Bachelorarbeit, 2011
57 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitende Worte
1.1. Gegenstand und Ziel /Zeitliche und inhaltliche Abgrenzung
1.2. Forschungsstand und Quellen-/Literaturlage
2. Das Stromersche Handelshaus im Kontext historischer Entwicklung der Stadt Nürnberg bis 1450
2.1. Übersicht des gewerblichen Progresses
2.2. Profitieren vom Fachwissen
3. Wirtschaftliche Faktoren für Ulman Stromer zur Gründung einer Papiermühle
3.1. Kernstück Papiermühle
3.1.1. Gesamtkonzept der Firma Stromer
3.1.2. Wahl des Standorts Nürnberg
3.2. Mitarbeit in der Papiermühle
3.2.1. Einstellung von Mitarbeitern
3.2.2. Arbeitskonditionen in der Papiermühle
3.3. Arbeitsverträge zur Sicherung des Unternehmens
3.3.1. Aufbau der Arbeitsverträge
3.3.2. Vertragsvergleich mit einem Vorbild des Handwerks
4. Ulman Stromers Kontaktstrukturen zur Gründung einer Papiermühle
4.1. Politisches Handeln
4.1.1. Absatzträger im (gesellschafts-)politisches Bereich
4.1.2. Position im Nürnberger Rat
4.2. Auswirkungen auf das Papierunternehmen
4.2.1. Papierverkauf
4.2.2. Verbreitung des Papiers
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die wirtschaftlichen und politischen Auswirkungen der Gründung der ersten urkundlich belegten Papiermühle auf deutschem Boden durch Ulman Stromer in Nürnberg im Jahr 1390. Dabei wird analysiert, wie Stromer seine Position als Ratsherr, sein kaufmännisches Wissen und sein bestehendes Handelsnetz nutzte, um die Papiermühle als Kernstück seines Unternehmens zu etablieren und eine Monopolstellung anzustreben.
3.1. Kernstück Papiermühle
Die Gleißmühle an der Pegnitz kann als „Kernstück eines viel größeren Gesamtkonzeptes Ulmans und des Handelshauses seiner Familie betrachtet werden.“ Warum entschloss sich Ulman Stromer also eine Papierproduktionsstätte als Schwerpunkt der Stromerschern Gesellschaft aufzubauen?
Sehr vermutlich kannte Ulman Stromer die Papierproduktion, weil er vor Beginn seines Nürnberger Hauptprojekts Kaufmann war und auf seinen Geschäftsreisen nach Italien, wo Papier seit 1276 hergestellt wurde, die Technik kennengelernt haben dürfte. Ulman gab sich zuversichtlich, dass er mit einem Papierproduktionsbetrieb erfolgreich sein würde, insbesondere, da er eine Monopolstellung anstrebte. Er erkannte in Italien den „großen Vorteil eines Beschreibstoffes, der in beliebiger Menge und in gleichmäßigen Größen herzustellen, dazu auch relativ billig und durch sein geringes Gewicht leicht transportierbar war.“ Drei innere Faktoren, will heißen unternehmensinterne Gesichtspunkte, trieben Ulman dazu an, die Papierherstellung in Nürnberg aufzuziehen.
Erstens kannte Ulman die Produktionstechnik von Papier. Durch seine Kaufmannstätigkeit im Ausland (Lehre und kaufmännisches Schaffen wohl im Raum Mailand – Genua, da dort auch unternehmerische Verbindungen der Stromer lagen) kam Ulman mit der Herstellung von Papier sehr wahrscheinlich in Berührung. Aufgrund der nötigen Voraussetzungen (technische Errungenschaften) favorisierte Ulman die Aufnahme der Papierproduktion. Der Vertrieb von Waren, die Papier als Verpackungsmaterial benötigten, nahm im Stromerschen Imperium einen wichtigen Platz ein (siehe „Nürnberger Tand“). Ulman Stromer stellte also eine Verknüpfung her, die für die Firma von zweierlei Nutzen war. Zum einen den schlichten wirtschaftlichen Erfolg durch Verkauf des Papiers und zum anderen das Erreichen von Rentabilität für das eigene Unternehmen, indem das Papier als Schutzhülle, beispielsweise zum Versand, verwendet wurde. Demnach lag er den „Schwerpunkt der Produktion […] auf gewerbliche[m] Papier“.
