Bachelorarbeit, 2010
46 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Die Forschungsfragen
3. Kurze Geschichte der Telefonie
3.1. Ausgangspunkt: Die Zeit vor 1876
3.2. Eine Idee- viele Erfinder
3.2.1 Philipp Reis
3.2.2. Alexander Graham Bell
3.2.3. Schlussfolgerung: Zwei Forscher- differente Motive
4. Drei kulturelle Konzepte von Telefonie
4.1. Das Transportkonzept
4.2. Das Radiokonzept
4.3. Das Verständigungskonzept
5. Der globale Siegeszug der Telefonie: Ein Zwei-Länder-Vergleich
5.1. Die Ausgangssituation
5.1.1. In Deutschland
5.1.2. In Amerika
5.2. Die technische Entwicklung
5.2.1. In Deutschland
5.2.2. In Amerika
5.3. Forcierende und hemmende Faktoren
5.3.1. Hemmende Faktoren in Deutschland
5.3.2. Forcierende Faktoren in Deutschland
5.3.3. Hemmende Faktoren in Amerika
5.3.3. Forcierende Faktoren in Amerika
5.4. Erste Nutzungsformen und –gruppen
5.4.1. In Deutschland
5.4.2. In Amerika
6. Schlusszusammenfassung und Zukunftsausblick
Die Arbeit untersucht die technokulturellen Entwicklungslinien des Telefons vom Zeitpunkt seiner Erfindung bis in die 1980er Jahre anhand eines Vergleichs zwischen Deutschland und den USA, um die soziokulturellen und ökonomischen Faktoren für die unterschiedlichen Diffusionsgeschwindigkeiten zu identifizieren.
3.2. Eine Idee- viele Erfinder
Beim genaueren Durchsehen der wissenschaftlichen Primärliteratur fällt dem/r aufmerk samen LeserIn sofort ein nationaler Dualismus auf: Deutsche Wissenschaftler stützten sich primär auf den, in Gelnhausen geborenen, Lehrer Philipp Reis als Erfinder der Te lefonie, im anglo-amerikanischen Raum jedoch findet Reis so gut wie keine Erwäh nung. Dort ist der in die USA emigrierte Schotte Alexander Graham Bell in die Annalen eingegangen. Obwohl beide als Pioniere des Telefons gelten, scheinen hier Motive wie Patriotismus oder Nationalstolz die Oberhand zu gewinnen. Schon Klaus Beyrer stellte folgerichtig fest: „An der Frage, wem das Anrecht des Ersten gebühre, scheiden sich die Geister seit den Kindertagen der Telefonie.“ (2000: 57). Genau wie bei der Telegrafie, ist die Erfindung des Telefons nicht das Machwerk eines einzelnen Mannes, sondern das Ergebnis verschiedener Wissenschaftler. Lässt man den nationalen Konkurrenz kampf außen vor, wird bei tieferem Eindringen in die Materie klar, dass die Frage nicht so leicht beantwortet werden kann. Daher soll zum Einstieg kurz das Leben und Wirken beider Wissenschaftler beleuchtet werden.
1. Einleitung: Einführung in die historische Bedeutung des Telefons als Kommunikationsrevolution und Darstellung der wissenschaftlichen Fragestellung.
2. Die Forschungsfragen: Formulierung der zentralen Untersuchungspunkte hinsichtlich der Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Telefonentwicklung in Deutschland und Amerika.
3. Kurze Geschichte der Telefonie: Überblick über die Erfindung des Telefons und Gegenüberstellung der Biografien von Philipp Reis und Alexander Graham Bell.
4. Drei kulturelle Konzepte von Telefonie: Definition und Erläuterung der Konzepte Transport, Radio und Verständigung als Phasen der soziokulturellen Aneignung.
5. Der globale Siegeszug der Telefonie: Ein Zwei-Länder-Vergleich: Detaillierte komparative Analyse der Ausgangssituationen, technischen Entwicklungen, Einflussfaktoren und frühen Nutzungsformen in beiden Ländern.
6. Schlusszusammenfassung und Zukunftsausblick: Synthese der Ergebnisse und Einordnung der Bedeutung soziokultureller Kontexte für die Evolution von Medientechnologien.
Telefonie, Philipp Reis, Alexander Graham Bell, Deutschland, Amerika, Ländervergleich, Kommunikationswissenschaft, Technikgeschichte, Transportkonzept, Radiokonzept, Verständigungskonzept, Diffusion, Soziokulturelle Faktoren, Innovation, Netzwerkausbau
Die Bakkalaureatsarbeit untersucht die technokulturelle Entwicklung des Telefons als interaktive Kommunikationsinfrastruktur und analysiert die Gründe für die unterschiedliche Verbreitungsgeschwindigkeit in Deutschland und den USA.
Die Arbeit fokussiert auf die Geschichte der Erfindung, die Einordnung in kulturelle Nutzungskonzepte sowie einen Ländervergleich basierend auf staatlich-ökonomischen und soziokulturellen Einflussfaktoren.
Die zentrale Frage lautet, welche Faktoren dafür verantwortlich waren, dass sich das Telefon in den USA wesentlich schneller verbreitet hat als in Deutschland.
Es wird eine komparative Analyse angewandt, die einschlägige Fachliteratur aus verschiedenen Kulturkreisen auswertet, um technokulturelle Entwicklungsströme zu rekonstruieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Einordnung der Erfinder, die Analyse der Nutzungskonzepte (Transport-, Radio- und Verständigungskonzept) und den systematischen Ländervergleich anhand von Kategorien wie Ausgangssituation und forcierende/hemmende Faktoren.
Die wichtigsten Begriffe sind Telefonie, Ländervergleich, Diffusionsgeschwindigkeit, soziokulturelle Aneignung und das Wirken von Pionieren wie Reis und Bell.
Reis dient als Beispiel für eine technologische Erfindung, die zwar funktionsfähig war, aber mangels eines erkanntes kulturellen Nutzens und aufgrund ungünstigerer Rahmenbedingungen nicht den kommerziellen Erfolg wie bei Bell erzielen konnte.
Sie gilt als international einzigartiges Phänomen, durch das in den USA eigenständig Telefonnetze erschlossen wurden, was die Akzeptanz und Verbreitung der Technologie massiv beschleunigte.
Aufgrund des staatlichen Monopols und der restriktiven Strategie, das Telefon als Konkurrenz zur Briefpost zu sehen, wurde der Ausbau der Netze in Deutschland lange Zeit bewusst gebremst.
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