Bachelorarbeit, 2011
83 Seiten, Note: 1,0
1 EINLEITUNG
2 BULIMIA NERVOSA
2.1 Merkmale und Symptome
2.2 Epidemiologie
2.3 Abgrenzung zu anderen Essstörungen
2.3.1 Anorexia Nervosa
2.3.2 Binge-Eating – Störung
2.3.3 Nicht näher bezeichnete Essstörungen
2.4 Erklärungsansätze zur Entstehung und Aufrechterhaltung von Bulimia nerovsa
2.4.1 Risikogruppen
2.4.2 Genetische Faktoren
2.4.3 Biobehaviorale Faktoren
2.4.4 Einflüsse der Familie und „Peers“
2.4.5 Einfluss der Gesellschaft und des gängigen Schönheitsideals
2.4.6 Einfluss der Medien
2.4.7 Individuelle und Persönlichkeitsfaktoren
2.4.8 Belastende Lebensereignisse
2.5 Protektive Faktoren
2.6 Auslösende Ereignisse und aufrechterhaltende Faktoren
2.7 Folgen und Prognose
2.7.1 Folgen für den Erkrankten
2.7.2 Folgen für die Gesellschaft
2.7.3 Prognose
3 PRÄVENTION VON BULIMIA NERVOSA
3.1 Allgemeine Aspekte der Prävention
3.1.1 Definitionen
3.1.2 Abgrenzung zur Gesundheitsförderung
3.1.3 Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen
3.2 Nationale Präventionsprogramme
3.2.1 Body Talk
3.2.2 Jugend mit Biss
3.2.3 PriMa
3.2.4 TOPP
3.2.5 Torera
3.2.6 Das Projekt des Heidelberger Mädchenhaus e.V.
3.2.7 Ein Trainingsprogramm zum Einsatz an Schulen
3.2.8 NICE
3.2.9 POPS
3.3 Internationale Präventionsprogramme
3.3.1 Full of Ourselves
3.3.2 Free to be me
3.3.3 Weigh to eat
3.3.4 Eating smart, eating for me
3.3.5 The Body Logic Program
3.3.6 Everybody’s different
3.3.7 Every body is a somebody
3.4 Der Einsatz von OecotrophologInnen bei primärpräventiven Maßnahmen
4 DISKUSSION
4.1 Betrachtung der Wirksamkeit und Methodik der primärpräventiven Maßnahmen
4.2 Die Rolle der Oecotrophologie in der Präventionsarbeit
5 SCHLUSSFOLGERUNG
Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz und Wirksamkeit von primärpräventiven Maßnahmen bei Bulimia nervosa sowie das Potenzial des Berufsfeldes Oecotrophologie in diesem präventiven Kontext. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine gezielte Präventionsarbeit die Entstehung dieser multifaktoriell bedingten Essstörung verhindert oder reduziert werden kann und welche spezifische Rolle Ernährungsfachkräfte dabei einnehmen können.
2.1 Merkmale und Symptome
Das Wort Bulimia stammt aus dem Griechischen und bedeutet Ochsenhunger (PUDEL & WESTENHÖFER, 2003, S. 232). Diese Bezeichnung spiegelt eines der Hauptmerkmale sehr gut wider. Bulimia nervosa (nachfolgend BN genannt) ist durch ständig wiederkehrende Essanfälle gekennzeichnet, bei denen in kurzer Zeit große Mengen an Lebensmitteln verschlungen werden. Dabei handelt es sich meist um hochkalorische und leicht essbare Lebensmittel (BIEDERT, 2008, S. 30). Während des Fressanfalls kommt das Gefühl des Kontrollverlustes auf (ebd.). Um einer Gewichtszunahme entgegenzusteuern, setzen Bulimikerinnen verschiedene kompensatorische Maßnahmen ein. Häufig kommt es im Anschluss an die Fressattacken zu selbstinduziertem Erbrechen, längeren Fastenperioden, exzessivem Sporttreiben oder zur Einnahme von Laxantien und Diuretika (RUSSELL, 1989, S.17f). Außerhalb der Fressattacken sind die Erkrankten meist durch ein gezügeltes Essverhalten und durch eine sehr fett- und kalorienarme Ernährung gekennzeichnet (PUDEL & WESTENHÖFER, 2003, S. 232). Auch die ständige Beschäftigung mit dem Gedanken an Essen, Figur und Gewicht ist eine Auffälligkeit bei der BN. Das Selbstbewusstsein und die Stimmung hängen dabei stark mit dem Gewicht und der Figur zusammen (BRYANT-WAUGH & LASK, 2008, S.28). Das Gewicht liegt dabei in den meisten Fällen im Bereich des Normalgewichtes (LEGENBAUER & VOCKS, 2006, S. 20). Trotz des Normalgewichtes empfinden sich die Betroffenen als zu dick. Es liegt eine Körperschemastörung vor (SALBACH-ANDRAE et al., 2003, S. 27). Oft ist bei Bulimikerinnen auch eine Neigung zu riskantem Verhalten wie ungeschütztem Sex, Alkohol- oder Drogenkonsum zu beobachten (BRYANT-WAUGH & LASK, 2008).
