Masterarbeit, 2026
78 Seiten, Note: 2,0
1) Einleitung
2) Bridget Riley
2.1) Biografie
2.2) Entwicklung zum Arbeitsprozess
2.3) Arbeit im Atelier
2.4) Zwischenfazit
3) Historische Voraussetzungen
3.1) Von da Vinci bis Rubens
3.1.1) Atelierarbeit
3.1.2) Druck
3.2) Der Wandel des Ateliers
3.2.1) C. D. Friedrich bis Warhol
3.2.2) Druck
3.3) Op-Art
3.3.1) Anfang und Entwicklung
3.3.2) Druck
3.4) Zwischenfazit
4) Zur Einordnung Rileys
4.1) Malerei als Prozess
4.2) Malerei als Position
4.3) Zwischenfazit
5) Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung des manuellen künstlerischen Prozesses im Werk von Bridget Riley. Das primäre Ziel ist es, den spezifischen Werkprozess der Künstlerin aufzuzeigen und dabei zu klären, inwiefern dieser zur bewussten Auseinandersetzung mit künstlerischen Traditionen beiträgt und eine klare Distanzierung zu rein druckgrafischen Produktionsformen markiert.
2.1) Biografie
Bridget Louise Riley wurde am 24. April 1931 in London geboren. Hier lebte sie zunächst mit ihrer Familie, verbrachte jedoch einen Teil ihrer Kindheit in Cornwall, hierher zog sie für die Dauer des zweiten Weltkrieges (1939-45) mit ihrer Mutter, Tante und jüngeren Schwester. Nach der Kriegserklärung an Deutschland am 3. September 1939 meldete sich Jack freiwillig zum aktiven Dienst. Während seines Einsatzes wurde er als Kriegsgefangener bei dem Bau der Eisenbahnstrecke in Siam eingesetzt. Während dieser Zeit bekam die Familie nur selten Lebenszeichen des Vaters. Nach einer Weile erhielten sie eine Vermisstenerklärung für Jack, woraufhin er später als tot gehalten wurde. Im Herbst 1944 bekam die Familie jedoch eine Postkarte mit einer Mitteilung des Roten Kreuzes und der Meldung, dass Jack lebte, in japanischer Gefangenschaft war und in einem Kriegsgefangenenlager gehalten wurde. Nach seiner Inhaftierung sollte er nach Thailand zum Eisenbahnbau gebracht werden. In Cornwall lebten die Frauen in einem Landhaus und verbrachten viel Zeit in der Natur. Schon zu dieser Zeit wollte Bridget immer malen, sie hatte eine starke Fantasie und Freude an visuellen Erfahrungen, wie sie mehrfach in ihren Schriften beschreibt. So beschreibt sie auch, dass ihre Kindheit in Cornwall eine Quelle spiritueller Nahrung war. Durch die Kapitulation Japans, nach dem Atombombenabwurf auf Hiroshima und Nagasaki, war Jacks Rückkehr gesichert, wann er jedoch genau nach England zurückkehrte ist nicht bekannt. Nachdem Jack aus dem Krieg heimkehrte verließ die Familie Cornwall, musste sich jedoch an einen stark veränderten Menschen gewöhnen, der, wie so viele Soldaten, traumatisiert aus dem Krieg wiederkehrte. Bridget zog sich immer weiter zurück und flüchtete sich in die Malerei.
1) Einleitung: Diese Einleitung führt in die zentrale Fragestellung ein, welche Rolle der Herstellungsprozess und die künstlerische Methode für das Verständnis von Bridget Rileys Werk spielen.
2) Bridget Riley: Das Kapitel beleuchtet den biografischen Hintergrund der Künstlerin, ihre Ausbildung und die daraus resultierende methodische Arbeitsweise im Atelier.
3) Historische Voraussetzungen: Hier wird der historische Kontext von Ateliers und Drucktechniken vom Renaissance-Meisterbetrieb bis zur modernen industriellen Produktion analysiert.
4) Zur Einordnung Rileys: Dieser Abschnitt führt die Erkenntnisse zusammen und definiert Rileys Malerei als einen prozessorientierten und dezidiert handwerklichen Gegenentwurf zur zeitgenössischen Druckgrafik.
5) Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass Rileys Schaffen auf einer reflektierten Auseinandersetzung mit Traditionen beruht, um eine eigene, authentische Bildsprache zu entwickeln.
Bridget Riley, Op-Art, Malerei, künstlerischer Prozess, Atelierarbeit, Handwerk, Druckgrafik, Kunstgeschichte, Renaissance, Ausbildung, Wahrnehmung, Abstraktion, Farbtheorie, Tradition, visuelle Erfahrung.
Die Arbeit untersucht den manuellen Schaffensprozess von Bridget Riley und wie dieser ihre künstlerische Identität und Einordnung in den Kunstbetrieb prägt.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Wechselwirkung zwischen traditionellen Lehrmethoden der Renaissance, der Bedeutung der Naturbeobachtung und dem bewussten Einsatz des handwerklichen Malprozesses gegenüber maschinellen Verfahren.
Die Forschungsfrage lautet, wie Rileys spezifischer Werkprozess dazu beiträgt, sich kritisch mit künstlerischer Tradition auseinanderzusetzen und eine klare Distanz zur druckgrafischen Kunstproduktion zu wahren.
Es handelt sich um eine kunsthistorische Untersuchung, die biografische Daten, Schriften der Künstlerin sowie kunsthistorische Vergleiche mit Künstlern der Renaissance und der Moderne heranzieht.
Der Hauptteil analysiert die historischen Voraussetzungen (Atelier und Druck) und ordnet Riley durch den Vergleich ihrer Arbeitsweise mit historischen Vorbildern und zeitgenössischen Kollegen theoretisch ein.
Die wichtigsten Begriffe sind Bridget Riley, Op-Art, Malerei, künstlerischer Prozess, Handwerk, Tradition und Atelierpraxis.
Während Warhol industrielle Reproduktionsmethoden wie den Siebdruck nutzte, um das "Original" zu entwerten und eine maschinelle Distanz zu erzeugen, beharrt Riley auf der händischen Ausführung, um Präzision und ihre persönliche Handschrift in den künstlerischen Entscheidungen zu wahren.
Riley versteht ihre Assistenten nicht als Delegierte zur Arbeitsentlastung, sondern als Teil einer Werkstattpraxis, die es ihr ermöglicht, den Fokus auf die entscheidenden gestalterischen Vorbereitungen und die präzise Farbkombination zu legen.
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