Civitas" (des römischen Bürgerrechts) des Paulus kritisch zu hinterfragen und deren Einfluss auf den Prozessverlauf sowie den Vergleich zum Prozess gegen Jesus zu analysieren.
G. Der Prozessverlauf
In Jerusalem erkennen Juden aus der Provinz Asien Paulus im Tempel und werfen ihm vor, gegen das jüdische Volk, sein Gesetz und den Tempel zu predigen. Letzteres konkretisiert sich in der Behauptung, Paulus hätte einen heidnischen Griechen mit in den Tempelvorhof genommen. Daraufhin entwickelt sich ein Tumult unter der umherstehenden Menschenmenge, die Paulus ergreifen und lynchen wollen.
I. Gefangennahme
Der zuständige römische Oberst, Claudius Lysias, erhält Nachricht von dem Aufruhr und greift sogleich mit Soldaten und Hauptleuten ein. Er lässt Paulus festnehmen und versucht den Sachverhalt noch an Ort und Stelle zu klären, indem er ihn nach seiner Identität und den gegen ihn vorgebrachten Vorwürfen befragt. Aufgrund der aufgebrachten Menge lässt sich jedoch nichts Konkretes herausfinden und so führt der Oberst Paulus ab, um wieder Ordnung und Ruhe herzustellen und darüber hinaus die Sachlage ermitteln zu können. Durch Folter will Lysias von Paulus die Hintergründe des Tumultes erfahren und erst, als man ihn bereits festgebunden hat und mit der Geißelung beginnen will, weist Paulus gegenüber dem dabeistehenden Hauptmann auf sein römisches Bürgerrecht hin. „... Ist es erlaubt bei euch, einen Menschen, der römischer Bürger ist, ohne Urteil zu geißeln?“ (Apg 22,25) Sofort bricht Lysias die Geißelung ab und lässt Paulus einsperren. Es verwundert, weshalb Paulus erst so spät auf sein Bürgerrecht hinweist und es wird sich zeigen, dass er es auch im weiteren Verlauf des Verfahrens so handhaben wird. Darauf, wie auch auf die Einzelheiten des römischen Bürgerrechts wird später noch näher einzugehen sein.
A. Einleitung: Einführung in das Thema, die juristische Relevanz der Apostelgeschichte und die zentrale Fragestellung zur Civitas des Paulus.
B. Inskription der Textstelle: Historische Einordnung der Apostelgeschichte als Quelle und biographische Informationen zum Autor Lukas.
C. Paulus: Kurze biographische Darstellung des Apostels Paulus und seines Weges zum Christentum.
D. Der Präfekt Judäas als Oberster Richter: Analyse der judikativen Kompetenzen des römischen Statthalters in der Provinz Judäa.
E. Das vorgeworfene Delikt: Crimen Maiestatis: Erläuterung der politischen Anklage gegen Paulus im Kontext des Vorwurfs der Seditio.
F. Das römische Strafprozessrecht im Prinzipat: Grundlegende Erläuterung der Verfahrensarten Coercitio, Cognitio und Accusatio im römischen Recht.
G. Der Prozessverlauf: Detaillierte Rekonstruktion der einzelnen Verfahrensschritte des Paulusprozesses von der Gefangennahme bis zur Berufung auf den Kaiser.
H. Das römische Bürgerrecht im Prinzipat: Systematische Untersuchung des römischen Bürgerrechts, dessen Erwerb, Verlust und rechtliche Ausgestaltung.
I. Paulus und das römische Bürgerrecht: Konkrete Analyse der paulinischen Civitas basierend auf den Belegen der Apostelgeschichte und der Diskussion in der Fachliteratur.
J. Zusammenfassung und Wertung der Diskussion: Abschließende kritische Reflexion und Bewertung der Historizität des paulinischen Bürgerrechts.
Paulusprozess, Apostelgeschichte, römisches Bürgerrecht, Civitas, Strafprozessrecht, Principat, Accusatio, Provocatio, Seditio, Prozess Jesu, römisches Recht, judikative Kompetenz, Historizität, Paulus, Statthalter.
Die Arbeit analysiert die im Neuen Testament (Apostelgeschichte) dargestellten rechtlichen Abläufe im Prozess gegen den Apostel Paulus im Kontext des römischen Strafrechts des 1. Jahrhunderts n. Chr.
Die zentralen Themen sind das römische Bürgerrecht (Civitas), die verschiedenen römischen Verfahrensarten (wie Akkusationsverfahren und Coercitio) sowie die Frage nach der Historizität der Erzählungen in der Apostelgeschichte.
Das Ziel ist es zu ergründen, ob Paulus tatsächlich das römische Bürgerrecht besaß und wie dieses Recht seinen Prozessverlauf beeinflusste, unter Berücksichtigung der apologetischen Intentionen des antiken Autors.
Die Arbeit nutzt die exegetische und rechtshistorische Analyse, bei der biblische Texte der Apostelgeschichte mit historischen Rechtsquellen und Fachliteratur zur römischen Antike verglichen werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte prozessuale Analyse des Paulusverfahrens, eine umfassende Untersuchung der rechtlichen Natur des römischen Bürgerrechts und eine kritische Auseinandersetzung mit der Historizität der Civitas des Apostels.
Wichtige Begriffe sind Prozessverlauf, römisches Bürgerrecht, Akkusationsverfahren, Provinzverwaltung, Seditio, Provocatio und historischer Vergleich.
Die Berufung auf den Kaiser ist ein entscheidendes Rechtsmittel, das den Prozessverlauf maßgeblich veränderte und Paulus schließlich nach Rom führte; ihr Charakter als formale Provocatio wird in der Arbeit kontrovers diskutiert.
Obwohl es im lukanischen Doppelwerk strukturelle Parallelen gibt, ist der signifikanteste Unterschied der Status des Paulus als römischer Bürger, der den Prozessverlauf und die Rechtsgrundlagen beeinflusst.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass auf Basis der aktuellen Quellenlage eine zweifelsfreie Bestätigung der Civitas des Paulus nicht möglich ist und sie nach archäologischen und historischen Befunden eher als unwahrscheinlich angesehen werden kann.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

