Magisterarbeit, 2008
83 Seiten, Note: 2,30
Vorwort
1. Die ersten Jahre nach 1945
1.1 Amerikanische Ansätze zur Chinapolitik im zweiten Weltkrieg
1.2 Die Marshall-Mission
1.3 Der „Verlust“ Kontinentalchinas für den Westen und der Sieg Maos
2. Die sino-sowjetische Allianz
2.1 Schwieriger Beginn
2.2 1949: Das Wendejahr
2.3 Das Ende der Allianz
3. Betrachtung einzelner Epochen
3.1 Chinas Eingreifen in den Koreakrieg
3.2 Die Offshore-Krisen und die Entwicklung der amerikanischen „Zwei-China-Politik“
3.3 Der Besuch Nixons in China und die Hinwendung nach Westen
3.4 Aufnahme offizieller Beziehungen unter Carter und Deng Xiaoping
4. Fazit
Literaturliste
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung der amerikanisch-chinesischen Beziehungen im Zeitraum von 1945 bis 1989. Dabei steht nicht die reine chronologische Darstellung im Vordergrund, sondern die Analyse ausgewählter Schlüsselereignisse, der agierenden Persönlichkeiten sowie deren Einfluss auf die bilateralen Beziehungen zwischen den USA und China im Kontext des Kalten Krieges.
1.2 Die Marshall-Mission
Dass sich die USA dann im Laufe des Jahres 1945 doch in eine Vermittlerrolle drängen ließen, dürfte wohl vor allem auf taktischen Überlegungen gegründet sein. Denn, so die Vorstellungen in Washington, sollte die von Chiang geführte Nationalregierung tatsächlich auseinander brechen oder militärisch geschlagen werden, was ja zu keinem Zeitpunkt auszuschließen war, dann würden zu einem für die Amerikaner ungünstigen Zeitpunkt, viele japanische Kriegsgefangene frei, die sich dann wieder ihrer Armee anschließen würden und damit den beginnenden Vorstoß der Amerikaner auf die japanischen Hauptinseln gefährden könnten.
So wurde entschieden, eine Delegation unter Leitung des amerikanischen Außenministers Marshall zu entsenden, der versuchen sollte, eine Einigung zwischen Nationalisten und Kommunisten zu erreichen(14). Er war nicht der einzige Vermittler. Bereits vor Amtsantritt von Präsident Truman war Patrick Hurley nach China gereist, um zu versuchen, eine Koalitionsregierung der beiden Kontrahenten zustande zu bringen. Sowohl Chiang als auch Mao nahmen an diesen Gesprächen teil, jedoch aus unterschiedlichen Motivationen. Mao und seine Kommunisten konnten nur gewinnen, wenn sie, nach außen hin, den USA gegenüber ihren guten Willen demonstrierten. Sie schwächten so die Position Chiangs und hatten gleichzeitig die Möglichkeit, sollte eine solche Regierung wirklich zustande kommen, auch einen erheblichen Machtzuwachs zu verbuchen und zusätzlich an Legitimation zu gewinnen. Für Chiang sah die Lage ganz anders aus, denn für seine Administration in Chungking ging es nun ums politische Überleben. Da der Krieg im Pazifik mit der Niederlage Japans geendet hatte, entfiel sein Trumpf gegenüber der Administration in Washington(15). Zudem war nach den zahlreichen, sich immer weiter aufbauenden Spannungen, unter anderem wegen der Affäre um Stillwells Abberufung, klar, dass es in Zukunft ohne Zugeständnisse seinerseits wesentlich schwerer, wenn nicht sogar unmöglich werden würde, die Hilfe aus Washington zu bekommen, die er für die Stützung seiner Nationalregierung brauchte.
1. Die ersten Jahre nach 1945: Dieses Kapitel analysiert die Ausgangssituation in China nach dem Zweiten Weltkrieg, die Schwierigkeiten der amerikanischen Vermittlungsbemühungen durch die Marshall-Mission und den schließlich als „Verlust“ Chinas wahrgenommenen Sieg der Kommunisten.
2. Die sino-sowjetische Allianz: Hier wird der Aufbau und die zunehmende Erosion der Beziehung zwischen der Sowjetunion und dem kommunistischen China betrachtet, inklusive der Wendejahre und der Gründe für das Scheitern dieses Bündnisses.
3. Betrachtung einzelner Epochen: Das Kapitel fungiert als Hauptteil und analysiert spezifische Ereignisse wie den Koreakrieg, die Taiwan- bzw. Offshore-Krisen, die diplomatische Annäherung durch Richard Nixon sowie die Etablierung offizieller diplomatischer Beziehungen unter Carter.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und reflektiert die Stabilität und Komplexität der amerikanisch-chinesischen Beziehungen bis in die Gegenwart.
USA, China, Kalter Krieg, Diplomatie, Marshall-Mission, Mao Zedong, Chiang Kai-shek, Koreakrieg, Taiwan, Außenpolitik, sino-sowjetische Allianz, Richard Nixon, diplomatische Beziehungen, Vermittlung, Kommunismus.
Die Arbeit analysiert die wechselhaften amerikanisch-chinesischen Beziehungen zwischen 1945 und 1989 vor dem Hintergrund des globalen Systemkonflikts des Kalten Krieges.
Zu den Schwerpunkten zählen die amerikanische Chinapolitik, die Dynamik des sino-sowjetischen Verhältnisses, kriegerische Konflikte in Asien und die diplomatische Normalisierung der Beziehungen.
Das Ziel ist es, durch die Analyse ausgewählter Ereignisse und Akteure aufzuzeigen, wie sich das Verhältnis zwischen den USA und China von tiefer Feindseligkeit hin zu pragmatischen, teils kooperativen Beziehungen entwickelte.
Die Arbeit nutzt einen historisch-analytischen Ansatz, bei dem wichtige historische Ereignisse in den jeweiligen Jahrzehnten untersucht und interpretiert werden.
Im Hauptteil werden vier zentrale Stationen analysiert: das Eingreifen Chinas in den Koreakrieg, die Offshore-Krisen um Taiwan, die diplomatische Wende unter Nixon und die Aufnahme offizieller Beziehungen unter Carter.
Kernbegriffe sind Kalter Krieg, Diplomatie, Machtpolitik, sino-sowjetische Allianz, Koreakrieg, Taiwan-Frage und die Entwicklung der Beziehungen von 1945 bis 1989.
Die Mission diente primär dazu, Zeit zu gewinnen und zu verhindern, dass die USA in eine für sie strategisch ungünstige Situation gerieten, falls das Regime von Chiang Kai-shek zusammenbrechen sollte.
Die Sowjetunion fungierte als ein „dritter Akteur“, dessen Beziehungen zu China das amerikanische Kalkül maßgeblich beeinflussten, insbesondere durch die Sorge vor einer kombinierten kommunistischen Kraft.
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