Magisterarbeit, 2010
117 Seiten, Note: 2,3
Didaktik für das Fach Deutsch - Deutsch als Fremdsprache, DaF
1 Einleitung
2 Das Konzept der Integration und verwandte Konzepte
2.1 Hartmut Esser
2.2 Die Theorie der „Segmented-Assimilation“
2.3 Friedrich Heckmann
2.4 Hans Barkowski
2.5 Anwendung der gewonnenen Erkenntnisse
3 Integrationsforschung in Deutschland
3.1 Die Forschung in Deutschland
3.2 Erste Erkenntnisse über die Integrationskurse in Deutschland
4 Migration und Integration in Deutschland
4.1 Zuwanderungs- und Integrationsgeschichte
4.2 Integrationskurse – Kernmaßnahme des neuen Programms
5 Zuwanderungsgeschehen in Deutschland und in Thüringen
5.1 Migrationsgeschehen und Zuwanderergruppen in Deutschland
5.2 Zuwanderungssituation in Thüringen
6 Integrations- und Orientierungskurse
6.1 Das Konzept der Integrationskurse
6.1.1 Inhalt der Sprachkurse
6.1.2 Teilnehmergruppe, Anspruch auf die Teilnahme und Verpflichtung
6.2 Orientierungskurse
6.2.1 Pilotprojekte
6.2.2 Ziele und Inhalt der Orientierungskurse
6.2.3 Evaluation der Orientierungskurse
6.3 Integrationskursergänzende Maßnahme (Verbundprojekte) und Migrationsberatungsdienste
7 Empirischer Teil
7.1 Darlegung der verwendeten Methode
7.1.1 Grundlagen der Untersuchung
7.1.2 Erhebungs- und Auswertungsverfahren
7.1.3 Auswahl der Befragtengruppe
7.1.4 Durchführung der Interviews
7.2 Auswertung der Interviews
7.2.1 Sozialintegrationsverständnis
7.2.2 Untersuchung der Auswirkungen von Integrationskursen auf die Integration der Befragten
Das Hauptziel dieser Magisterarbeit ist die qualitative Untersuchung der nachhaltigen Auswirkungen von Integrationskursen auf die Integration von Zuwanderern in Deutschland aus der subjektiven Perspektive der Betroffenen. Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob die Kurse in der Wahrnehmung von Teilnehmern, die diese mindestens ein Jahr vor dem Interview abgeschlossen haben, tatsächlich nachhaltige Auswirkungen auf ihren Integrationsprozess haben.
7.1.2 Erhebungs- und Auswertungsverfahren
Bei der Auswahl der Forschungsmethode stellte sich zunächst die Frage, ob die Interviews mit qualitativen oder quantitativen Methoden durchgeführt werden sollten. Aufgrund der niedrigen Zahl der Befragten (vier Integrationskursteilnehmer) fiel die Entscheidung auf die qualitative Forschungsmethode. Das kleine Sample und die qualitative Forschungsmethode eignen sich gut, um die Einstellungen, Empfindungen und Haltungen der Befragten detailliert zu erfassen. Das qualitative Verfahren ist des Weiteren geeignet, da es sich auf einzelne Subjekte konzentriert, Repräsentativität durch Reichhaltigkeit und Offenheit ersetzt und so tiefer an die Probleme herangegangen werden kann. Diese Arbeit verfolgt also nicht das Ziel, Repräsentativität zu beanspruchen (vgl. Lamnek 2005: 20ff.).
Als Erhebungsinstrument für die Befragung wurde ein halbstandardisiertes, offenes Leitfadeninterview verwendet. Der Leitfaden sollte dem Interview bzw. dem Gesprächsverlauf lediglich eine Grundstruktur geben. So sollte auch dem Interviewer eigener Handlungsspielraum gelassen werden: Fragen durften reformuliert und Zusatzfragen gestellt werden, auch ein Nachhaken war möglich, wenn etwas unverständlich war (vgl. Lamnek 2005: 367). Auch für die Befragten war diese Vorgehensweise von Vorteil, da sie ihnen mehr Raum für eigene Formulierungen gab und in den Interviews keine Antwortvorgaben gemacht wurden (vgl. Lamnek 2005: 344ff.). Die Befragungen erfolgten in Einzelgesprächen.
