Bachelorarbeit, 2026
157 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Grundlagen der Ernährung und Ernährungsumstellung
2.1 Ernährung und Ernährungsgewohnheiten
2.2 Definitionen von Ernährungsformen
2.3 Barrieren bei der Ernährungsumstellung
2.3.1 Individuelle Barrieren
2.3.2 Umgebungsbezogene Barrieren
2.3.3 Soziale Barrieren
2.4 Theoretische Modelle des Gesundheitsverhaltens
2.4.1 Die Theorie der Schutzmotivation
2.4.2 Die sozial-kognitive Theorie
3 Persönlichkeit und Ernährung
3.1 Das Big-Five-Modell der Persönlichkeit
3.1.1. Definition und theoretische Grundlagen der Persönlichkeit
3.1.2 Beschreibung der fünf Dimensionen und ihrer Facetten
3.1.3 Stabilität, Entwicklung und Geschlechtsunterschiede
3.1.4 Methodische Aspekte und Kritik
3.2 Zusammenhänge zwischen den Big Five und der Ernährung
3.2.1 Gewissenhaftigkeit
3.2.2 Neurotizismus
3.2.3 Verträglichkeit
3.2.4 Offenheit für Erfahrungen
3.2.5 Extraversion
4 Forschungsstand und Hypothesen
4.1 Kritische Einordnung der bisherigen Forschung
4.1.1 Kritische Beurteilung der empirischen Befunde zu Barrieren
4.1.2 Kritische Beurteilung der empirischen Befunde zu Persönlichkeit und Ernährung
4.1.3 Unterschiede bei den Ernährungsformen
4.1.4 Unterschiede nach soziodemografischen Merkmalen
4.2 Herleitung der Hypothesen
4.2.1 Hypothesen zur Gewissenhaftigkeit
4.2.2 Hypothese zum Neurotizismus
4.2.3 Hypothese zur Verträglichkeit
4.2.4 Hypothesen zur Offenheit für Erfahrungen
4.2.5 Hypothese zur Extraversion
4.2.6 Hypothese zu Zusammenhängen zwischen Persönlichkeit und wahrgenommenen Barrieren
5 Methodik
5.1 Studiendesign, Datenerhebung und ethische Aspekte
5.2 Stichprobe
5.3 Ablauf und Messinstrumente
5.4 Datenaufbereitung und Analyse
6 Ergebnisse
6.1 Beschreibung der Stichprobe
6.2 Deskriptive Statistik der zentralen Variablen
6.3 Prüfung der Hypothesen
6.3.1 Gewissenhaftigkeit
6.3.2 Neurotizismus
6.3.3 Verträglichkeit
6.3.4 Offenheit für Erfahrungen
6.3.5 Extraversion
6.3.6 Zusammenhänge zwischen Persönlichkeit und wahrgenommenen Barrieren
6.4 Zusatzanalysen
6.4.1 Item-spezifische Zusatzanalysen
6.4.2 Gruppenvergleiche
6.4.3 Multiple Regressionen
6.4.4 Qualitative Analyse
7 Diskussion
7.1 Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse
7.2 Interpretation der Ergebnisse im Kontext bisheriger Forschung
7.2.1 Gewissenhaftigkeit
7.2.2 Neurotizismus
7.2.3 Verträglichkeit
7.2.4 Offenheit für Erfahrungen
7.2.5 Extraversion
7.2.6 Einordnung der Ergebnisse in theoretische Modelle des Gesundheitsverhaltens
7.2.8 Qualitative Analyse zusätzlicher Hindernisse bei Ernährungsänderungen
7.3 Methodische Reflexion und Bewertung nach Gütekriterien
8 Ausblick
8.1 Praktische Implikationen
8.2 Handlungsempfehlungen
8.3 Empfehlungen für zukünftige Forschung
8.4 Abschließendes Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Persönlichkeitsmerkmalen (Big Five) und den Hindernissen, die Menschen bei einer freiwilligen Umstellung ihrer Ernährungsgewohnheiten wahrnehmen. Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, ob bestimmte Persönlichkeitsausprägungen mit spezifischen Barrieren korrelieren und wie sich diese auf den Umsetzungserfolg auswirken.
2.1 Ernährung und Ernährungsgewohnheiten
Unter Ernährung versteht man alle Prozesse der Gewinnung, Verarbeitung und Aufnahme von Substanzen, die dem menschlichen Körper zur Entwicklung und Erhaltung seiner Funktionen dienen (Prahl & Setzwein, 1999, S. 8). Ernährungsgewohnheiten beschreiben wiederholte Entscheidungen darüber, was, wann, wie viel und wo Menschen essen (Mahmood et al., 2021; zit. nach Tsartsapakis & Zafeiroudi, 2024, S. 12; Nicholls et al., 2016; zit. nach AlBlooshi et al., 2025, S. 2) und werden sowohl durch physiologische (Hunger, Sättigung) als auch psychologische Faktoren (Wissen, Motivation, Persönlichkeit, Selbstregulierung) beeinflusst (Tsartsapakis & Zafeiroudi, 2024, S. 12). Im Fokus dieser Arbeit steht der Einfluss der Persönlichkeit.
