Diplomarbeit, 2004
184 Seiten
1 Einleitung
2 Theorie
2.1 Werbung als Kommunikationsprozess
2.2 Werbung als Werbewirkungsprozess
2.2.1 Die behavioristischen S-R-Theorien
2.2.2 Die neobehavioristischen S-O-R-Theorien
2.3 Das klassische Konditionieren
2.3.1 Das klassische Experiment von Iwan P. Pawlow
2.3.2 Das klassische Experiment von John B. Watson
2.3.3 Zentrale Begriffe des klassischen Konditionierens
2.3.3.1 Der unkonditionierte Stimulus (UCS)
2.3.3.2 Die unkonditionierte Reaktion (UCR)
2.3.3.3 Der neutrale Stimulus (NS)
2.3.3.4 Der konditionierte Stimulus (CS)
2.3.3.5 Die konditionierte Reaktion (CR)
2.3.3.6 Extinktion (Löschung)
2.3.3.7 Konditionieren zweiter (höherer) Ordnung
2.3.3.8 Zeitliches Konditionieren
2.3.4 Die Stimulus-Substitutionstheorie
2.3.5 Die Theorie des Signallernens
2.3.5.1 Signallernen und evaluatives Konditionieren
2.3.5.2 Signallernen und zeitliches Konditionieren
2.3.6 Empirische Befunde aus dem Werbekontext
2.4 Zusammenfassung
2.5 Fragestellung und Hypothesen
3 Methoden
3.1 Versuchsplan
3.2 Experimentelles Stimulusmaterial
3.2.1 Auswahl und Gestaltung der Werbespots
3.2.2 Auswahl des Werbemediums Fernsehen
3.2.3 Festlegung der Darbietungshäufigkeit
3.2.4 Beeinflussung des Motivationsniveaus
3.2.5 Auswahl und Gestaltung des TV-Rahmenprogramms
3.2.6 Zusammensetzung und Anordnung der Werbeblöcke
3.3 Versuchsablauf
3.4 Operationalisierung der abhängigen Variablen
3.4.1 Einstellung zur beworbenen Marke
3.4.2 Relative Kaufabsicht
3.4.3 Erinnerung an die dargebotenen Werbespots
3.4.4 Einstellung zu den dargebotenen Fernsehwerbespots
3.5 Aufbau des Fragebogens
3.6 Stichprobe
4 Ergebnisse
4.1 Überprüfung der Markenbekanntheit
4.2 Markeneinstellung und relative Kaufabsicht
4.2.1 Deskriptive Darstellung der Ergebnisse
4.2.2 Überprüfung der Hypothesen
4.2.3 Einzelvergleiche (Kontraste)
4.3 Erinnerung an die gezeigten Werbespots
4.3.1 Deskriptive Darstellung der Ergebnisse
4.3.2 Überprüfung der Hypothesen
4.4 Einstellung zu den präsentierten Werbespots
5 Zusammenfassung und Diskussion
5.1 Zusammenfassung
5.1.1 Fragestellung und Hypothesen
5.1.2 Experimentelles Vorgehen
5.1.3 Ergebnisse
5.2 Diskussion
5.2.1 Interpretation der Ergebnisse
5.2.2 Kritik und Ausblick
Ziel dieser Arbeit ist es, die Werbeeffizienz von Classical Ads (erst Marke, dann Botschaft) und Mystery Ads (erst Botschaft, dann Marke) unter kontrollierten Bedingungen experimentell gegenüberzustellen, um herauszufinden, unter welchen Rahmenbedingungen das Rückwärtskonditionieren gegenüber dem Vorwärtskonditionieren effizienter ist.
2.3.1 Das klassische Experiment von Iwan P. Pawlow
Pawlows Forschungsinteresse galt ursprüngliches der Physiologie des Verdauungssystems bei Hunden (vgl. Lefrancois, 1986; Spada, 1990; Tarpy, 1979). Mittels einer speziellen Apparatur versuchte er, die nach Verabreichung verschiedenster Substanzen produzierte Speichelmenge im Maul seiner Versuchstiere zu messen. Eher zufällig entdeckte er dabei die Technik des klassischen Konditionierens. Pawlow bemerkte im Verlauf seiner Untersuchungen, dass von einigen seiner Versuchshunde schon vor Beginn des eigentlichen Experiments, also noch vor der Verabreichung irgendwelcher Substanzen, vermehrt Speichel abgesondert wurde.
