Examensarbeit, 2011
61 Seiten, Note: 1,3
1 Vorbetrachtungen
2 Von den Anfängen bis zum heutigen American Hardcore
2.1 Hardcore-Punk: unvergessener Ursprung
2.2 Hardcore is more than music – die Philosophie
2.3 We sang the song of revolution. The sky seemed endless there was no stopping us − der erste Generationswechsel und dessen Ausprägungen
3 Hardcoremusik und die moderne Form des „politischen Liedes“
3.1 Die Definition des „politischen Liedes“
3.2 Zur politischen Tradition des Hardcore
3.3 Charakterisierung des „modernen politischen Liedes“ hinsichtlich der Verbindung zum Hardcore
4 Textanalysen ausgewählter Hardcoresongs
4.1 NARZISS – Menschenwelt
4.2 FINAL PRAYER – Everyman my enemy
4.3 WAR FROM A HARLOTS MOUTH – Spineless
4.4 Zusammenfassung der Textanalysen
5 „Hardcore bleibt Nazifrei“ – Missbrauch durch die rechte Szene in Deutschland
5.1 Die Adaption von Elementen aus der Hardcore-Kultur
5.2 NS-Hatecore
6 Schlussbetrachtungen
7 Glossar
8 Verzeichnis der Literatur und Quellen
9 Verzeichnis der Abbildungen und Fotografien
10 Anhang
10.1 Fotografien
10.2 Fragebogen
Die vorliegende Arbeit untersucht den politischen Charakter der Hardcoremusik, indem sie deren historische Entwicklung von den Ursprüngen im Punk bis zur heutigen Zeit analysiert, die ideologische Philosophie „Hardcore is more than music“ beleuchtet und ausgewählte Songtexte deutscher Bands anhand eines selbst erstellten Kriterienkatalogs auf ihre Qualität als aktuelle politische Lieder befragt.
3.1 Die Definition des „politischen Liedes“
Musik ist weder politisch noch unpolitisch, glaubt man den Aussagen Peter Wickes. Seiner Meinung nach entsteht sie in einem gesellschaftlichen Zusammenhang und kann dadurch eine politische Dimension erreichen.52 Eben solche Musik, welche aufgrund ihres Bedeutungsgehaltes zur „geschichtlichen Quelle“ wird, kann man auch „funktionale politische Lyrik“ nennen. Diese Form ist aber laut Ingrid Girschner-Woldt nur ein Teilbereich der politischen Lyrik. Den anderen beschreibt sie als „intentional politisch“, der also bewusst politische Zustände darstellt und wertet.53 Das heißt, politische Musik, als System betrachtet, kann vielfältig sein und dessen Botschaft ist nicht fixiert, sondern veränderbar.
Je nach speziellen Gegebenheiten kann sie verschieden interpretiert werden. Dieses „Transzendenzpotential“ bietet im Rezeptionsprozess viel Raum für Emotionen, Assoziationen und Symbolisierungen. 54 Man kann also durchaus behaupten, dass Musik erst durch ihre Rezeption politisch wird und allein ein Regelwerk von Tönen, Rhythmus und Melodie ist. Doch mutet diese Auffassung allzu naiv an, wenn man auf die musikalischen Erfahrungen der letzten 75 Jahre zurückblickt. Im Zuge des Nationalsozialismus und Stalinismus wurde deutlich, wie stark Politik in die Musik einfließen kann.55 Man verstand in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts unter dem Terminus politische Musik ebenso die Hitlerhymne wie Kompositionen Eislers. Der Begriff sollte in den Nachkriegsjahren allmählich eine Aufwertung erfahren und seine negative Konnotation verlieren. Politisch motiviertes musikalisches Schaffen sollte nun positiv im Sinne sozialkritischem Engagement verstanden werden.56 Denn gerade bzw. trotz des „dunklen Kapitels“ in der deutschen Geschichte bot Musik nicht nur die Flucht in eine „heile Welt“, sondern setzte sich mit sozialkritischen Themen auseinander.
1 Vorbetrachtungen: Einführung in das Thema Hardcore, Abgrenzung zur bisherigen Literatur und Darlegung des Forschungsanliegens.
2 Von den Anfängen bis zum heutigen American Hardcore: Überblick über die historische Entwicklung von der Entstehung aus dem Punk bis in die Gegenwart sowie Erläuterung der ideologischen Grundpfeiler.
3 Hardcoremusik und die moderne Form des „politischen Liedes“: Definition und theoretische Einbettung des Begriffs „politisches Lied“ in den Kontext der Hardcoremusik.
4 Textanalysen ausgewählter Hardcoresongs: Anwendung des Kriterienkatalogs auf drei ausgewählte Lieder deutscher Hardcorebands zur Untersuchung der politischen Intention.
5 „Hardcore bleibt Nazifrei“ – Missbrauch durch die rechte Szene in Deutschland: Analyse der Problematik der Aneignung von Hardcore-Elementen durch die rechtsextreme Szene und die Gegenreaktion der Hardcoreszene.
6 Schlussbetrachtungen: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfrage und Fazit hinsichtlich der politischen Relevanz der Musikrichtung.
Hardcore, Hardcore-Punk, politische Musik, gesellschaftliche Kritik, Straight Edge, D.I.Y., Subkultur, Textanalyse, Liedtexte, Rechtsextremismus, politische Bildung, Musikszene, Identität, Widerstand, American Hardcore.
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, inwiefern moderne Hardcoremusik als Form des politischen Liedes betrachtet werden kann und wie sich dieser Musikstil historisch sowie gesellschaftlich positioniert.
Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung des Hardcore, die Philosophie hinter der Szene, die Analyse politischer Songtexte und die Abgrenzung gegenüber politischem Missbrauch durch Rechtsextreme.
Das primäre Ziel ist es, den politischen Anspruch und die gesellschaftskritische Funktion von Hardcoremusik wissenschaftlich zu belegen und zu untersuchen, wie diese in der Praxis durch Songtexte vermittelt wird.
Die Arbeit nutzt eine Literaturrecherche zur theoretischen Fundierung und eine textanalytische Methode, basierend auf einem selbst erstellten Kriterienkatalog, um die politische Qualität ausgewählter Songtexte zu prüfen.
Im Hauptteil werden neben der theoretischen Einordnung des „politischen Liedes“ spezifische Analysen von Songs der Bands NARZISS, FINAL PRAYER und WAR FROM A HARLOTS MOUTH durchgeführt.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Hardcore, politische Musik, Gesellschaftskritik, Subkultur und den Widerstand gegen Rechts charakterisiert.
Laut der Arbeit ist der heutige Hardcore politisch breiter gefächert und thematisiert verstärkt globale Probleme, während er sich gleichzeitig in einer komplexeren Identitätsfindung befindet.
Die Szene reagiert durch aktive Kampagnen (wie „Good night white pride“), den bewussten Kampf um Markenrechte und die klare Positionierung gegen rassistische und nationalistische Tendenzen.
Das Zitat steht für eine umfassende Lebensphilosophie, die weit über den bloßen Musikgenuss hinausgeht und sich in Werten wie Straight Edge, Tierschutz, Selbstverwaltung (D.I.Y.) und politischem Engagement äußert.
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