Diplomarbeit, 2004
101 Seiten, Note: 2
1 Geschichte Europas
1.1 Zeitschiene
1.2 Die Geschichte der Nahrungsaufnahme in Europa
1.2.1 Die Wende
1.2.2 Jedem das Seine
1.2.3 Europa und die Welt
1.2.4 Das Jahrhundert des Hungers
1.2.5 Die Revolution
2 Statistische Daten
2.1 Teigwaren und Getreide
2.2 Kartoffeln
2.3 Zucker
2.4 Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte
2.4.1 Fleisch
2.4.2 Fisch und Meeresfrüchte
2.5 Gemüse
2.6 Obst
2.7 Öl und Fett
2.8 Milch und Milchprodukte
2.8.1 Käse
2.9 Alkohol
2.9.1 Wein
2.10 Adipositas Zahlen
2.10.1 Ernährungssurvey
3 Einfluss der Industrialisierung auf das Essverhalten
3.1 Übergewicht und Adipositas
3.1.1 Verbreitung
3.1.2 Ursachen, Risiken und Erklärungsansätze für Übergewicht und Adipositas
3.1.3 Begleit- und Folgeerkrankungen
3.1.4 Behandlungsmöglichkeiten
3.1.5 Schlussfolgerung
3.2 Die Kultivierung des Appetits
3.2.1 Die Entwicklung in Frankreich und England
3.2.2 Die deutsche Küche
4 Kulturelle Begegnungen im Vergleich: „Die ideale Mahlzeit“
4.1 Kurze Darstellung der beiden Städte
4.1.1 Royan
4.1.2 Fulda
4.2 Interviews Methodenbeschreibung
4.3 Auswertung und Diskussion der Ergebnisse
4.4 Interview mit einem französischem Koch
4.5 Interview mit einer französischer Diätassistentin
4.6 Kulturkritische Betrachtungsweise und Abschluss
Die Diplomarbeit untersucht die historische Entwicklung und den soziokulturellen Wandel der Esskultur in Deutschland und Frankreich. Ziel ist es, Einflüsse der Industrialisierung und Globalisierung auf das moderne Essverhalten sowie gesundheitliche Folgen wie Übergewicht und Adipositas wissenschaftlich zu analysieren.
1.2 Die Geschichte der Nahrungsaufnahme in Europa
Ich möchte wie in Massimo Montanaris Buch „Der Hunger und der Überfluss“ mit der Geschichte Europas im 3. Jahrhundert nach Christi Geburt beginnen. Der Zerfall des Römischen Reiches sowie die Entwicklung neuer Strukturen gaben Anlass für eine große Krise, die ganz Europa durchzog. Die Landflucht, der Verfall der Landwirtschaft sowie häufige Kriege haben das ganze Land stark geschwächt. Epidemien wie die Pest, Hungersnöte, sowie etliche Naturkatastrophen taten ihr übriges. Bis zum Ende des 6. Jahrhunderts änderte sich an dieser Situation nicht viel.
Die Nahrung bestand aus allem Essbaren, angefangen bei Wurzeln und Kräutern, jeglicher Art von Fleisch sowie aus diversen Broten. Auch Kannibalismus soll es in dieser Zeit vermehrt gegeben haben.
Das Römische Reich hatte also an Bedeutung verloren und die neue kulturelle, institutionelle sowie ökonomische Ordnung kam in Europa auf. Zwischen dem 5. und 6. Jahrhundert kam es langsam zu einer neuen Kultivierung des Ackerbaus, der Landwirtschaft und der Baumzucht.
In der römisch-griechischen Kultur waren Korn, Wein und Ölbäume die wichtigsten Nahrungsquellen. Die Ernährung basierte auf Mehlbrei, Oliven, Wein und Brot und war stark vegetarisch ausgerichtet. Der Speiseplan wurde durch den Verzehr von Käse ergänzt. Das wahre Symbol der mediterranen Ernährung war jedoch das Weizenbrot. Aber auch Früchte werden in der Literatur als erstes und höchstes aller Nahrungsgüter beschrieben.
