Bachelorarbeit, 2011
120 Seiten, Note: 1,7
1. Die Einleitung
1.1 Das Ziel dieser Arbeit
1.2 Die Vorgehensweise und Gliederung
1.3 Die Quellen
2. Die psychoanalytische Sozialarbeit
2.1 Was bedeutet soziale Arbeit?
2.2 Was bedeutet Psychoanalyse?
2.3 Zur Entstehung von psychoanalytischer Sozialarbeit
2.4 Eine Beschreibung von psychoanalytischer Sozialarbeit
2.5 Wo wird psychoanalytische Sozialarbeit verwendet?
2.6 Der psychoanalytische Sozialarbeiter
2.7 Das Resümee
3. Das psychoanalytische Konzept nach Maud Mannoni
3.1 Wichtige Stationen im Leben von Maud Mannoni
3.2 Die psychoanalytische Bewegung in Frankreich
3.3 Die theoretischen Überlegungen von Maud Mannoni
3.3.1 Von der „totalen Institution“ zur „gesprengten Institution“
3.3.2 Maud Mannoni und Antipädagogik
3.3.3 Das „Fort-Da-Spiel“ als ursprüngliche Symbolisierung
3.3.4 Die Institution Familie
3.3.4.1 Die phantastische Mutter-Kind-Beziehung
3.3.4.2 Die Rolle des Vaters
3.3.5 Das Resümee
4. Die drei exemplarischen „gesprengten Institutionen“
4.1 Die Modelleinrichtung „Bonneuil“ in Frankreich
4.1.1 Das Konzept der Einrichtung
4.1.2 Die Finanzierung
4.1.3 Die Klientel und die Mitarbeiter
4.1.4 Die Pädagogik
4.1.4.1 Der Alltag und die Räumlichkeiten
4.1.4.2 Der Unterricht und das Arbeitsprojekt
4.1.4.3 Die Workshops
4.1.4.4 Die Psychoanalyse außerhalb der Institution
4.1.4.5 Die Aufnahmefamilien
4.2 Das Resümee
4.3 Die Einrichtung „Escuela especial el Puente“ in Argentinien
4.4 Die psychoanalytische Bewegung in Argentinien
4.5 Die Einrichtung „Escuela especial el Puente“
4.5.1 Das Konzept der Einrichtung
4.5.2 Die Finanzierung
4.5.3 Die Klientel und die Mitarbeiter
4.5.4 Die Pädagogik
4.5.4.1 Der Alltag und die Räumlichkeiten
4.5.4.2 Die Workshops
4.6 Ein Erfahrungsbericht
4.7 Das Resümee
4.8 Die „gesprengte Institution „Hagenwört“ in Deutschland“
4.9 Der Verein für psychoanalytische Sozialarbeit in Tübingen
4.10 Die Einrichtung „Hagenwört“
4.10.1 Das Konzept der Einrichtung
4.10.2 Die Klientel und die Mitarbeiter
4.10.3 Die Pädagogik
4.10.3.1 Der Alltag und die Räumlichkeiten
4.10.3.2 Der Unterricht und das Arbeitsprojekt
4.10.3.3 Die Psychoanalyse außerhalb der Institution
4.11 Das Resümee
5. Die empirische Befragung der Mitarbeiter von „Hagenwört“
5.1 Die Forschungsintention und die Hypothesenbildung
5.2 Die Vorbereitung der empirischen Untersuchung
5.3 Die Durchführung der empirischen Untersuchung
5.4 Die Auswertung
5.5 Die Ergebnisse der empirischen Untersuchung
5.5.1 Zur Person der Befragten
5.5.2 Zu den Rahmenbedingungen
5.5.3 Zum Konzept der „gesprengten Institution“
5.6 Die Diskussion
5.7 Das Resümee
6. Die abschließende Diskussion und der Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch das Konzept der „gesprengten Institution“ der Psychoanalytikerin Maud Mannoni. Ziel ist es, wissenschaftlich zu erforschen, ob und wie dieses Konzept der psychoanalytischen Sozialarbeit in Deutschland umgesetzt werden kann und sollte, um bessere Betreuungsbedingungen für Menschen mit Behinderungen oder Auffälligkeiten zu schaffen.