1. Einleitende Worte: Einführung in das Thema der Papiermühlgründung durch Ulman Stromer und Darlegung der Zielsetzung sowie der Quellenlage.
2. Das Stromersche Handelshaus im Kontext historischer Entwicklung der Stadt Nürnberg bis 1450: Überblick über die wirtschaftliche Entwicklung Nürnbergs und die Rolle des Stromerschen Handelshauses sowie die Bedeutung von fachlichem Know-how.
3. Wirtschaftliche Faktoren für Ulman Stromer zur Gründung einer Papiermühle: Analyse des Gesamtkonzepts, der Standortwahl, der Mitarbeiterschaft und der vertraglichen Sicherung des Unternehmens durch Geheimhaltungsklauseln.
4. Ulman Stromers Kontaktstrukturen zur Gründung einer Papiermühle: Untersuchung der politischen Rahmenbedingungen, des Absatzes des produzierten Papiers und der Verbreitungswege innerhalb des Handelsnetzwerks.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der unternehmerischen Leistung Ulman Stromers vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Entwicklungen am Ende des Mittelalters.
Ulman Stromer, Papiermühle, Nürnberg, Papierherstellung, Handelsgesellschaft, Spätmittelalter, Wirtschaftsgeschichte, Fernhandel, Arbeitsverträge, Monopolstellung, Püchel, Hadernmühle, Stadtgeschichte, Kanzleiwesen, Innovation
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Gründung der ersten Papiermühle auf deutschem Gebiet durch den Nürnberger Kaufmann und Ratsherrn Ulman Stromer im Jahr 1390 und analysiert die wirtschaftlichen und strategischen Hintergründe dieses Vorhabens.
Zentrale Themen sind die wirtschaftliche Entwicklung Nürnbergs im 14. Jahrhundert, die unternehmerische Strategie der Familie Stromer, die Organisation der Papierproduktion, das Arbeitsrecht des Mittelalters sowie die Vertriebsstrukturen im europäischen Fernhandel.
Ziel ist es, darzustellen, welche Auswirkungen die Papiermühlgründung auf das Handelshaus der Stromer hatte und mit welchen wirtschaftlichen sowie politischen Mitteln Ulman Stromer seinen Erfolg absicherte.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Auswertung primärer Quellen, insbesondere des "Püchels" von Ulman Stromer, sowie städtischer Rechnungsbücher und vergleichender Literatur zur Wirtschaftsgeschichte des Mittelalters.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der wirtschaftlichen Standortfaktoren, das Gesamtkonzept der Firma, die Rekrutierung und vertragliche Bindung der Mitarbeiter sowie die Untersuchung der politischen und wirtschaftlichen Kontaktnetzwerke zur Sicherung des Absatzes.
Wichtige Begriffe sind Ulman Stromer, Papiermühle, Nürnberg, Wirtschaftsgeschichte, Papierherstellung, Arbeitsverträge und Fernhandel.
Ulman Stromer strebte eine Monopolstellung in der Papierproduktion an. Da es keinen gewerblichen Rechtsschutz für Erfindungen gab, zwang er seine Mitarbeiter vertraglich zur Geheimhaltung des Herstellungsprozesses, um Konkurrenten auszuschließen.
Der "Nürnberger Tand" bezeichnete eine Vielzahl von exportierten Waren, für die Verpackungsmaterial benötigt wurde. Die Papiermühle lieferte das nötige Papier als Schutzhülle, was die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens durch internen Verbrauch und Importeinsparungen steigerte.
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