Die germanisch-keltische Kultur wurde über Jahrhunderte in den Wäldern Nord- und Mitteleuropas gepflegt. Vorrangig bestand die Nahrung aus wilder Jagdbeute, Tierzucht und gesammelten Früchten und Beeren. Das Fleisch wurde als das wichtigste Nahrungsmittel angesehen. Es symbolisierte Kraft und Stärke. Man kann auch von einem „barbarischen“ Ernährungsmodell sprechen. Wein war den so genannten Barbaren noch nicht bekannt.
Eine tiefe Kluft spaltete die römische von der barbarischen Welt. Die Wertvorstellungen, Weltbilder sowie die Wirtschaftsverhältnisse waren sehr unterschiedlich.
Geschichte Europas: Überblicksartige Darstellung der historischen Entwicklung und der Geschichte der Nahrungsaufnahme von der Antike bis zum 20. Jahrhundert.
Statistische Daten: Detaillierte Auswertung von Verzehrstudien verschiedener Lebensmittelgruppen in Deutschland und Frankreich über mehrere Jahrhunderte hinweg.
Einfluss der Industrialisierung auf das Essverhalten: Analyse der soziokulturellen und gesundheitlichen Auswirkungen des modernen Konsumverhaltens, fokussiert auf Übergewicht und Adipositas.
Kulturelle Begegnungen im Vergleich: „Die ideale Mahlzeit“: Praktischer Teil mit Interviews und Umfrageauswertungen zur Definition von Mahlzeiten und Esskultur in beiden Ländern.
Esskultur, Europa, Deutschland, Frankreich, Nahrungsaufnahme, Industrialisierung, Ernährung, Adipositas, Übergewicht, Gesundheit, Konsumverhalten, Prävention, Geschichte, Globalisierung, Mahlzeit.
Die Arbeit analysiert die Geschichte und den Wandel der Esskulturen in Deutschland und Frankreich sowie deren Einfluss auf die moderne Ernährung und Gesundheit.
Zentral sind die historische Entwicklung der Nahrungsmittelversorgung, statistische Vergleiche zwischen Deutschland und Frankreich, der Einfluss der Industrialisierung auf das Essverhalten sowie die Problematik von Adipositas.
Das Ziel ist es, Unterschiede in den Ernährungsgewohnheiten der beiden Länder zu belegen und zu hinterfragen, wie sich die „Dekultivierung“ der Ernährungsweise im Wandel der Zeit auf die heutige Gesellschaft auswirkt.
Es wird eine Kombination aus historischer Literaturarbeit, statistischer Analyse von Verzehrdaten sowie eine qualitative Befragung von Personen in Deutschland und Frankreich angewendet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse, eine statistische Datenaufarbeitung, die Untersuchung des Einflusses der Industrialisierung auf das Essverhalten sowie eine praktische Interviewstudie.
Esskultur, Ernährung, Adipositas, Industrialisierung, Deutschland, Frankreich, Konsumverhalten und Prävention sind die maßgeblichen Begriffe.
Die Interviews zeigen, dass Mahlzeiten in Frankreich einen höheren soziokulturellen Stellenwert haben, mehr Gänge beinhalten und stärker familienorientiert sind als in Deutschland.
Obwohl Fertigprodukte auch in Frankreich Einzug gehalten haben, legen die befragten traditionell orientierten Personen dort einen deutlich höheren Wert auf frische Zutaten und lehnen hochverarbeitete Convenience-Produkte häufiger ab als in den untersuchten deutschen Haushalten.
Es beschreibt die Balance zwischen Kalorienaufnahme und Energieverbrauch; wird diese durch Überernährung und Bewegungsmangel gestört, verschiebt sich der sogenannte Set Point nach oben, was zu Übergewicht führt.
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