Forschungsarbeit, 2011
530 Seiten
Einleitung
1. Stand der bildungstheoretischen Forschung zum Untersuchungsgegenstand
2. Platons sokratisches Philosophieren
2.1 Das sokratische Problemwissen als problematisch-vernünftige Bildung und die Dialogform
2.1.1 Platons philosophisches Anliegen und die Wahl der Dialogform
2.1.2 Bemerkungen zur Platon- und zur Platonismusforschung
2.1.3 Sokratisch-problematische Bildung als das Zentrum von Platons Philosophieren und die Schriftkritik
2.2 Der sokratisch Gebildete, seine skeptisch-problematische Bildung und die Charakteristika des sokratischen Nichtwissens
2.2.1 Der sokratisch-skeptisch Gebildete und sein wissendes Nichtwissen als sokratisch-problematisches Bildungswissen
2.2.2 Die Persongebundenheit des sokratisch-skeptischen problemqualifikativen Bildungswissens
2.2.3 Das Ideal sokratisch-problemerschlossen positionalitätsaffirmativen Wissens und die Möglichkeit seiner Identifizierung
2.2.4 Die Struktur des sokratisch verstandenen Wissens und die Grenzen seiner Objektivierbarkeit
2.2.5 Das sokratische Problemwissen als nicht irrtumsfähiges Wissen
2.2.6 Die Unsagbarkeit des sokratisch-skeptischen Problemerfahrungswissens und seine Aneignung
2.2.7 Das sokratisch-skeptische problemqualifizierte Nichtwissen als das menschengemäße Bildungswissen und als Offenheit gegenüber der Wirklichkeit
2.3 Die Ideen im Zusammenhang sokratisch-problemerschließenden Vernunftgebrauches und der Erwerb sokratisch-atopischen, aporetisch-epochetischen Problemwissens durch Platons Sokrates
2.3.1 Sokratische Prüfung und sokratische `Selbstverständlichkeiten´
2.3.2 Die Idee als Voraussetzung des sokratischen Gespräches
2.3.3 Sokratisches Problemwissen versus Metaphysikfreiheitsprätentionen
2.3.4 Sokratisches Problemwissen als metaphysikkritische Möglichkeit
2.3.5 Die Idee, das Problemwissen der Sokratesgestalt und die fiktive Chronologie der Dialoge
2.3.6 Ideenerkenntnis und sokratisches Problemwissen
2.3.7 Die sokratische Ideenhypothetik als problematizitätsvertraute Schwundstufenpositionalität
2.3.8 Der Sokrates des Phaidon und seine skeptisch-schwundstufige Positionalität
2.3.9 Die sokratisch-platonische Dialektik im Phaidon in Differenz zur idealprogrammatischen Dialektik der Politeia
2.3.10 Sokrates und sein Umgang mit der Ideenhypothese als Ausdruck sokratisch-problemerschlossener Bildung
2.4 Das auf die `Idee des Guten´ bezogene Wissen und das sokratische Problemwissen
3. Schlussbemerkungen
Die Arbeit untersucht das sokratische Nichtwissen als eine Form der "sokratisch-problemerschlossenen Bildung". Ziel ist es, diese historisch-systematisch zu konturieren und als eine Orientierungskategorie für eine zeitgemäße Pädagogik nutzbar zu machen, während gleichzeitig die Marginalisierung dieses Bildungsbeitrags Platons in der Forschung kritisiert wird.
2.1.1 Platons philosophisches Anliegen und die Wahl der Dialogform
Platon hat für sein philosophisches Schrifttum die Form des Dialoges gewählt und behält sie bei. Diese Wahl beruht bei Platon sicherlich auf dem historischen Vorbild seines `Lehrers´ Sokrates. Doch dies dürfte nicht der einzige Grund sein, denn die Dialogform findet sich auch in seinem mittleren und späten Schrifttum, also bei Dialogen, in denen teils ein Sokrates als Kunstfigur auftritt, der, selbst gefragt, antwortend Dinge – oftmals auch vorbehaltlich-lehrhaft – sagt und sich mit Themen beschäftigt, die mit dem, was der historische Sokrates im Munde führte und über das er nachdachte, nicht mehr direkt etwas zu tun haben dürften.
Auch eine Deutung der Wahl der Dialogform aus literarisch-poetischen bzw. literarisch-ästhetischen Gründen vermag nicht voll zu befriedigen, insbesondere im Blick auf die späten Dialoge, deren literarische Qualität begrenzt ist.
Die Wahl der Dialogform als literarische Mitteilungsform deutet darauf hin, dass es Platon nicht vor allem um die Mitteilung von philosophischen Sachverhaltsbehauptungen zu tun ist, die er für zutreffend hält. Diese Vermutung verstärkt sich, wenn man sich den spezifischen Gebrauch der Dialogform durch Platon vor Augen führt: In den Dialoggestaltungen Platons zeigt sich als nahezu durchgängiger und hervorstechender Zug ein Primat der Fragen gegenüber den gegebenen Antworten.
Einleitung: Umriss der bildungstheoretischen Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit bezüglich des sokratisch-skeptischen Bildungswissens.
1. Stand der bildungstheoretischen Forschung zum Untersuchungsgegenstand: Analyse der Krise des Bildungsbegriffs seit den 1960er Jahren und Identifikation des vernachlässigten "sokratischen Potentials".
2. Platons sokratisches Philosophieren: Grundlegung der These, dass Platons Werk primär als Dialogform zur Vermittlung eines sokratischen Nichtwissens zu verstehen ist.
3. Schlussbemerkungen: Zusammenfassung der Ergebnisse und Forderung nach einer Rückbesinnung auf das "sokratische Erbe" als regulatives Ideal für Bildungstheorie und -praxis.
Platon, Sokrates, Bildungswissen, Nichtwissen, Dialogform, Problembewusstsein, Skepsis, Aporie, Pädagogik, Dialektik, Ideenhypothese, Lebensführung, Erkenntnistheorie, Bildungsbegriff, antike Philosophie.
Die Arbeit analysiert das platonische Dialogwerk neu und fokussiert dabei auf das sokratische Nichtwissen als eine Form der Bildung.
Zentral sind der Bildungsbegriff, die Rolle des Dialogs bei Platon, die Abgrenzung von dogmatischen Wissensformen und die Bedeutung der Skepsis.
Das Ziel ist die Ausarbeitung des "sokratischen Nichtwissens" als tragfähige Orientierungskategorie für die heutige Pädagogik.
Es handelt sich um eine historisch-systematische Forschungsarbeit, die sowohl philologische als auch bildungstheoretische Ansätze verbindet.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Platons sokratischem Philosophieren, die Struktur des sokratischen Wissens und die Rolle der Ideen bei Platon.
Neben Platon und Sokrates sind Begriffe wie "Problemwissen", "Skepsis", "Bildung" und "Aporie" maßgeblich.
Die Schriftkritik wird als Beweis dafür gewertet, dass Platon Wissen nicht als starre Information, sondern als prozessuales, personengebundenes Können verstand.
Im Gegensatz zu dogmatisch-systematischen Ansätzen betont diese Arbeit den undogmatischen, skeptisch-problemorientierten Charakter von Platons Denken.
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