Bachelorarbeit, 2026
53 Seiten, Note: 1,00
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Aufbau und Methodik
2 Leasingverhältnisse nach IFRS 16
2.1 Beweggründe für die Implementierung
2.2 Definition eines Leasingverhältnisses nach IFRS 16
2.2.1 Identifizierter Vermögenswert
2.2.2 Kontrollrechte
2.3 Anwendungserleichterungen
2.3.1 Kurzfristige Leasingverhältnisse
2.3.2 Geringwertige Leasingverhältnisse
2.3.3 Portfolio-Ansatz
2.3.4 Abgrenzung von Leasing- und Nichtleasingkomponenten
2.4 Anwendungsbereich
3 Bilanzierung beim Leasingnehmer
3.1 Erst- und Folgebewertung
3.1.1 Leasingverbindlichkeit
3.1.2 Nutzungsrecht
3.2 Neubewertung
3.3 Ausweis von Leasingverhältnissen
3.4 Anhangangaben
3.5 Übergangsvorschriften
4 Auswirkungen
4.1 Auswirkungen auf die GuV und Kapitalflussrechnung
4.2 Auswirkungen auf Kennzahlen
4.3 Auswirkungen auf die Transparenz und Vergleichbarkeit
5 Branchenanalyse
5.1 Analyse der Luftfahrtbranche
5.1.1 Lufthansa Group
5.1.2 easyJet plc
5.1.3 International Airlines Group
5.2 Analyse des Einzelhandels
5.2.1 Carrefour Group
5.2.2 Tesco plc
5.2.3 Ceconomy AG
5.3 Analyse der Logistikbranche
5.3.1 Deutsche Post DHL Group
5.3.2 Kuehne+Nagel Group
5.3.3 A.P. Moller-Maersk A/S
5.4 Analyse der Telekommunikationsbranche
5.4.1 Deutsche Telekom AG
5.4.2 Telefónica Group
5.4.3 Vodafone Group plc
5.5 Branchenbezogener Vergleich
5.5.1 Zusammenfassung der Luftfahrtbranche
5.5.2 Zusammenfassung des Einzelhandels
5.5.3 Zusammenfassung der Logistikbranche
5.5.4 Zusammenfassung der Telekommunikationsbranche
5.6 Branchenübergreifender Vergleich
6 Diskussion
7 Fazit
Die vorliegende Arbeit analysiert die Auswirkungen des Leasingstandards IFRS 16 auf die Bilanz-, Finanz- und Ertragskennzahlen sowie die Transparenz und Vergleichbarkeit der Jahresabschlüsse in leasingintensiven Branchen. Die zentrale Forschungsfrage lautet, welche Auswirkungen die Implementierung des Standards auf ausgewählte Kennzahlen sowie auf die Finanzberichterstattung hat.
1 Einleitung
Leasing stellt für viele Unternehmen eine wichtige Form der Finanzierung dar. Eine große Herausforderung bei der Leasingfinanzierung liegt in der bilanziellen Erfassung bzw. Kapitalisierung (Lau 2023, 464). Bis zum 31. Dezember 2018 galt der Leasingstandard IAS 17. Dabei könnte der Leasingnehmer zwischen Finanzierungsleasing, das vollständig in die Bilanz erfasst wird und Operating-Leasing, das außerhalb der Bilanz bleibt, wählen (Özturk und Sercemeli 2016, 143ff.).
Operating Leasing führte dazu, dass die Leasingverhältnisse nicht in der Bilanz ausgewiesen wurden, was die Transparenz und Vergleichbarkeit der Jahresabschlüsse deutlich einschränkte. Laut dem damaligen IASB-Vorsitzenden Hans Hoogervorst (2016) hatten börsennotierte Unternehmen Leasingverpflichtungen im Wert von 3,3 Billionen US-Dollar, wovon mehr als 85% dieser Leasingverhältnisse als Operating-Leasing klassifiziert waren und nicht in der Bilanz erschienen.
Die Hauptproblematik des Standards IAS 17 lag somit nicht nur in der Klassifizierung zwischen Operating-Leasing und Finanzierungsleasing, sondern insbesondere in den Auswirkungen auf die Transparenz und Vergleichbarkeit von Jahresabschlüssen und Kennzahlen (Lopes und Penela 2024, 2). Empirische Untersuchungen zeigen, dass Unternehmen vermehrt Operating-Leasing wählten, auch in Fällen, die einem Finanzierungsleasing entsprachen, um die Darstellung ihrer Jahresabschlüsse und Vergütungen zu beeinflussen (Lau 2023, 467).
