Bachelorarbeit, 2009
75 Seiten, Note: 1,0
Jura - Rechtsphilosophie, Rechtssoziologie, Rechtsgeschichte
A. Einleitung
B. Begriff der Demokratie
C. Voraussetzungen der Demokratie
I. Theorieströmungen
II. Der Begriff der Vorbedingungen und Möglichkeiten der Strukturierung
III. Gesellschaftliche Voraussetzungen
1. Pfadabhängigkeit gesellschaftlicher Entwicklungen
2. Gesellschaftliche Homogenität
3. Der Zusammenhang zwischen Religion und Demokratie
a) Theoretische Überlegungen zum Verhältnis von Demokratie und Christentum westlicher Tradition
b) Historische Wirklichkeiten: Entwicklung des Verhältnisses von Staat und Kirche
c) Theoretische Zusammenhänge zwischen Demokratie und anderen Religionen
d) Realitäten über das Verhältnis von Demokratie und anderen Religionen
4. Staatsbürgerliche Werte und die Rolle des Sozialkapitals
a) Bedeutung des sozialen Kapitals
b) Formen des Sozialkapitals und ihre Effekte
c) Empirische Ergebnisse
IV. Wirtschaftliche Voraussetzungen
1. Grundidee der Modernisierungstheorie
a) Bildung
b) Verringerung wirtschaftlicher und sozialer Ungleichheit
c) Sozialkapital
2. Kritik und empirische Belege
a) Ökonometrische Tests
b) Komparative historische Studien
V. Das Zusammenspiel von Modernisierung, kulturellen Werten und Demokratie
D. Zusammenfassung
Ziel dieser Arbeit ist die Analyse der zentralen Vorbedingungen für die Entstehung und den Bestand einer Demokratie. Dabei werden theoretische Konzepte der Sozialwissenschaften mit historischen Entwicklungen und empirischen Forschungsergebnissen verknüpft, um zu klären, unter welchen kulturellen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Voraussetzungen sich demokratische Strukturen entfalten können.
C. Voraussetzungen der Demokratie
Nach Kirchhof (1994, 1995) ist das deutsche Grundgesetz eine "Angebotsverfassung": "Eine freiheitliche Verfassung enthält Angebote, deren Annahme erwartet, nicht aber verbindlich vorgeschrieben wird." Der Staat ist in diesem Sinne darauf angewiesen, daß seine Bürger die gewährten Freiheiten und auch die Möglichkeiten demokratischer Mitbestimmung tatsächlich annehmen, was insbesondere anhand des Demokratieprinzips, aber auch anhand aller anderen Grundrechte deutlich wird: Es gibt keine Verpflichtung zur Wahl; würde jedoch kein Bürger zur Wahl gehen, so würde die Demokratie an ihrer eigenen Freiheitlichkeit scheitern.
Das bedeutet, daß, je mehr ein Staat sich aus der sinngebenden Bewußtseinsbildung der Bürger zurücknimmt, es umso wichtiger ist, daß die Bürger nicht nur fähig sind, mit den gewährten Freiheiten umzugehen, sondern auch Anstand, Moral und Sitte entwickeln. Obwohl weltanschaulich neutral, hat auch ein solch freiheitlicher Staat seine Wurzeln in einer sinnstiftenden Wertordnung. Das Grundgesetz ist deshalb "keine Schöpfung des deutschen Verfassungsgebers, sondern Ausdruck universaler Menschenrechte und einer europäisch fundierten Rechtstradition. Das heißt, Entstehens- und Erkenntnisquellen für dieses Recht sind nicht nur der Wille, sondern ebenso die reale Anfrage an das Recht aus den Bedürfnissen des Staatsvolkes der Gegenwart, ebenso aber auch die tradierten Kulturwertungen, die unsere Rechtsordnung zu einer erprobten machen."
Was also sind die Grundvoraussetzungen einer solchen Demokratie, wie sie beispielsweise im Grundgesetz ihren Ausdruck gefunden hat? Obwohl sich die moderne Wissenschaft von den Vorstellungen Aristoteles’ oder Montesquieus, Demokratie sei insbesondere für kleine Staaten die geeignete Staatsform, und Rousseaus, der außerdem die Armut dieser Staaten postulierte, entfernt hat, besteht ein Konsens darüber, daß Demokratie gewisse soziostrukturelle Voraussetzungen hat. Dazu zählen, wie Kirchhof schreibt, eine bestimmte Rechtstradition sowie ein kultureller und wertbezogener Grundkonsens. In Ergänzung zu der Lehre aristotelischen Ursprungs zählen die modernen Theorien auch ein Mindestniveau wirtschaftlicher Entwicklung hierzu.