Eine einheitliche wissenschaftliche Definition einer „gesunden Ernährung“ existiert nicht. Üblicherweise werden Obst, Gemüse, Ballaststoffe sowie eine ausgewogene Zufuhr von Makro- (Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate) und Mikronährstoffen (Vitamine, Mineralstoffe) betont (Tsartsapakis & Zafeiroudi, 2024, S. 12; Washington State University, o. D.; zit. nach Spadine & Patterson, 2022, S. 369). Ernährungsempfehlungen sind variabel und ihre Umsetzung für viele Menschen oft herausfordernd. Fachgesellschaften passen ihre Empfehlungen regelmäßig an, was die Orientierung zusätzlich erschwert (Pietrowsky, 2022, S. 364). Essverhalten gilt als relativ stabil: Nahrungspräferenzen entstehen durch wiederholte Erfahrungen mit bestimmten Speisen. Dabei wirkt der „mere exposure effect“ - je häufiger Menschen bestimmte Lebensmittel konsumieren, desto eher entwickeln sie eine Vorliebe dafür. Häufig wiederholtes Verhalten kann so zur Habitualisierung und Gewohnheitsbildung führen (Pudel & Westenhöfer, 1991, S. 29–30).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die globale Zunahme von Übergewicht und Adipositas sowie die Diskrepanz zwischen Wissen und tatsächlichem Essverhalten, wobei das Ziel der Arbeit, Persönlichkeit als Einflussfaktor auf Barrieren zu untersuchen, definiert wird.
2 Grundlagen der Ernährung und Ernährungsumstellung: Dieses Kapitel liefert theoretische Grundlagen zu Ernährung, Ernährungsformen sowie Barrieren und stellt psychologische Modelle des Gesundheitsverhaltens vor.
3 Persönlichkeit und Ernährung: Hier wird das Big-Five-Modell der Persönlichkeit erläutert und der aktuelle Kenntnisstand zu den Zusammenhängen der fünf Dimensionen mit Ernährungsverhalten dargelegt.
4 Forschungsstand und Hypothesen: Das Kapitel kritisiert die bisherige Forschungslage und leitet basierend darauf die sechs Hypothesen der Arbeit zu den Big-Five-Merkmalen ab.
5 Methodik: Hier wird das quantitative Studiendesign beschrieben, inklusive der Stichprobenerhebung, der Messinstrumente (BFI-2-S, BHES) und der analytischen Auswertungsstrategie.
6 Ergebnisse: Dieser Abschnitt präsentiert die deskriptive Statistik der Stichprobe sowie die empirische Prüfung der aufgestellten Hypothesen mittels Korrelations- und Regressionsanalysen.
7 Diskussion: Die Diskussion interpretiert die Ergebnisse im Kontext der theoretischen Literatur, reflektiert die methodischen Gütekriterien und ordnet die Befunde in Gesundheitsmodelle ein.
8 Ausblick: Der abschließende Teil leitet praktische Handlungsempfehlungen für die Ernährungstherapie ab und gibt Empfehlungen für zukünftige Forschungsansätze.
Persönlichkeit, Big Five, Ernährungsumstellung, Ernährungsverhalten, Barrieren, Gesundheitsverhalten, Selbstregulation, Gewissenhaftigkeit, Neurotizismus, Online-Befragung, Ernährungsgewohnheiten, Umsetzungserfolg, Barrierenskalierung.
Die Arbeit befasst sich mit den persönlichen Hindernissen, die Menschen bei der freiwilligen Umstellung ihrer Ernährungsgewohnheiten erleben, und analysiert, wie diese mit individuellen Persönlichkeitsmerkmalen verknüpft sind.
Zentrale Themen sind die psychologischen Barrieren (Individuelle, umgebungsbezogene und soziale Faktoren), das Big-Five-Modell der Persönlichkeit und deren Einfluss auf den Erfolg von Ernährungsänderungen.
Das Hauptziel besteht darin, die Forschungsfrage zu beantworten, welche spezifischen Hindernisse bei Ernährungsumstellungen wahrgenommen werden und inwieweit die Big-Five-Persönlichkeitsmerkmale diese wahrgenommenen Barrieren und den Erfolg der Umsetzung vorhersagen können.
Es wurde eine quantitative, querschnittliche Online-Befragung durchgeführt, bei der 199 Erwachsene zu ihrer Persönlichkeit und ihren Barrieren bei Ernährungsänderungen befragt wurden. Ergänzt wurde dies durch eine qualitative Auswertung offener Fragen.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen (Ernährung, Barrieren, Gesundheitsmodelle, Big-Five), den aktuellen Forschungsstand, die Ableitung der Hypothesen sowie die detaillierte methodische Vorgehensweise und die empirischen Ergebnisse.
Die wichtigsten Begriffe sind Persönlichkeit, Big Five, Ernährungsumstellung, Ernährungsverhalten, Barrieren, Gesundheitsverhalten, Selbstregulation und Erfolg der Umsetzung.
Gewissenhaftigkeit erweist sich in der Arbeit als zentraler Schutzfaktor: Personen mit hohen Werten in dieser Dimension berichten über weniger Barrieren in Bezug auf Selbstkontrolle und Organisation und setzen Ernährungsänderungen erfolgreicher um.
Neurotizismus fungiert als Risikofaktor, da hoch neurotische Personen signifikant häufiger emotionale und motivationale Barrieren wahrnehmen, was die Integration neuer Ernährungsgewohnheiten in den Alltag erschwert.
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