Diplomarbeit, 2008
108 Seiten, Note: 2
1 Einleitung
2 Lernen durch Erfahrung
2.1 Begriffsklärung
2.2 Prozess des Erfahrungslernens
3 Institution der beruflichen Bildung – Fachakademie für Heilpädagogik
3.1 Begriffsbestimmungen
3.2 Geschichtliche Entwicklung der Ausbildung für Heilpädagoginnen in Deutschland
3.3 Aufgaben der Fachakademie für Heilpädagogik
3.4 Zugangsvoraussetzungen, Lehrplanvorgaben, Trägervorgaben
3.5 Begründungen für erfahrungsbasierte Lernstrukturen
4 Handlungsorientierung im Kontext beruflicher Erwachsenenbildung an einer beruflichen Schule
4.1 Das (heil-)pädagogische Praxisverständnis in der Weiterbildung zur Heilpädagogin
4.2 Passung/Anschlusslernen
4.3 Lernbegründungen von erwachsenen Lernerinnen
4.4 Begründungen für Handlungsorientierung und Erfahrungslernen zur Veränderung verschulter Strukturen in der beruflichen Erwachsenenbildung
5 Lernen durch Erfahrung in der beruflichen Erwachsenenbildung
5.1 Informelles Erfahrungslernen in sozialen Berufen
5.2 Auf welche Kompetenzen berufserfahrener Sozialberufler kann zurückgegriffen werden?
5.3 Methoden erfahrungsbasierten Wissenserwerbs für die berufliche Bildung
5.3.1 Strukturvorgaben als Hilfe zum Erfahrungslernen
5.3.2 Hilfe bei der Reflexion von Arbeitsprozessen
5.4 Lernkulturen
5.4.1 Verhalten von Lehrenden
5.4.2 Lernhilfen
6 Explorationsdesign
6.1 Fragebogen – empirische Methode
6.2 Kurze Einleitung zum „Fragebogen zur Erhebung von Voraussetzungen für Erfahrungslernen im Rahmen schulischer beruflicher Weiterbildung“
6.3 Gründe für die Erstellung des Fragebogens
6.4 Einsatzmöglichkeiten
6.5 Entwicklungsprozess des Fragebogens
6.5.1 Was soll erfasst werden?
6.5.2 Warum soll erfasst werden
6.6 Welcher Ausschnitt sozialer Wirklichkeit als Spezialisierung des Untersuchungsgegenstandes wird gewählt?
6.6.1 Beweggründe für die Aufnahme der beruflichen Weiterbildung zur Heilpädgogin
6.6.2 Bereitschaft zur Initiierung von selbst gesteuerten Lernprozessen
6.6.3 Persönliche Wünsche zum Lernen durch Handlungspraxis
6.6.4 Hinweise auf Vorlieben beim erfahrungsbasierten Wissenserwerb
6.6.5 Prozess- und Ergebnisevaluation
6.7 Wie soll erhoben werden?
6.7.1 Datensammlung und – Analyse unter Zuhilfenahme wissenschaftlicher Forschungsmethoden
6.7.2 Phänomenologisches Vorgehen
7 Praktische Erhebung
7.1 Phasen der Fragebogenentwicklung (vgl. Wellenreuther 1982, 179, zitiert in: Atteslander 2000, 175)
7.2 Ergebnisse der Exploration von Sozialdaten
8 Zusammenfassung und Diskussion
8.1 Unterschiedliche Lernvoraussetzungen
8.2 Bereitschaft zur Initiierung von selbst gesteuerten Lernprozessen
8.3 Persönliche Wünsche und Strategien in der Erfahrung von Handlungspraxis
8.4 Hinweise auf Vorlieben beim erfahrungsbasierten Wissenserwerb
8.5 Prozess- und Ergebnisevaluation
Die Arbeit untersucht die Theorie des Erfahrungslernens im Kontext der beruflichen Weiterbildung von Erwachsenen, insbesondere an Fachakademien für Heilpädagogik. Ziel ist es, den Begründungszusammenhang zwischen Erfahrungslernen, Handlungsorientierung und den individuellen Bildungsinteressen der Studierenden aufzudecken, um didaktische Ansätze zur Optimierung von Lernprozessen zu identifizieren.
2.1 Begriffsklärung
„Fahren“ meint ursprünglich „sich fortbewegen“, „er“ weist auf einholen und durchhalten hin (Bollnow 1968). Andere Autoren leiten den Begriff von der althochdeutschen Entwicklung von „irfaran“, „ervarn“, ervarunge“ mit der Bedeutung von feststellen, erwandern, wahrnehmen, erforschen (vgl. Mackensen 1985, 120. In: Bender, 1996, 2) ab. Erfahrung kennzeichnet den Prozess, wie der Mensch auf der Fahrt mit etwas zur Ruhe kommt (vgl. Gieseke/Siebers, 1994, 332) oder es wird mit „Erfahrung die unmittelbarste Weise bezeichnet, wie sich der Mensch seiner Umwelt gewahr und habhaft wird“ (Bender, 1996, 2). Das Wort erfahren wird aber auch im Sinne von erforschen, kennen lernen, durchmachen gebraucht.
