Diplomarbeit, 2006
55 Seiten, Note: 2
1. Einführung
1.1. Problemstellung und Zielsetzung
1.2. Gang der Untersuchung
2. Der Wirtschaftsstandort China
2.1. Allgemeine Angaben und Bevölkerung
2.2. Wirtschaftliche Bedingungen des Landes
2.2.1. Die Reformierung des Wirtschaftssystem und ihre Folgen
2.2.2. Wirtschaftliche Entwicklung
2.3. Politische und rechtliche Bedingungen
3. Die Grundzüge der chinesischen Kultur
3.1. Der Kulterbegriff
3.1.1. Der normative Kulturbegriff
3.1.2. Der Kulturbegriff der kognitiven Anthropologie
3.1.3. Kultur als ein System von Symbolisierungen
3.2. Die Entwicklung der chinesischen Kultur
3.2.1. Die Entwicklung des Verhältnisses der Chinesen zu Ausländern
3.3. Die konfuzianischen Prinzipien und ihre Auswirkungen
3.3.1. Das Hierarchiebewusstsein
3.3.2. Die Wahrung des Gesichts (Mianzi)
3.3.3. Das chinesische Beziehungsnetzwerk (Guanxi)
4. Kommunikation im Geschäftsalltag
4.1. Interkulturelle Kommunikation als Grundvoraussetzung
4.1.1. Der Begriff der interkulturellen Kommunikation
4.2. Kommunikative Gewohnheiten in China
4.2.1. Allgemeine Aspekte und Regeln
4.2.2. Chinesische Gewohnheiten verstehen
4.2.3. Deutsche Gewohnheiten vermeiden
4.3. Ausgewählte chinesische Business-Etikette
4.3.1. Allgemeine Gedanken und Regeln
4.3.2. Kontaktaufnahme und Begrüßung
4.3.3. Tipps zur Namensfindung für das Unternehmen /Stempel
4.3.4. Bankette/Essen und Trinken
4.3.5. Umgang mit der Bürokratie
4.4. Umgang mit chinesischen Mitarbeitern
5. Verhandlungsführung mit chinesischen Geschäftspartnern
5.1. Maßnahmen zur Vorbereitung einer Verhandlung
5.1.1. Vorbereitung der Unterlagen
5.1.2. Wahl des Dolmetschers
5.1.3. Geschenke
5.1.4. Zusammenhang von Verhandlung und Beziehung
5.1.5. Zeitaspekt bei Verhandlungen
5.2. Verhalten während der Verhandlung
5.2.1. Allgemeine Hinweise
5.2.2. Führen von Protokollen
5.2.3. Eigenes Auftreten
5.2.4. Verbale und nonverbale Kommunikation
5.2.5. Umgang mit dem chinesischen Geschäftspartner
5.3. Strategie in der Verhandlung
5.3.1. Typische Charakterzüge und Verhaltensweisen der Chinesen
5.3.2. Die 36 Strategeme
5.3.3. Strategische Merkmale und taktische Methoden der Chinesen
5.4. Verhalten nach dem Abschluss von Verhandlungen
6. Schlussbetrachtung und Fazit
Diese Arbeit untersucht die kulturellen Unterschiede in sino-deutschen Geschäftsbeziehungen mit dem Ziel, deutschen Investoren ein tieferes Verständnis für die Hintergründe chinesischer Denk- und Verhaltensweisen zu vermitteln, um eine erfolgreiche Zusammenarbeit zu ermöglichen.
Die Wahrung des Gesichts (Mianzi)
Das chinesische Gesicht im Sinne von Mianzi drückt sich aus als der Respekt und das Ansehen eines Menschen, welches ihm durch seinen sozialen Wert, seine Tugend, seine Beziehungen und seinen Status zusteht und welches er Anderen dementsprechend erteilt. Je höher seine Position oder sein sozialer Status ist, desto größer ist sein Mianzi. Dieses Gesicht gewährleistet einem Menschen, als moralisch einwandfreie Person angesehen zu werden. Es ist damit das höchste Gut und die empfindlichste Stelle der Chinesen; denn wer sein Gesicht verliert, hat in China als Mensch verloren. Dieser Verlust hat immer schwerwiegende Folgen: Man büßt seine Macht ein, Kompetenz und Moral werden durch das Umfeld in Frage gestellt. Man wird nicht mehr als gleichwertiger Mensch behandelt und kann in eine soziale Isolation geraten.
Chinesen versuchen immer ihr Gesicht zu wahren und das Gesicht anderer Menschen nicht zu verletzen. Dies steht als ein wichtiger Verhaltenscodex im Umgang miteinander und damit auch für das Geschäftsleben. Chinesische Geschäftsleute, aber auch einfache Leute geben viel Geld aus, um ein großes Gesicht zu bekommen. Sie denken stärker an die Folgen ihres Handelns als Ausländer, indem sie immer vor einer Handlung zuerst überdenken, ob sie damit das Gesicht des Gegenübers verletzen oder zurückgeben oder das eigene Mianzi verlieren oder zurückerhalten könnten.
