Bachelorarbeit, 2011
52 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Kombinatorische Auktionen
2.1 Grundlegende Auktionstheorien
2.2 Arten der kombinatorischen Auktionsverfahren
2.2.1 Die geschlossene Auktion
2.2.2 Offene Auktionsverfahren
2.3 Bidding Languages
3. Das Winner Determination Problem
3.1 Formulierung des WDPs
3.2 Resultierende Herausforderungen
4. Lösungsansätze in Form von Heuristiken
4.1 Der Greedy-Algorithmus
4.2 Das GRASP-Verfahren
4.3 Simulated Annealing
5. Implementierungsansatz der Algorithmen
5.1 Die Auktionsumgebung
5.2 Greedy
5.3 GRASP
5.4 Simulated Annealing
5.5 Testergebnisse der Implementierung
5.6 Folgerungen und Aussichten
6. Schlussteil
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen des Winner Determination Problems (WDP) bei kombinatorischen Auktionen und bewertet verschiedene heuristische Lösungsansätze hinsichtlich ihrer Effizienz und Ergebnisqualität durch eine praktische Implementierung in C#.
4.1 Der Greedy-Algorithmus
Der Greedy-Algorithmus lässt sich wortwörtlich mit gieriger oder gefräßiger Algorithmus übersetzen. Der Grundgedanke ist die Konstruktion einer Teillösung und das Schrittweise hinzufügen einer neuen Komponente. Der Grund für die Beliebtheit des Algorithmus liegt in seiner Einfachheit. Es ist die „einfache“ Eigenschaft, die hinter der Idee von Greedy steckt.
Das generelle Verfahren lautet: Bestimme einzeln die Werte aller Variablen in einer Entscheidung und übernehme den besten Wert. Die Wahl der im Einzelschritt besten Alternative gibt dem Algorithmus den Namen „Greedy“. Aufgrund der Funktionsweise kann das Verfahren als kurzsichtig bezeichnet werden. Die Auswahl des Optimums bei jeder Einzelentscheidung muss nicht dem Optimum aller Lösungen entsprechen.
Ein einfaches Beispiel für das Greedy-Verfahren ist das Kassierer-Problem. Die meisten Kassierer sind dazu angehalten, dem Kunden beim Wechselgeld in Abhängigkeit der vorhandenen Münzen, so wenige Münzen wie möglich heraus zu geben. Nahezu intuitiv beginnen die Kassierer schrittweise die nächsthöhere Münze auszuzahlen, ohne den Restbetrag zu überschreiten. Sollten dem Kassierer zum Beispiel Cent-Stücke in Höhe von 50, 20, 10, 5 und 1 zur Verfügung stehen, würde er bei einem Rückzahlungsbetrag von 94 Cent zuerst 50, dann zweimal 20 und viermal 1 Cent-Stück herausgeben.
Die Einzelschritte besitzen die drei Eigenschaften Gültigkeit, lokales Optimum und Unumkehrbarkeit. Sie müssen gültig sein mit Bezug auf die Bedingungen der Problemstellung. Bei jedem Schritt wird zum Zeitpunkt der Wahl von allen gültigen Optionen die beste lokale Wahl getroffen. Die Schritte können ein einziges Mal durchgeführt und nicht mehr abgeändert werden. Das ergibt die Unumkehrbarkeit.
1. Einleitung: Einführung in die Auktionstheorie, Definition der kombinatorischen Auktionen und Hinführung zur Problematik des Winner Determination Problems sowie zur Zielsetzung der Arbeit.
2. Kombinatorische Auktionen: Detaillierte Betrachtung verschiedener Auktionsformen, Biet-Sprachen und der theoretischen Grundlagen für kombinatorische Auktionen.
3. Das Winner Determination Problem: Mathematische Definition des WDPs, Analyse der Komplexität und Aufzeigen der Herausforderungen, insbesondere im Vergleich zum Rucksackproblem.
4. Lösungsansätze in Form von Heuristiken: Vorstellung der theoretischen Ansätze von Greedy-Verfahren, GRASP und Simulated Annealing zur Lösung NP-schwerer Optimierungsprobleme.
5. Implementierungsansatz der Algorithmen: Dokumentation der Simulationsumgebung in C# 4.0, der Implementierungsdetails der Algorithmen und Analyse der Testergebnisse.
6. Schlussteil: Zusammenfassung der Erkenntnisse aus der Simulation und Ausblick auf Optimierungspotenziale sowie die Bedeutung der Arbeit für die Wirtschaftsinformatik.
Kombinatorische Auktionen, Winner Determination Problem, WDP, Heuristiken, Greedy-Algorithmus, GRASP, Simulated Annealing, Auktionsdesign, Allokationseffizienz, Komplexitätstheorie, Metaheuristiken, Bidding Languages, Optimierung, Simulationsumgebung, Wirtschaftsinformatik.
Die Arbeit behandelt die Herausforderungen bei der Bestimmung von Auktionsgewinnern in komplexen kombinatorischen Auktionen, bei denen Bieter Gebote für Bündel von Gütern abgeben können.
Die zentralen Felder sind die Auktionstheorie, die mathematische Formulierung von Optimierungsproblemen (Winner Determination Problem) sowie die Implementierung und der Vergleich effizienter Such-Algorithmen (Heuristiken).
Ziel ist es, den Nutzen kombinatorischer Auktionen in der Wirtschaft aufzuzeigen, das damit verbundene Winner Determination Problem zu erläutern und verschiedene heuristische Lösungsansätze auf ihre praktische Anwendbarkeit hin zu evaluieren.
Neben der theoretischen Herleitung der Komplexität werden die Methoden Greedy, GRASP und Simulated Annealing implementiert und durch simulierte Auktionsdurchläufe empirisch auf ihre Performance und Lösungsqualität geprüft.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Auktionsmodelle, die mathematische Problemformulierung, die Erläuterung der gewählten Heuristiken und die detaillierte Darstellung der C#-basierten Implementierung und Testergebnisse.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Kombinatorische Auktionen, Winner Determination Problem, Metaheuristiken, Allokationseffizienz und Rechenkomplexität charakterisieren.
Da es für das WDP bei großen Auktionsumgebungen keine zeitlich effizienten Algorithmen für ein exaktes Optimum gibt, behindert die Komplexität die praktische Anwendung; Heuristiken sollen hier einen praktikablen Kompromiss zwischen Rechenzeit und Lösungsqualität bieten.
GRASP erweitert den deterministischen Greedy-Algorithmus um eine Randomisierungskomponente durch eine sogenannte Kandidatenliste (RCL) und ein adaptives Suchverfahren, wodurch die Chancen steigen, nicht in einem lokalen Optimum stecken zu bleiben.
Die Temperatur fungiert als Kontrollparameter, der im Zeitverlauf abnimmt und entscheidet, mit welcher Wahrscheinlichkeit der Algorithmus auch "schlechtere" Lösungen akzeptiert, um Suchbarrieren zu überwinden und globale Optima besser anzunähern.
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