Erfahrungsaneignung passiert nicht per se; vielmehr gehören Offenheit, Mut und Reife als Persönlichkeitseigenschaften zum Erfahrungserwerb. „Erfahrungen erwachsen vielmehr erst in der Art, wie der Mensch das ihm von außen her Begegnende sich auch innerlich anzueignen weiß“ (Bollnow, 1968, 138).
So scheint es denn auch möglich, dass dem Menschen etwas widerfährt, er daraus aber keine Erfahrung ableitet. Zur Nutzung des Erfahrungslernens für Bildungszwecke, sei dies in formellen Lernbezügen oder informell durch Selbstlernprozesse, ist von Interesse, wie Erfahrung zur Wissenserweiterung führen kann.
1 Einleitung: Diese Einleitung erläutert das Erkenntnisinteresse an der Theorie des Erfahrungslernens innerhalb des deutschen Bildungssystems und den Kontext der beruflichen Weiterbildung für Fachkräfte.
2 Lernen durch Erfahrung: Dieses Kapitel definiert den Begriff des Erfahrungslernens und beschreibt theoretisch fundiert den Prozess, durch den Erlebnisse zu Erfahrungen und damit zu Wissenszuwachs werden.
3 Institution der beruflichen Bildung – Fachakademie für Heilpädagogik: Das Kapitel charakterisiert die Fachakademie als Lernort, beleuchtet deren Geschichte sowie Aufgaben und ordnet sie institutionell in den Bildungsauftrag ein.
4 Handlungsorientierung im Kontext beruflicher Erwachsenenbildung an einer beruflichen Schule: Hier wird der Bedarf für Handlungsorientierung in der Ausbildung begründet, wobei insbesondere auf das Praxisverständnis und die Passung von Lernangeboten eingegangen wird.
5 Lernen durch Erfahrung in der beruflichen Erwachsenenbildung: Dieses Kapitel erörtert die Rolle des informellen Lernens und die Methoden, wie erfahrungsbasierter Wissenserwerb didaktisch in die formale Weiterbildung integriert werden kann.
6 Explorationsdesign: Es wird die methodische Anlage der empirischen Untersuchung dargelegt, einschließlich der Entwicklung und Intention des verwendeten Fragebogens zur Erhebung von Lernvoraussetzungen.
7 Praktische Erhebung: Dieser Abschnitt beschreibt die konkrete Durchführung der Befragung an der Fachakademie und die Phasen der Datengewinnung.
8 Zusammenfassung und Diskussion: Die Ergebnisse der Exploration werden zusammengefasst, kritisch diskutiert und in einen größeren bildungstheoretischen Kontext gestellt.
Erfahrungslernen, Handlungsorientierung, Erwachsenenbildung, Heilpädagogik, Kompetenzentwicklung, Fachakademie, Selbststeuerung, informelles Lernen, Lernvoraussetzungen, Praxisreflexion, Didaktik, Berufliche Weiterbildung, Subjektwissenschaftliche Perspektive, Lernkultur, Berufsbiographie.
Die Diplomarbeit untersucht die Bedeutung und Anwendung von Erfahrungslernen als Lehrmethode in der beruflichen Weiterbildung zur staatlich anerkannten Heilpädagogin.
Zentral sind die theoretischen Grundlagen des Erfahrungslernens, die Institution "Fachakademie", Handlungsorientierung in der Erwachsenenbildung sowie die empirische Erhebung von Lernbedarfen und Voraussetzungen der Studierenden.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie berufliche Vorerfahrungen der Studierenden genutzt werden können, um durch gezielte methodische Ansätze eine effektivere und handlungsorientiertere Weiterbildung zu gestalten.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer empirischen Studie mittels Fragebogen, wobei ein qualitativ-hermeneutisches Vorgehen zur Auswertung der Daten gewählt wurde.
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Herleitung des Erfahrungslernens, der Analyse der Lernkontexte an Fachakademien und der Durchführung einer explorativen Befragung von Studierenden.
Die zentralen Konzepte sind Erfahrungslernen, Handlungsorientierung, Kompetenzentwicklung, Lernbiographien und die spezifische Gestaltung schulisch-beruflicher Weiterbildung.
Die Studie stellt fest, dass sich die Lernenden in unterschiedlichen Entwicklungsphasen des Erwachsenenalters befinden, was bei der Gestaltung von Weiterbildungsangeboten und Übergangshilfen berücksichtigt werden muss.
Die empirischen Daten zeigen, dass Studierende dem reflektierenden Austausch und der Rückmeldung durch Praxisberaterinnen einen sehr hohen Stellenwert für den Erwerb von Handlungskompetenz beimessen.
Obwohl die Studierenden ihre Berufserfahrung als wertvoll erachten, zeigt die Befragung, dass die explizite Verknüpfung von altem Erfahrungswissen mit neuen Inhalten in der Schule oft noch als Herausforderung wahrgenommen wird.
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