Wissenschaftlicher Aufsatz, 2011
24 Seiten
Introduction
1. Leo Strauss and the Theologico-Political Problem
2. Carl Schmitt: The Concept of Political Theology
3. The Background of Political Thinking in East Asia
Conclusions
Die vorliegende Arbeit untersucht das theologico-politische Problem der Moderne und hinterfragt, inwiefern westliche Konzepte der Politik und Religion universell anwendbar sind oder ob sie durch eine spezifische kulturelle und historische Tradition geprägt wurden. Ziel ist es, durch die Analyse der Ansätze von Leo Strauss und Carl Schmitt sowie durch einen Vergleich mit dem politischen Denken in Ostasien zu zeigen, dass ein breiteres Verständnis von Modernität notwendig ist, um die aktuelle Dynamik einer multipolaren Welt zu erfassen.
Leo Strauss and the Theologico-Political Problem
Leo Strauss idea of political philosophy is directly linked to what he calls the theolocio-political problem or the conflict between Athens and Jerusalem. Born in 1899 in Kirchhain, a small provincial town near Marburg in the heart of Germany, he observed as a German Jew the fall of the Weimar Republic. In the second half of the 1920s it already seemed that through the recognition of Jews as full citizens, the Weimar Republic had achieved the ideal of liberal democracy. Numerous intellectuals had celebrated the congenial resemblance between German and Jews, and the fruitful mingling of German and Jewish intellectual culture. The main intention of the Enlightenment was realized: a society in accord with the principles of moral autonomy and the solution of the theologico-political problem by the clear distinction of public political order and privat religious faith. The division between citizen and bourgeois, public and privat, determined the solution to the problem of religion and politics. The Hobbesian model of modern state which takes religion and faith out of public life into the sphere of privat belief was the foundation of the liberal state. The state sponsored persecution of Jews which started immediately in 1933 when Hitler came to power. It proved that the project of the modern state was based on a false assumption. Liberal society, according to Strauss, was never able to eradicate discrimination against the Jews, and therefore could not succeed and cannot succeed in furnishing a totally satisfactory solution to the Jewish problem. Although a liberal society may use the law to protect the individual’s public sphere, the liberal state cannot protect the individual against discrimination in the privat sphere. Furthermore, citizens of the liberal state are rooted in religious beliefs which influence their behaviour as public citizens. The modern liberal state, though it aims at the solution of the theologico-political problem, is nonetheless conditioned throughout by that very problem. To disclose this as the fundamental problem of politics, Strauss wants to rediscover the original meaning of political philosophy.
Introduction: Diese Einleitung führt in das theologico-politische Problem ein und skizziert die Fragestellung der Arbeit, die sich kritisch mit der westlichen Trennung von Politik und Religion befasst.
1. Leo Strauss and the Theologico-Political Problem: Das Kapitel analysiert Strauss’ Konzept der politischen Philosophie als Versuch, das ursprüngliche Verständnis von Politik angesichts des gescheiterten liberalen Modells und dessen Unfähigkeit, den theologico-politischen Konflikt zu lösen, wiederzuentdecken.
2. Carl Schmitt: The Concept of Political Theology: Hier wird Schmitts Ansatz untersucht, der die säkularisierten theologischen Wurzeln moderner Staatskonzepte betont und die Bedeutung der Souveränität sowie der Freund-Feind-Unterscheidung im Ausnahmezustand hervorhebt.
3. The Background of Political Thinking in East Asia: Dieses Kapitel stellt das politische Denken in Ostasien, insbesondere in China, vor, das nicht in einem monotheistischen Rahmen entstand, und diskutiert das kosmologische Konzept der Harmonie zwischen Himmel und Mensch.
Conclusions: Das Fazit fasst zusammen, dass die westliche Fixierung auf monotheistische Konzepte die Analyse globaler politischer Herausforderungen einschränkt und plädiert für einen interkulturellen Dialog über politische Werte.
Theologico-politisches Problem, Politische Philosophie, Politische Theologie, Liberaler Staat, Leo Strauss, Carl Schmitt, Modernität, China, Konfuzianismus, Daoismus, Souveränität, Religion und Politik, Menschenrechte, Kulturelles Erbe, Multipolarität.
Die Arbeit untersucht das sogenannte theologico-politische Problem, also die Spannungen und die wechselseitige Beeinflussung von Religion und Politik innerhalb des modernen Staates und der westlichen politischen Tradition.
Die zentralen Themen umfassen die politische Philosophie von Leo Strauss, das Konzept der politischen Theologie von Carl Schmitt, das politische Denken in Ostasien (China) sowie eine kritische Hinterfragung des westlichen Universalismus.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass der moderne westliche Staat und sein Verständnis von Modernität tief in spezifischen, oft säkularisierten theologischen Traditionen verwurzelt sind, und Wege für ein breiteres Verständnis jenseits dieser westlichen Erfahrung zu eröffnen.
Die Arbeit nutzt eine komparative und theoretisch-historische Analyse, indem sie die Denker Strauss und Schmitt den nicht-westlichen Traditionen des chinesischen politischen Denkens gegenüberstellt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Auseinandersetzung mit der klassischen politischen Philosophie bei Strauss, die Kritik am liberalen Rechtsstaat bei Schmitt sowie die Analyse konfuzianischer und daoistischer Traditionen in China.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie das theologico-politische Problem, Souveränität, politische Theologie, Kosmologie, Modernität und kulturelle Diversität charakterisiert.
Während Strauss die politische Philosophie als Suche nach der "guten Ordnung" und Tugend zurückfordern will, konzentriert sich Schmitt auf die Notwendigkeit einer starken, souveränen Entscheidungskompetenz im Ausnahmezustand, die er als säkularisierte theologische Form versteht.
Es dient als Beispiel für ein politisches Denken, das sich außerhalb der monotheistischen Traditionen entwickelt hat und eine alternative, inklusivere Basis für eine politische Gemeinschaft bietet, in der Religion und Politik nicht in scharfem Widerspruch stehen.
Die chinesische Erfahrung zeigt, dass Modernisierung nicht zwingend eine Übernahme westlicher liberaler Demokratiemodelle erfordert, sondern auf nativen kulturellen und historischen Wurzeln basieren kann.
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