Wodurch aber kann man das eigene Gesicht verlieren oder das seines Gesprächspartners verletzen. Wie kann man Mianzi zurückerlangen oder zurückgeben? Grundsätzlich ist festzuhalten, dass Kritik im Umgang mit Chinesen immer schadet. Offene Konflikte und Kritik jeder, auch sachlicher Art schaden dem Gesicht des Gegenübers. Schon allein zu schweigen oder dem Gesprächspartner während einer Unterhaltung nicht ins Gesicht zu schauen, kann diesem bedeuten, dass man anderer Ansicht ist. Unhöflichkeit, lautes Sprechen oder unvorbildliches Verhalten als Vorgesetzter verletzen oft nicht nur das Mianzi des Gegenübers, sondern reichen häufig schon aus, das eigene Gesicht zu verlieren.
1. Einführung: Die Arbeit beleuchtet die Relevanz kultureller Unterschiede für den Erfolg deutscher Investoren in China und skizziert den Aufbau der Untersuchung.
2. Der Wirtschaftsstandort China: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die wirtschaftlichen, politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen des Landes inklusive der Reformgeschichte.
3. Die Grundzüge der chinesischen Kultur: Hier werden die theoretischen Ansätze zum Kulturbegriff erläutert und die konfuzianischen Kernprinzipien wie Hierarchiebewusstsein, Gesichtswahrung und Guanxi-Netzwerke dargestellt.
4. Kommunikation im Geschäftsalltag: Es werden die Grundlagen der interkulturellen Kommunikation sowie spezifische Verhaltensregeln und die Etikette im geschäftlichen Umgang behandelt.
5. Verhandlungsführung mit chinesischen Geschäftspartnern: Das Kapitel bietet einen ausführlichen Leitfaden zur Vorbereitung und Strategieentwicklung bei Verhandlungen sowie zum Umgang mit chinesischen Mitarbeitern.
6. Schlussbetrachtung und Fazit: Der Autor fasst die Bedeutung von sozialer Kompetenz und interkulturellem Verständnis für ein nachhaltiges Engagement in China zusammen.
China, interkulturelles Management, sino-deutsche Geschäftsbeziehungen, konfuzianische Prinzipien, Mianzi, Guanxi, Verhandlungsführung, Business-Etikette, Unternehmenskultur, interkulturelle Kommunikation, Wirtschaftsstandort China, Strategeme, Führung in China, deutsche Investoren, interkulturelle Kompetenz.
Die Arbeit analysiert die kulturellen Besonderheiten Chinas, die für deutsche Geschäftsleute und Unternehmen entscheidend sind, um in diesem Wachstumsmarkt erfolgreich zu agieren und Missverständnisse zu vermeiden.
Die Schwerpunkte liegen auf der kulturellen Prägung durch den Konfuzianismus, den Regeln der interkulturellen Kommunikation, der Bedeutung von Guanxi-Netzwerken sowie Strategien für die Verhandlungsführung.
Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, dass neben betriebswirtschaftlichen Kennzahlen das Verständnis für die kulturellen Denk- und Verhaltensmuster der chinesischen Partner eine unabdingbare Voraussetzung für nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg ist.
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse, um ein fundiertes Verständnis der chinesischen Kultur und Geschäftspraktiken zu entwickeln und diese in den Kontext des interkulturellen Managements zu stellen.
Im Hauptteil werden neben den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Chinas die konfuzianischen Grundlagen, spezifische Kommunikations- und Verhaltensregeln sowie konkrete taktische Vorgehensweisen bei Verhandlungen detailliert erörtert.
Zentrale Begriffe sind interkulturelles Management, Guanxi, Mianzi, Verhandlungsführung, Konfuzianismus und sino-deutsche Geschäftsbeziehungen.
Mianzi ist das soziale Ansehen und die empfindlichste Stelle eines Chinesen. Wer das Gesicht des Partners verletzt – etwa durch offene Kritik –, gefährdet nachhaltig das Vertrauen und damit die gesamte Geschäftsbeziehung.
Die 36 Strategeme dienen Chinesen als Nachschlagewerk für List und Taktik. Ihr Verständnis hilft dem westlichen Manager, solche Manöver in Verhandlungen zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren.
Guanxi-Netzwerke bilden die Basis für den Zugang zu kritischen Ressourcen, Informationen und behördlichen Entscheidungen. Sie fungieren oft als Ersatz für formale institutionelle Prozesse und sind entscheidend für den unternehmerischen Erfolg.
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