Bachelorarbeit, 2011
44 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Das System der Krankenversicherung der Schweiz
2.1. Die obligatorische Krankenpflegeversicherung
2.2. Die Finanzierung und das Leistungsangebot der OKP
2.3. Die Zusatzversicherung
2.4. Übersicht über die Versicherungslandschaft der Schweiz
3. Wozu benötigt man einen Risikoausgleich?
4. Der Risikoausgleich in der Krankenversicherung der Schweiz
4.1. Die Einführung des Risikoausgleiches
4.2. Status Quo
4.3. Die Problematik in der derzeitigen Ausgestaltung des Risikoausgleichs
4.4. Der reformierte Risikoausgleich ab 2012
4.5. Zukünftige Entwicklungstendenzen
5. Der Risikostrukturausgleich in der deutschen Krankenversicherung
5.1. Die gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland
5.2. Die Ausgestaltung des Risikostrukturausgleichs in Deutschland
6. Gemeinsamkeiten und Unterschiede des Risikoausgleichs der Schweiz zum deutschen Risikostrukturausgleich
7. Können beide Länder voneinander lernen?
8. Schlussbetrachtung
Diese Bachelor-Arbeit untersucht den Risikoausgleich (RA) in der schweizerischen obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) sowie dessen Weiterentwicklung, um diesen mit dem Risikostrukturausgleich (RSA) der deutschen gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zu vergleichen und Potenziale für einen gegenseitigen Lernaustausch aufzuzeigen.
4.3. Die Problematik in der derzeitigen Ausgestaltung des Risikoausgleichs
Die derzeitige Ausgestaltung des Ausgleichs ist einfach und transparent und zudem in der Politik weitgehend akzeptiert. Auch die administrative Abwicklung hat sich nach anfänglichen Schwierigkeiten eingespielt.
Beck et al. kommen in ihrer Untersuchung zu dem Ergebnis, dass bei einem Risikoausgleich mit den Faktoren Alter und Geschlecht 40 Prozent aller Versicherten zu lukrativen Risiken werden und 18 Prozent grundsätzlich unerwünscht bleiben. Die positive Selektion schafft dabei einen Spielraum für eine Prämiensenkung um bis zu 40 Prozent, während der Prämienteffekt der negativen Selektion bei 26 Prozent liegt.
Wenn man diese Resultate mit denen in einem Markt ohne Risikoausgleich vergleicht (siehe dazu Kapitel 3, Seite 9), lässt sich ein Effekt auf die Risikoselektion erkennen, der jedoch bei Weitem nicht ausreichend ist.
1. Einleitung: Beleuchtung der steigenden Gesundheitskosten in der Schweiz und die Notwendigkeit, den Risikoausgleich zur Vermeidung von Risikoselektion zu untersuchen.
2. Das System der Krankenversicherung der Schweiz: Überblick über die obligatorische Krankenpflegeversicherung, deren Finanzierung und die Rolle der Zusatzversicherungen.
3. Wozu benötigt man einen Risikoausgleich?: Analyse der ökonomischen Notwendigkeit eines Ausgleichsmechanismus in einem System mit Einheitsprämien, um den Wettbewerb zu stabilisieren.
4. Der Risikoausgleich in der Krankenversicherung der Schweiz: Detaillierte Betrachtung des demografischen Risikoausgleichs, seiner Defizite und der ab 2012 geltenden Reformen.
5. Der Risikostrukturausgleich in der deutschen Krankenversicherung: Darstellung des deutschen Gesundheitssystems und des dort implementierten morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs.
6. Gemeinsamkeiten und Unterschiede des Risikoausgleichs der Schweiz zum deutschen Risikostrukturausgleich: Systematischer Vergleich beider Ausgleichsmodelle hinsichtlich Effizienz, Anreizen und administrativer Komplexität.
7. Können beide Länder voneinander lernen?: Diskussion über die Übertragbarkeit von Lösungsansätzen zwischen der Schweiz und Deutschland.
8. Schlussbetrachtung: Fazit und Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der Risikoausgleichsmechanismen in beiden Ländern.
Risikoausgleich, Risikostrukturausgleich, Krankenversicherung, Risikoselektion, Gesundheitsökonomik, obligatorische Krankenpflegeversicherung, Morbi-RSA, Solidaritätsprinzip, Managed Care, Gesundheitsreform, Prämien, Morbidität, Diagnosedaten, Wettbewerb, Schweiz, Deutschland.
Die Arbeit analysiert den Risikoausgleich zwischen Krankenversicherern in der Schweiz und vergleicht diesen mit dem deutschen Risikostrukturausgleich.
Zentrale Felder sind die Mechanismen zur Vermeidung von Risikoselektion, die Auswirkung demografischer vs. morbiditätsorientierter Faktoren auf Prämien sowie der systemische Vergleich zwischen Schweiz und Deutschland.
Das Ziel ist es, die Funktionsweise des schweizerischen Risikoausgleichs zu evaluieren und aufzuzeigen, inwieweit Lehren aus dem deutschen System für die schweizerische Gesundheitspolitik relevant sind.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse, dem Studium von Gesetzesgrundlagen und dem Vergleich ökonomischer Evaluationsstudien beider Ländersysteme.
Der Hauptteil erörtert die Einführung und Probleme des schweizerischen Risikoausgleichs, die Reform 2012, die Grundlagen des deutschen Morbi-RSA und führt eine komparative Analyse beider Systeme durch.
Die wichtigsten Begriffe sind Risikoausgleich, Risikoselektion, obligatorische Krankenpflegeversicherung, Morbi-RSA und Solidaritätsprinzip.
Während die Schweiz primär einen demografischen, kantonal organisierten Risikoausgleich nutzt, setzt Deutschland auf einen bundeseinheitlichen, morbiditätsorientierten Ausgleich, der Diagnosedaten stärker gewichtet.
Kassenkonglomerate erlauben Versicherern durch Tochtergesellschaften eine indirekte Risikoselektion, um sich dem Effekt des Risikoausgleichs teilweise zu entziehen und so Wettbewerbsvorteile zu generieren.
Sie dient als einfacher, datentechnisch bereits verfügbarer Indikator, um die Morbidität der Versicherten besser abzubilden, ohne den administrativen Aufwand massiv zu erhöhen.
Kritiker führen die hohe Komplexität, den enormen Verwaltungsaufwand und die Manipulationsanfälligkeit des deutschen Modells ins Feld, die ein Kosten-Nutzen-Verhältnis infrage stellen könnten.
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