3.1 Wichtige Stationen im Leben von Maud Mannoni
MAUD MANNONI (geborene Magdalena van der Spoel) wurde am 22. Oktober 1923 in Belgien geboren und lebte in ihrer frühen Kindheit auf der Insel Ceylon (Sri Lanka). Ihr Vater übte dort die Funktion eines Generalkonsuls der Niederlande aus. Ihre singhalesische Kinderfrau Aya war für sie damals eine wichtige Bezugsperson, die sie sehr liebte. Sie erlitt ein Trauma, als die Familie 1929 nach Europa zog, denn ihre geliebte Kinderfrau mussten sie zurücklassen. Sie fühlte sich mit ihren sechs Jahren im Stich gelassen und war völlig verzweifelt; so schrieb sie 1988: „[ich] wußte (sic!) ich nicht mehr, wer ich war und was ich wollte, ich verstand nicht, was mir passiert war.“
Erst später bei ihrem Großvater mütterlicherseits in Belgien fand sie die nötige Sicherheit wieder. Das Kind lernte nun Französisch, verlernte das Englische, ihre Muttersprache und vergaß die Hindi-Worte, die ihr ihre geliebte Kinderfrau beigebracht hatte. Diese Sicherheit währte jedoch nicht lange, da ihre Eltern erneut umzogen – nach Amsterdam. Über die Zeit in Amsterdam schreibt MAUD MANNONI: „In Amsterdam war die Einsamkeit groß. Vom sechsten bis zum elften Lebensjahr fehlte mir jemand, mit dem ich hätte sprechen können. Dem Vater gegenüber feindselig eingestellt [...], fühlte ich mich weit entfernt von der Erwachsenenwelt [...]. Um so (sic!) mehr, weil die akademische Sprache, über die ich verfügte, sowie mein Niederländisch, die lebendigen Worte zum Schweigen brachte: Die Suche nach dem Schönen ersetzte das Wahrhaftige. Ich verlernte zu sprechen. Die Worte hatten keinen Sinn mehr.“
1. Die Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Menschenrechte behinderter Menschen im Grundgesetz und führt in das Konzept der „gesprengten Institution“ als Reformansatz in Deutschland ein.
2. Die psychoanalytische Sozialarbeit: Dieses Kapitel definiert die Grundlagen der psychoanalytischen Sozialarbeit sowie deren Entstehung und Anwendungsmöglichkeiten.
3. Das psychoanalytische Konzept nach Maud Mannoni: Hier werden die Biografie Mannonis sowie ihre theoretischen Ansätze wie das „Fort-Da-Spiel“ und die „gesprengte Institution“ im Kontext von Antipsychiatrie und Pädagogik erläutert.
4. Die drei exemplarischen „gesprengten Institutionen“: Dieses Kapitel stellt drei konkrete Einrichtungen in Frankreich, Argentinien und Deutschland vor, die nach Mannonis Konzept arbeiten, und beschreibt deren Strukturen und Pädagogik.
5. Die empirische Befragung der Mitarbeiter von „Hagenwört“: Der empirische Teil präsentiert eine Befragung der Mitarbeiter der deutschen Einrichtung „Hagenwört“, um Erkenntnisse über die Praxis und Hindernisse der Umsetzung zu gewinnen.
6. Die abschließende Diskussion und der Ausblick: Im Fazit werden die theoretischen und empirischen Ergebnisse kritisch zusammengefasst und Empfehlungen für eine zukünftige Ausrichtung ausgesprochen.
Psychoanalyse, Sozialarbeit, Maud Mannoni, gesprengte Institution, Bonneuil, Hagenwört, Psychoanalytische Sozialarbeit, Supervision, Institution, Pädagogik, Antipsychiatrie, Fallstudie, Empirie, Integration, Beziehungsarbeit.
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem psychoanalytischen Konzept der „gesprengten Institution“ von Maud Mannoni und prüft, ob dieses Modell in Deutschland in der Sozialarbeit umgesetzt werden kann.
Zentrale Themen sind die psychoanalytische Theorie, die Rolle von Institutionen in der Erziehung und Therapie, die historische Entwicklung der Antipsychiatrie sowie die praktische Anwendung dieser Konzepte in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen.
Das Ziel ist eine kritische Untersuchung von Mannonis Konzept, um zu erforschen, ob dieses in Deutschland sinnvoll umgesetzt werden kann, da es hierzulande bisher wenig bekannt ist.
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Aufarbeitung der Literatur mit einer empirischen Untersuchung (Mitarbeiterbefragung) in der deutschen Einrichtung „Hagenwört“.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine ausführliche Darstellung von drei Modelleinrichtungen aus verschiedenen Ländern und eine empirische Analyse zur Arbeitsweise und den Rahmenbedingungen in der deutschen Einrichtung „Hagenwört“.
Schlüsselwörter sind unter anderem Psychoanalyse, Sozialarbeit, gesprengte Institution, Maud Mannoni, Supervision und pädagogisches Konzept.
Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass die Supervision laut den Mitarbeitern den ausschlaggebenden Faktor für eine erfolgreiche pädagogische Arbeit darstellt und der Standard für die Psychoanalyse in der Praxis ist.
Die Befragung identifiziert vor allem den hohen Kostenfaktor, den hohen Personalaufwand und die Abwertung psychoanalytischer Ansätze in der heutigen „spätkapitalistischen Gesellschaftsordnung“ als zentrale Gründe.
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