Um ein transparenteres Bild der Jahresabschlüsse zu vermitteln, wurde im Jänner 2016 der neue Leasingstandard IFRS 16 genehmigt. Dieser ist seit dem 1. Jänner 2019 verpflichtend anzuwenden. Der neue Leasingstandard führt sämtliche Nutzungsrechte in die Bilanz und folgt dem sogenannten “Right-of-Use-Approach“. Es handelt sich somit um eine On-Balance-Methode und die Klassifizierung zwischen einem Operating-Leasing und Finanzierungsleasings entfällt (Stancheva-Todorova und Velinova-Sokolova 2019, 46).
1 Einleitung: Einführung in die Problematik der Off-Balance-Bilanzierung unter IAS 17 und die Motivation für den Übergang zu IFRS 16 zur Steigerung der Transparenz.
2 Leasingverhältnisse nach IFRS 16: Erläuterung des neuen Standards, der Definition von Leasingverhältnissen sowie der Anwendungserleichterungen für Leasingnehmer.
3 Bilanzierung beim Leasingnehmer: Darstellung der methodischen Vorgehensweise bei der Erst- und Folgebewertung sowie des Ausweises von Nutzungsrechten und Leasingverbindlichkeiten.
4 Auswirkungen: Analyse der quantitativen Effekte der Kapitalisierung auf die GuV, die Kapitalflussrechnung und zentrale Finanzkennzahlen.
5 Branchenanalyse: Empirische Untersuchung der Auswirkungen von IFRS 16 in vier spezifischen Branchen (Luftfahrt, Einzelhandel, Logistik, Telekommunikation) anhand ausgewählter Unternehmen.
6 Diskussion: Interpretation der Ergebnisse im Hinblick auf die aufgestellten Annahmen zur Bilanzverlängerung, EBITDA-Steigerung und Kapitalumschlagshäufigkeit.
7 Fazit: Zusammenfassende Bewertung, wie IFRS 16 die Transparenz und Vergleichbarkeit durch den neuen Leasingansatz beeinflusst hat.
IFRS 16, Leasingbilanzierung, Leasingnehmer, Operating Leasing, Finanzierungsleasing, Bilanzierung, Right-of-Use-Approach, Transparenz, Vergleichbarkeit, Finanzkennzahlen, EBITDA, Kapitalumschlagshäufigkeit, Leasingintensität, Branchenanalyse, Jahresabschluss.
Die Arbeit untersucht den Übergang vom alten Leasingstandard IAS 17 zum neuen Standard IFRS 16 und dessen Auswirkungen auf die Finanzberichterstattung von Unternehmen in leasingintensiven Branchen.
Die Analyse konzentriert sich auf die Luftfahrtbranche, den Einzelhandel, die Logistikbranche und die Telekommunikationsbranche, da diese aufgrund ihrer Geschäftsmodelle besonders stark von Leasingaktivitäten geprägt sind.
Das Ziel ist es zu analysieren, wie die verpflichtende On-Balance-Bilanzierung von Leasingverhältnissen die Bilanz-, Ertrags- und Finanzkennzahlen verändert und inwiefern dies zu einer besseren Vergleichbarkeit der Unternehmen führt.
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Auseinandersetzung mit dem Standard IFRS 16 mit einem empirischen Teil, in dem Jahresabschlüsse ausgewählter Unternehmen vor und nach der Umstellung vergleichend analysiert werden.
Neben den theoretischen Bilanzierungsgrundsätzen wird eine detaillierte Branchenanalyse durchgeführt, bei der spezifische Kennzahlen (wie Verschuldungsgrad, EBITDA, Anlagenintensität) von Unternehmen wie Lufthansa, Tesco oder der Deutschen Post DHL Group untersucht werden.
Die zentralen Begriffe sind IFRS 16, Leasingbilanzierung, Transparenz, Vergleichbarkeit, Kennzahlenanalyse, Right-of-Use-Approach und Kapitalumschlagshäufigkeit.
Dies ist primär auf die Bilanzverlängerung zurückzuführen: Da das Gesamtvermögen durch die Aktivierung der Nutzungsrechte ansteigt, der Umsatz jedoch unverändert bleibt, verschlechtert sich das Verhältnis mathematisch, was jedoch gleichzeitig ein Ausdruck für die nun vollständigere Abbildung der Vermögensbasis ist.
Die Leasingintensität ist der entscheidende Faktor für die Stärke der Auswirkungen; Unternehmen mit einem sehr hohen Leasinganteil (wie Ceconomy AG oder IAG) zeigen deutlich stärkere Veränderungen in ihrer Bilanzsumme und ihren Kennzahlen als Unternehmen, die weniger stark auf Leasing zur Finanzierung angewiesen sind.
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