Examensarbeit, 2010
21 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1. Von der Jugendkultur zur Szene
1.1 Die Bedeutung von Jugendkulturen
1.2 Die Entstehung von Szenen
2. Die Generation X
2.1 Der Einfluss der Baby-Boomer (Yuppies)
2.2 Das gesellschaftspolitische Erbe der 80er Jahre
2.3 Kristallisationspunkt Seattle
2.4 Die Rolle der Musikindustrie
2.4.1 Authentizität als Reaktion gegen das Rockbusiness
2.4.2 Die Vermarktung der Authentizität durch Sub Pop
3. Kommunikationsstilmittel im Grunge
3.1 Musik/ Tanz
3.2 Ideologie/ Werte
3.3 Kleidung/ Mode
4. Schluss und Ausblick: Was wurde aus Grunge?
Die vorliegende Arbeit untersucht Grunge als spezifisches Jugendphänomen der 1990er Jahre, wobei das primäre Ziel darin besteht, Grunge nicht als klassische Jugendkultur, sondern als eine aus der Generation X hervorgegangene Szene zu definieren und deren soziokulturelle sowie ökonomische Entstehungs- und Vermarktungsprozesse zu analysieren.
2.4.1 Authentizität als Reaktion gegen das Rockbusiness
„Die allgemeine Sehnsucht nach Authentizität schien man also mit Grunge gut befriedigen zu können.“ Denn das war es: die Suche nach Authentizität, die man so schmerzlich vermisste. „„Nirvana“ mit dem Frontmann Kurt Cobain waren die Stars der Szene (…) und brachten eine Re-Authentifizierung der Musikstars mit sich. (…) Sozusagen ein Gegenstück zu den unecht wirkenden Megastars, wie Michael Jackson, Madonna oder Prince.“
Grunge fand sich in der gleichen Ausgangssituation wieder, wie die Punks ab 1976, die ihrerseits die Hippies eher hassten und deren Musik, die durch elegisch ausgefeilte Bombastsongs im psychodelischen Einheitsbrei endeten und dabei immer mehr in Manierismus abdrifteten. Ähnlich erging es der Grunge-Szene: „Mit Bands wie Guns N’ Roses hatte die Rockmusik wieder dasselbe Maß an bombastischer Leere erreicht wie vor Beginn der Punk-Ära.“ Die Ursprünglichkeit des Rock hatte sich in eine selbstverherrlichende Szene verwandelt. Daher bezogen die Grunge-Bands Stellung „(…) gegen die großen Plattenfirmen und deren Vermarktungspolitik, die darauf hinauslief, selbsternannte Rockrebellen in besser verdienende Angestellte zu verwandeln.“ Ein Grunge-Rocker wollte kein Star sein – eigentlich unmöglich, wenn man auf sich und seine individualistische Einmaligkeit aufmerksam machen will. Außerdem hasste der Grunge-Rocker „(…) die glatten und perfekten Pop-Produktionen, die damals aus dem Radio dudelten, hatte nicht das Geld, um sich die kostspieligen Synthesizer und Drum-Computer zu kaufen, die damals jeder Profi benutzte. (…). Man schrammte der Welt des schönen Scheins und des geilen Konsums ein paar Akkorde in die Gehörgänge und schrie ihr ins Gesicht.“ Grunge besann sich alter Tugenden, insbesondere einer unverfälschten Rock-Attitüde: „In dieser Hinsicht war Grunge als Ganzes bestimmt eine Reaktion auf die Gigantomanie und den rein monetären Grundcharakter des Musikbusiness (…).“
Einleitung: Die Einleitung definiert Grunge als Jugendphänomen, grenzt den zeitlichen Rahmen ein und erläutert die methodische Betrachtung von Grunge als Szene der Generation X.
1. Von der Jugendkultur zur Szene: Das Kapitel thematisiert die theoretische Abgrenzung zwischen Jugendkultur und der zeitgenössischen Definition einer Szene.
2. Die Generation X: Hier werden die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Ursachen für die pessimistische Grundhaltung der Generation X und deren Identifikation mit Grunge untersucht.
3. Kommunikationsstilmittel im Grunge: Dieses Kapitel analysiert die spezifischen Ausdrucksformen des Grunge hinsichtlich Musik, Tanz, Werten und Mode.
4. Schluss und Ausblick: Was wurde aus Grunge?: Der Schluss beleuchtet die Kommerzialisierung von Grunge durch die Musikindustrie und dessen Einfluss auf nachfolgende Musikrichtungen wie Alternative Rock und Nu Metal.
Grunge, Generation X, Seattle, Musikindustrie, Jugendkultur, Szene, Sub Pop, Authentizität, Alternative Rock, Nu Metal, Kurt Cobain, Vermarktung, Popkultur, Independent-Label, Lebensgefühl.
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Phänomen Grunge und analysiert dessen Entwicklung von einer lokalen Szene in Seattle zu einem globalen Popkultur-Ereignis.
Zentrale Themen sind die soziologische Einordnung des Grunge, die Lebenswelt der Generation X sowie der Einfluss von Vermarktungsstrategien auf die Authentizität der Musikszene.
Die Arbeit fragt nach den Ursprüngen und dem Wesen von Grunge und untersucht, warum Grunge eher als Szene denn als klassische Jugendkultur zu bewerten ist und welche Rolle die Musikindustrie dabei spielte.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse soziologischer und kulturwissenschaftlicher Quellen, um die Genese und den Bedeutungswandel des Grunge zu erklären.
Der Hauptteil gliedert sich in die soziologische Einordnung von Szenen, die Hintergründe der Generation X, die Rolle von Labels wie Sub Pop sowie die konkreten Kommunikationsstilmittel wie Mode und Musik.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Grunge, Generation X, Kommerzialisierung, Szene, Musikindustrie und Authentizität charakterisiert.
Das raue Klima, die soziale Tristesse und das Gefühl der Isolation in Seattle bildeten den Nährboden für die spezifische, melancholische Ausdrucksform der Grunge-Musiker.
Grunge transportierte das Lebensgefühl einer „Verlierer-Generation“, die mit wirtschaftlicher Rezession, Scheidungsproblematik und mangelnden Zukunftsperspektiven konfrontiert war.
Während Grunge laut Eidloth lediglich Zustände beklagte, ohne Lösungsstrategien zu entwickeln, versucht Nu Metal trotz ähnlicher Themen wie Depression, Hoffnung und eine positive Einstellung zu vermitteln.
Der Selbstmord von Kurt Cobain markierte symbolisch das Ende der Grunge-Szene und das Erlöschen des Phänomens im öffentlichen Bewusstsein.
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