A. Einleitung: Die Einleitung begründet das Ziel der Arbeit, zentrale Vorbedingungen für Demokratie zu analysieren und zeigt auf, dass Demokratie keine automatische Entwicklung ist, sondern historisch, kulturell und wirtschaftlich bedingt.
B. Begriff der Demokratie: Dieses Kapitel erörtert die etymologische Herkunft des Begriffs Demokratie und diskutiert verschiedene wissenschaftliche Definitionsansätze, von der antiken Vorstellung bis zur modernen Konkurrenzdemokratie.
C. Voraussetzungen der Demokratie: Dieser Hauptteil beleuchtet die langfristigen gesellschaftlich-kulturellen Strukturen (Religion, Sozialkapital) sowie sozio-ökonomische Faktoren (Modernisierungstheorie), die Demokratisierungsprozesse fördern oder hemmen können.
D. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass es keinen einzelnen, deterministischen Faktor für den Erfolg einer Demokratie gibt, sondern ein komplexes Bündel aus historischen, soziokulturellen und ökonomischen Bedingungen erforderlich ist.
Demokratie, Vorbedingungen, Modernisierungstheorie, Sozialkapital, Zivilgesellschaft, Politische Kultur, Säkularisierung, Religionssoziologie, Wirtschaftsgeschichte, Wertwandel, Demokratisierung, Institutionenökonomik, Gesellschaftliche Homogenität, Transformation, Politische Partizipation
Die Arbeit untersucht die notwendigen Voraussetzungen, die eine Gesellschaft erfüllen muss, um eine stabile Demokratie zu etablieren und zu erhalten.
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse kultureller Traditionen, dem Einfluss von Religionen, der Bedeutung des Sozialkapitals und den Wirkungen wirtschaftlicher Entwicklung auf die demokratische Stabilität.
Das Ziel ist es, zu identifizieren, welche Faktoren (historisch, kulturell, wirtschaftlich) die Entstehung einer Demokratie begünstigen und wie diese Faktoren theoretisch sowie empirisch miteinander interagieren.
Die Autorin nutzt eine vergleichende Analyse bestehender Literatur, historischer Studien sowie die Auswertung statistischer, empirischer Daten (insbesondere des World Values Survey), um die theoretischen Thesen auf ihre Evidenz hin zu prüfen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung gesellschaftlich-kultureller Voraussetzungen, wie etwa die Pfadabhängigkeit von Entwicklungen, den Einfluss von Religionen auf die staatliche Ordnung und die Rolle zivilgesellschaftlicher Netzwerke (Sozialkapital), sowie die ökonomischen Determinanten.
Zentrale Begriffe sind Demokratisierung, Modernisierung, Sozialkapital, politische Kultur, Säkularisierung und die Wechselwirkung zwischen ökonomischem Fortschritt und gesellschaftlichen Werten.
Die Arbeit zeigt, dass während das Christentum westlicher Prägung positive Korrelationen mit demokratischen Werten aufweist, andere Religionen wie der Islam oder der orthodoxe Konfuzianismus historisch oft in einem Spannungsverhältnis zur modernen Demokratie standen.
Sozialkapital, definiert durch Netzwerke, Normen und Vertrauen, fördert die Zivilgesellschaft und ermöglicht politisches Engagement, was eine funktionierende Demokratie stützt.
Nein. Obwohl wirtschaftlicher Fortschritt und Bildung wichtige Rahmenbedingungen schaffen, ist die Korrelation nicht deterministisch; ökonomisches Wachstum alleine reicht nicht aus, wenn die zugrunde liegende soziale und kulturelle Wertstruktur nicht demokratiefreundlich ist.
Die Autorin stellt fest, dass die klassische Modernisierungstheorie zwar eine wichtige Tendenz aufzeigt, aber heute durch neuere Ansätze (wie die von Inglehart und Welzel) ergänzt werden muss, um der Komplexität des kulturellen Wertewandels und der Pfadabhängigkeit gerecht zu werden.
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