Diplomarbeit, 2009
121 Seiten, Note: 1,3
Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
1. Einleitung
1.1. Hinführung zum Thema / Fragestellung
1.2. Eingrenzung des untersuchten Gebietes
1.3. Struktur und Quellenlage
2. Architektur der Macht – Macht der Architektur
2.1. Was ist Architektur?
2.2. Architektur und Macht
2.3. Die soziologische Dimension: Architektur als Zeichen
2.4. Architektur und Politik
2.4.1. Politische Architektur
2.4.2. Architektur als Instrument der staatlichen Selbstdarstellung
2.4.3. Architektur in nicht-demokratischen Staaten
2.5. Critical Geopolitics: die Konstruktion strategischer Raumbilder
3. Imaginations of China: Wie sieht sich China, wie möchte es gesehen werden?
3.1. Die Suche nach Moderne und einer nationalen Identität
3.2. Staatliche Selbstdarstellung innerhalb Chinas
3.3. China für die Welt: public diplomacy im Reich der Mitte
3.4. Die Olympischen Spiele in Peking 2008: one world, different dreams?
4. Moderne Symbolarchitektur in Peking
4.1. Olympia-Architektur: Das „Vogelnest“ und der „Wasserwürfel“
4.1.1. Olympische Bauvorhaben: „New Beijing, Great Olympics“
4.1.2. Strategisches Raumbild: „One World, One Dream”
4.1.3. Die Gebäude und ihre Wirkung
4.1.4. Kritik an den Gebäuden
4.2. Medien-Architektur: China Central Television Headquarters
4.2.1. Strategisches Raumbild: „Chinas Fenster zur Welt“
4.2.2. Das Gebäude und seine Wirkung
4.2.3. Kritik am Gebäude
4.3. Kulturarchitektur: „The Egg“ – das National Center of the Performing Arts
4.3.1. Strategisches Raumbild: „Peking als moderne Weltstadt“
4.3.2. Das Gebäude und seine Wirkung
4.3.3. Kritik am Gebäude
5. Wenn westliche Architektur auf China trifft: Besonderheiten und Probleme
5.1. Debatte um die Vergabe der Bauprojekte in Peking an ausländische Architekten
5.2. Probleme der Architekten bei der Arbeit in China
5.3. Was westliche Architekten an ihrer Arbeit in China fasziniert
5.4. Einfluss von Symbolik und Metaphorik auf die Architektur in China
5.5. Architektur und Moral: Darf man für China bauen?
6. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die Wechselwirkung zwischen moderner Symbolarchitektur in Peking und politischer Macht. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, wie ausgewählte, von westlichen Architekten entworfene Monumentalbauten als strategische Raumbilder zur staatlichen Selbstdarstellung Chinas (im Rahmen der Olympischen Spiele 2008) genutzt werden und welche Rolle diese Bauten in der Legitimation des politischen Systems sowie in der öffentlichen Wahrnehmung spielen.
4.2. Medien-Architektur: China Central Television Headquarters
„Es drückt die Visionen Chinas aus, es ist ein Manifest seiner Ambitionen." Kevin Ou, OMA
Der neue Hauptsitz des chinesischen Staatsfernsehens ist das moderne Gebäude in Peking, das im Mittelpunkt der Diskussion um die „Bauten des Bösen“ steht, des Bauens für nicht-demokratische Staaten. Doch nicht nur durch seine Rolle als „Sprachrohr“ des chinesischen Regimes sorgt es für Diskussionen, sondern auch seine ungewöhnliche, technisch innovative und hochkomplexe Konstruktion ist Aufsehen erregend und nicht unumstritten. Angepriesen als eine Art Neuerfindung des Wolkenkratzers, ist der Bau begleitet von allerlei architekturtheoretischen Debatten. Als einziger der hier analysierten Bauten ist das CCTV-Gebäude noch nicht fertiggestellt und auch nicht öffentlich zugänglich; der Innenraum kann daher nur in begrenztem Umfang analysiert werden.
1. Einleitung: Hinführung zur Fragestellung, wie moderne Architektur in Peking als Mittel der Macht und Selbstdarstellung dient.
2. Architektur der Macht – Macht der Architektur: Erarbeitung eines theoretischen Rahmens, der Architektursemiotik, Machtstrukturen und das Konzept strategischer Raumbilder verknüpft.
3. Imaginations of China: Wie sieht sich China, wie möchte es gesehen werden?: Untersuchung des chinesischen Selbstbildes, der Bedeutung der Olympischen Spiele und der Rolle von "public diplomacy" für das Nationalimage.
4. Moderne Symbolarchitektur in Peking: Detaillierte Analyse der vier ausgewählten Bauwerke (Olympiabauten, CCTV, Nationaloper) hinsichtlich Design, Wirkung, Bedeutung und Kritik.
5. Wenn westliche Architektur auf China trifft: Besonderheiten und Probleme: Diskussion der Debatte um ausländische Architekten, praktischer Probleme bei der Arbeit in China und der moralischen Dimension des Engagements für totalitäre Regime.
6. Schlussbetrachtung: Zusammenfassendes Fazit über das Dilemma der Regierung zwischen legitimationsstärkender Wirkung der Bauten und ihrem Potenzial als Ventil für soziale Unzufriedenheit.
Architektur, Macht, China, Peking, Symbolarchitektur, Olympische Spiele 2008, Staatliche Selbstdarstellung, Public Diplomacy, Strategische Raumbilder, Nationalismus, Identität, CCTV Headquarters, Nationalstadion, Herzog & de Meuron, Rem Koolhaas.
Die Diplomarbeit untersucht die Rolle moderner Architektur in Peking als Instrument staatlicher Machtdemonstration und Identitätsstiftung vor dem Hintergrund der Olympischen Sommerspiele 2008.
Die Schwerpunkte liegen auf Architekturtheorie, politischer Geographie, nationaler Selbstdarstellung Chinas sowie den ethischen Spannungsfeldern bei der Zusammenarbeit westlicher Architekten mit autoritären Regimen.
Das Ziel ist es, die Bedeutung und Funktion symbolträchtiger Gebäude in Peking als "strategische Raumbilder" zu dekonstruieren und aufzuzeigen, was mit diesen Bauten nach innen und außen kommuniziert werden soll.
Die Arbeit nutzt eine interdisziplinäre Herangehensweise, die Elemente aus der Politikwissenschaft, Stadtgeographie, Soziologie, Kulturwissenschaft und Kunstgeschichte kombiniert, insbesondere durch die Analyse strategischer Raumbilder.
Der Hauptteil widmet sich der konkreten Gebäudeanalyse von vier prominenten Bauwerken: dem "Vogelnest", dem "Wasserwürfel", dem CCTV-Headquarters und dem National Center of the Performing Arts.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Architektur, Macht, Symbolarchitektur, Identität, Public Diplomacy, Nationalismus und die spezifischen Architekten (Herzog & de Meuron, Koolhaas) definieren.
Das Konzept "Gesicht" ist zentral, um zu verstehen, warum die chinesische Regierung so sensibel auf internationale Kritik reagiert und welche psychologische Bedeutung der prestigeträchtige Baukult für das Ansehen Chinas im internationalen Vergleich hat.
Die Arbeit zeigt ein ambivalentes Bild auf: Während die Architekten von den Arbeitsbedingungen und der Dynamik in China fasziniert sind, stehen sie gleichzeitig in der Kritik, als "Luxusmarken" zur Glorifizierung des Regimes beizutragen und sich moralischen Fragen durch Ausreden zu entziehen.
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