1 EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Bulimia nervosa als gesellschaftlich tabuisiertes Krankheitsbild und Darlegung der Zielsetzung, das Berufsfeld der Oecotrophologie in der Prävention zu bewerten.
2 BULIMIA NERVOSA: Detaillierte Beschreibung des Krankheitsbildes, der epidemiologischen Daten sowie der multifaktoriellen Entstehungsfaktoren und langfristigen gesundheitlichen Folgen.
3 PRÄVENTION VON BULIMIA NERVOSA: Umfassender Überblick über nationale und internationale Präventionsprogramme unter Berücksichtigung von deren Inhalten, Zielgruppen und nachgewiesener Wirksamkeit.
4 DISKUSSION: Kritische Reflexion der Wirksamkeit der untersuchten Präventionsmaßnahmen und Analyse der Einsatzmöglichkeiten von OecotrophologInnen in diesem Berufsfeld.
5 SCHLUSSFOLGERUNG: Zusammenfassende Bewertung des Forschungsbedarfs und des Potenzials der Oecotrophologie als integraler Bestandteil präventiver und ernährungstherapeutischer Ansätze.
Bulimia nervosa, Primärprävention, Oecotrophologie, Essstörungen, Risikofaktoren, Körperbild, Ernährungstherapie, Präventionsprogramme, Jugendlichen-Gesundheit, Selbstwertgefühl, psychische Gesundheit, Ernährungsberatung.
Die Bachelorarbeit untersucht die Möglichkeiten der Primärprävention bei Bulimia nervosa und hinterfragt, inwieweit das Berufsfeld der Oecotrophologie hierbei eine aktive Rolle spielen kann.
Die Arbeit deckt die klinischen Merkmale der Bulimia nervosa, epidemiologische Hintergründe, die verschiedenen Erklärungsmodelle zur Entstehung sowie eine breite Palette an bestehenden Präventionsprogrammen für Kinder und Jugendliche ab.
Das Ziel ist es, zu klären, wie effektiv bisherige Präventionsmaßnahmen sind und ob OecotrophologInnen aufgrund ihrer Ausbildung qualifiziert und geeignet sind, primärpräventiv gegen Essstörungen vorzugehen.
Die methodische Vorgehensweise basiert auf einer umfangreichen Literaturrecherche und einer systematischen Gegenüberstellung bestehender nationaler und internationaler Präventionsprojekte.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Aufarbeitung des Störungsbildes und eine detaillierte Auflistung und Evaluation zahlreicher Schulprogramme in Deutschland und dem Ausland.
Kernbegriffe sind primärpräventive Maßnahmen, Essstörungsprävention, Rolle der Oecotrophologie, Bulimia nervosa und ernährungspsychologische Kompetenzen.
Derzeit sind OecotrophologInnen in der Primärprävention von Essstörungen nur vereinzelt tätig. Ihr Haupteinsatzgebiet findet sich weiterhin in der Ernährungsberatung sowie der Sekundär- und Tertiärprävention in Kliniken.
Um nachhaltige Verhaltensänderungen bei Schülern zu bewirken, plädiert die Arbeit für eine feste Integration präventiver Lektionen in den regulären Lehrplan statt kurzfristiger Einzelprojekte.
Die Einbeziehung der Eltern wird als wichtig, aber sensibel bewertet, da eine zu starke Überwachung des kindlichen Essverhaltens das Risiko für Störungen eher erhöhen als senken könnte.
„Torera“ zeichnet sich durch seine koedukative Ausrichtung aus und integriert eine Lektion („Todeshungrig“), in der die Problematik eines bulimischen Mädchens durch ein Musiktheaterstück greifbar gemacht wird.
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