Dieser Effekt zeigte sich erstaunlicherweise jedoch nur bei Tieren, die schon längere Zeit an seinen Versuchen teilnahmen. Gerade erst neu in das Forschungsprogramm aufgenommene Hunde zeigten solch eine Reaktion nicht (Mazur, 2004). Diese faszinierende Entdeckung veranlasste Pawlow, sich von seinem ursprünglichen Forschungsziel abzuwenden und stattdessen der experimentellen Untersuchung dieses unvorhergesehenen Lernphänomens nachzugehen. Das klassische Experiment zur Konditionierung der Speichelsekretion bei Hunden gestaltete sich in Anlehnung an Pawlow (1927) wie folgt:
Wird einem hungrigen Hund Fleischpulver – gleiches gilt selbstverständlich auch für richtiges Futter – vorgehalten bzw. verabreicht, reagiert dieser reflexartig mit gesteigerter Speichelsekretion. Dieser unbedingte Reflex, wie Pawlow diese Reaktion ursprünglich nannte, tritt praktisch bei jeder Darbietung des Fleischpulvers automatisch, d.h. ohne willentliche Kontrolle, auf. Wird dem Versuchstier das Fleischpulver nun wiederholt in Verbindung mit einem Glockenton dargeboten, so reagiert der Hund nach einigen Versuchsdurchgängen schon bei dem bloßen Klang der Glocke mit einer vermehrten Speichelproduktion, auch wenn ihm im Anschluss an das Läuten der Glocke kein Futterpulver mehr verabreicht wird. Diese Reaktion auf den ursprünglich für den Hund völlig bedeutungslosen Glockenton bezeichnete Pawlow als bedingten Reflex.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz moderner Fernsehwerbung ein und definiert die zentralen Begriffe "Classical Ads" und "Mystery Ads".
2 Theorie: Dieses Kapitel erläutert werbewissenschaftliche Grundlagen, stellt das Modell des klassischen Konditionierens vor und diskutiert relevante psychologische Theorien zur Informationsverarbeitung.
3 Methoden: Hier wird das experimentelle Vorgehen dargelegt, einschließlich Versuchsplan, Stimulusmaterial, Ablauf der Untersuchung und der Operationalisierung der abhängigen Variablen.
4 Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die empirischen Daten zur Markenbekanntheit, zur Markeneinstellung, zur Kaufabsicht und zur Erinnerungsleistung der Probanden.
5 Zusammenfassung und Diskussion: Das finale Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse zusammen, diskutiert diese im Hinblick auf die Hypothesen und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsmöglichkeiten.
Fernsehwerbung, Classical Ads, Mystery Ads, Klassisches Konditionieren, Werbeeffizienz, Markeneinstellung, Kaufabsicht, Informationsverarbeitung, Gedächtnis, Kontiguität, Kontingenz, Stimulus, Reaktion, Markenbekanntheit
Die Diplomarbeit untersucht, wie sich der Zeitpunkt der Logoeinblendung in einem Fernsehwerbespot (zu Beginn vs. gegen Ende) auf die Werbewirkung auswirkt.
Die Arbeit verknüpft psychologische Lerntheorien, insbesondere das klassische Konditionieren, mit der Werbepraxis und analysiert kognitive Prozesse der Informationsverarbeitung.
Das Ziel ist der empirische Nachweis darüber, ob "Mystery Ads" durch eine tiefere kognitive Verarbeitung eine höhere Werbeeffizienz erzielen können als klassische Werbeformate.
Es wurde ein 2x2x2 faktorielles, varianzanalytisches Versuchsdesign unter kontrollierten Laborbedingungen angewandt, um die Faktoren Logoplatzierung, Darbietungshäufigkeit und Motivationsniveau zu untersuchen.
Der Hauptteil umfasst eine theoretische Fundierung über Werbewirkungsmodelle, eine detaillierte methodische Beschreibung des Versuchsaufbaus sowie die statistische Auswertung und Diskussion der erzielten Ergebnisse.
Wesentliche Begriffe sind Classical Ads, Mystery Ads, klassisches Konditionieren, Werbeeffizienz, Markeneinstellung und kognitive Informationsverarbeitung.
Die Untersuchung berücksichtigt, dass bei bekannten Marken bereits bestehende Assoziationen (Altlasten) den Konditionierungseffekt beeinflussen können, was bei unbekannten Marken nicht der Fall ist.
Der Autor legt nahe, dass Mystery Ads für neue, unbekannte Marken sinnvoll sein können, sofern sie nicht zu häufig eingesetzt werden, da ihre Wirksamkeit stark von der anfänglichen Aufmerksamkeit abhängt.
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