Masterarbeit, 2026
239 Seiten, Note: 1,3
Das Phänomen der Clankriminalität steht zunehmend im Fokus öffentlicher und politischer Debatten und stellt damit ein relevantes Feld soziologischer Forschung dar. Es eröffnet Einblicke in die soziale Konstruktion von Wirklichkeit, die Reproduktion sozialer Ungleichheit sowie die Entstehung moralischer Paniken. Zugleich zeigt sich, wie stark mediale Darstellungen das öffentliche Sicherheitsgefühl und politische Reaktionen beeinflussen können.
Vor diesem Hintergrund untersucht die vorliegende Arbeit, inwiefern sich die mediale Konstruktion und die polizeilich-kriminologische Erfassung von Clankriminalität unterscheiden und welche Auswirkungen diese Differenzen auf öffentliche Wahrnehmung und politischen Diskurs haben.
Methodisch basiert die Studie auf einer vergleichenden qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring. Im Rahmen einer Datentriangulation werden zwei unterschiedliche Materialkorpora – polizeiliche Lagebilder und Filmdokumentationen – systematisch gegenübergestellt. Ziel ist es, Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den jeweiligen Deutungsmustern herauszuarbeiten.
Die Ergebnisse zeigen, dass mediale und polizeiliche Perspektiven sich gegenseitig in problemorientierten und emotionalisierenden Darstellungen verstärken. Dadurch wird das subjektive Sicherheitsempfinden beeinflusst und das Thema politisch aufgeladen. Politische Akteur*innen greifen die Debatte strategisch auf und nutzen sie zur Legitimation sicherheitspolitischer Maßnahmen. Gleichzeitig geraten strukturelle Ursachen wie soziale Benachteiligung, Diskriminierung und integrationspolitische Barrieren in den Hintergrund, wodurch eine differenzierte Betrachtung des Phänomens erschwert wird.
Die Studie verdeutlicht damit, wie eng mediale und institutionelle Konstruktionen kriminalitätsbezogener Wirklichkeit miteinander verflochten sind und welchen Einfluss sie auf gesellschaftliche Wahrnehmungen sowie politische Entscheidungen ausüben.
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