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Migrationsgeschichte Deutschlands ein und stellt die Relevanz der Integrationskurse als staatliches Förderinstrument sowie das Forschungsziel der Arbeit dar.
2 Das Konzept der Integration und verwandte Konzepte: Dieser Theorieteil kontrastiert verschiedene migrationssoziologische Ansätze (Esser, Heckmann, Barkowski) und diskutiert Begriffe wie Assimilation und Segmented-Assimilation, um den Integrationsbegriff zu schärfen.
3 Integrationsforschung in Deutschland: Es wird ein Überblick über die bisherige Integrationsforschung auf Bundesebene gegeben, wobei die Bedeutung von Indikatorensystemen und die Rolle des BAMF hervorgehoben werden.
4 Migration und Integration in Deutschland: Das Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung der Zuwanderung seit dem Zweiten Weltkrieg und ordnet die Integrationskurse in den Kontext der aktuellen Integrationspolitik ein.
5 Zuwanderungsgeschehen in Deutschland und in Thüringen: Hier werden aktuelle statistische Daten präsentiert, mit einem besonderen Fokus auf die spezifisch schwierige Migrationssituation im Bundesland Thüringen.
6 Integrations- und Orientierungskurse: Dieser Abschnitt beschreibt detailliert die Konzeption, Inhalte und Zielsetzungen der Sprach- und Orientierungskurse sowie deren organisatorische Einbettung.
7 Empirischer Teil: Der Kern der Arbeit umfasst die Methodik und die Auswertung der qualitativen Interviews, in denen die subjektiven Erfahrungen der Kursteilnehmer mit der Integration analysiert werden.
8 Zusammenfassung der Ergebnisse, Schlussfolgerung und Ausblick: Die Arbeit resümiert die Ergebnisse der Befragung im Kontext der theoretischen Modelle und zieht Schlussfolgerungen über die Wirksamkeit der Kurse.
Integration, Zuwanderung, Integrationskurse, Deutschland, Thüringen, Assimilation, Segmented-Assimilation, Sprachkompetenz, qualitative Forschung, Migrationssoziologie, soziales Integrationsverständnis, Migrationsberatung, Partizipation, Identitätsbewahrung, BAMF.
Die Arbeit untersucht die nachhaltigen Auswirkungen der staatlichen Integrationskurse in Deutschland auf den Integrationsprozess von Zuwanderern, wobei der Fokus auf der subjektiven Wahrnehmung der Kursteilnehmer liegt.
Zentrale Themen sind migrationssoziologische Konzepte (Integration vs. Assimilation), die deutsche Integrationspolitik, das Zuwanderungsgeschehen und die Wirksamkeit von Sprach- und Orientierungskursen.
Das Ziel ist es, qualitativ zu erfassen, ob und wie Zuwanderer die Nachhaltigkeit der Kurse für ihre eigene Integration in verschiedenen Dimensionen (kulturell, strukturell, sozial, identifikativ) bewerten.
Es wird eine qualitative Untersuchung durchgeführt, die auf halbstandardisierten, offenen Leitfadeninterviews mit vier Integrationskursteilnehmern basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfangreichen Theorieteil zur Definition von Integration und einen empirischen Teil, der die Erfahrungen der Befragten detailliert analysiert und auswertet.
Die wichtigsten Begriffe sind Integration, Integrationskurse, Zuwanderung, Assimilation, Migrationssoziologie und die subjektive Wahrnehmung der Betroffenen.
Thüringen weist im Vergleich zum Bundesdurchschnitt einen deutlich geringeren Anteil an Ausländern und Menschen mit Migrationshintergrund auf, was mit einer schwierigeren Migrationssituation und teilweise stärkeren Fremdheitsgefühlen der einheimischen Bevölkerung korreliert.
Die Befragten identifizieren Sprachkenntnisse als das wichtigste Instrument für den Alltag, sehen das im Kurs vermittelte Niveau jedoch als unzureichend an, um tatsächlich Chancengleichheit oder tiefgreifende gesellschaftliche Teilhabe zu erreichen.
Alle Befragten äußerten explizit, dass sie nicht bereit wären, ihre Herkunftskultur oder Sprache aufzugeben, um sich zu integrieren; sie verstehen Integration als Prozess, der den Erhalt ihrer Identität einschließt.
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