Examensarbeit, 2009
94 Seiten, Note: 1,5
EINLEITUNG
1 MIGRATION - HINTERGRÜNDE UND GEGENWÄRTIGE SITUATION
1.1 Was bedeutet Migration/Migrant?
1.2 Gründe für Migration
1.3 Begriffliche Abgrenzungen und rechtliche Einstufungen
1.3.1 Aussiedlung
1.3.1.1 Migration der Deutschen
1.3.1.2 Zuwanderung von Ausländern
1.3.2 Arbeitsmigration/Gastarbeiter
1.3.3 Asylanten und Flüchtlinge
1.4 Aktuelle Zahlen und Statistiken
1.5 Voraussagen über die Entwicklung der Migration
2 MIGRANTENKINDER/ –JUGENDLICHE UND LEISTUNG
2.1 Verläufe in der Bildungsbeteiligung von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund
2.2 Bildungserfolge/Bildungsmisserfolge - Ausländische und deutsche Schülerinnen und Schüler im Kontrast
2.2.1 Vorschulische Erziehung
2.2.2 Schulische Bildung
2.2.3 Zusammenfassend
2.3 PISA 2000
2.3.1 Einführend
2.3.2 Internationaler Vergleich
2.4 Erklärungsversuche - Ausgewählte Studien
2.5 Auswirkungen auf das Bildungssystem
3 Besondere Bildungsvoraussetzung bei Migrantenkindern und –jugendlichen: Die Sprache
3.1 Die Bedeutung des Spracherhalts
3.2 Erkenntnisse der internationalen Zweitspracherwerbsforschung
3.2.1 Der Zusammenhang von Schulerfolg und Spracherhalt
3.2.2 Zusammenfassend
3.3 Die schulische Bildungssprache
3.3.1 Einführend
3.3.2 Das „Schuldeutsch“
4 DEFIZITÄRE BILDUNGSSITUATION - DIE SCHULISCHE SCHLECHTER-STELLUNG AUSLÄNDISCHER SCHÜLER
4.1 Gründe
4.1.1 Außerschulische Aspekte
4.1.2 Innerschulische Aspekte
4.2.1.1 Schulstrukturelle Erschwernisse
4.2.1.2 Institutionelle Diskriminierung
5 MÖGLICHKEITEN ZUR FÖRDERUNG MIGRATIONSANDERER IN DER SCHULE
5.1 Ansätze auf makrostruktureller Ebene
5.1.1 Veränderungen in Schule und Bildungssystem
5.1.2 Neue Inhalte bei der Lehreraus- und -weiterbildung
5.2 Mesostrukturelle Förderansätze – neue Ansätze im Unterricht
5.3 Mikrostrukturelle Förderansätze – Lehrerpersönlichkeiten und deren Bedeutung für die schulische Leistung
RESÜMEE
Diese wissenschaftliche Hausarbeit untersucht die Bildungsbenachteiligung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im deutschen Schulsystem. Sie analysiert die strukturellen und soziokulturellen Ursachen für die im Vergleich zu einheimischen Schülern schlechteren Bildungsergebnisse und evaluiert Möglichkeiten der pädagogischen Förderung.
4.2.1.1 Schulstrukturelle Erschwernisse
Da man lange Zeit davon ausging, dass die Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund und ihre Familien nur vorübergehend in Deutschland verweilen und sich auf absehbare Zeit wieder in ihre Heimat begeben, hatte das deutsche Bildungssystem in den Anfangsjahren der Beschulung dieser Kinder lediglich die Form eines Notbehelfs gehabt. Dies hatte zur Folge, dass man lange keine Anstrengungen unternahm, um dauerhafte und strukturierte Konzeptionen für die Beschulung von Migrantenkinder zu planen, in der Praxis auszutesten und auf ihre Effektivität hin zu überprüfen (vgl. Uçar 1991, S. 84). Stattdessen probierte man, eine kurzfristige Anpassung jener Schülerinnen und Schüler an das deutsche Schulsystem beziehungsweise die deutsche Gesellschaft zu erreichen, indem man Vorbereitungsklassen und reine Ausländerklassen eröffnete, welche meistens auf dezimierten unterrichtlichen Inhalten basierten und keine pädagogischen Fundamente besaßen. Die Ergebnisse waren eine voranschreitende Isolation und Segregation dieser Schülerinnen und Schüler, die zu gesteigerten sozialen und psychologischen (so beispielsweise Verhaltens-, Lern- und Leistungsstörungen sowie Identitäts- und Rollenkonflikte) aber auch letztlich politischen Folgeproblemen (wie die Verstärkung von Gewaltbereitschaft, Unterschichtungen des deutschen Gesellschaftssystems) führte (vgl. Uçar 1991; S. 84f.).
Durch seine organisatorische Auslegung erzeugt auch das deutsche Schulsystem an sich die schulischen Probleme der Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Aufgrund der nur ungenügenden Bemühungen, die fehlenden schulischen Leistungen von den defizitären sprachlichen Problemen sachlich-richtig abzugrenzen und dann durch geeignete Mittel frühzeitig zu erkennen und den Ursachen mit systematischen Fördermaßnahmen gezielt entgegenzutreten, werden die Probleme nicht eingedämmt, sondern ausgelöst und toleriert (vgl. Seitz 2006, S. 94). Die Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund sind quasi für die Rolle der schlechten Schüler prädestiniert und somit speziellen Risiken der außerschulischen Lebensgestaltung und der eigenen Selbstdefinition ausgesetzt.
EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet anhand eines Fallbeispiels die Problematik der Integration von Kindern mit Migrationshintergrund in das deutsche Erziehungssystem und führt in die zentralen Fragen der Arbeit ein.
1 MIGRATION - HINTERGRÜNDE UND GEGENWÄRTIGE SITUATION: Dieses Kapitel definiert Grundbegriffe der Migration und stellt die historischen sowie gegenwärtigen Hintergründe von Zuwanderungsbewegungen nach Deutschland dar.
2 MIGRANTENKINDER/ –JUGENDLICHE UND LEISTUNG: Das Kapitel analysiert die Bildungsbeteiligung und Leistungsergebnisse von Schülern mit Migrationshintergrund anhand von Statistiken und Studien, insbesondere unter Einbeziehung der PISA-Ergebnisse.
3 Besondere Bildungsvoraussetzung bei Migrantenkindern und –jugendlichen: Die Sprache: Es wird die zentrale Rolle der Herkunftssprache und des „Schuldeutsch“ für den schulischen Erfolg und die Identitätsbildung der Kinder untersucht.
4 DEFIZITÄRE BILDUNGSSITUATION - DIE SCHULISCHE SCHLECHTER-STELLUNG AUSLÄNDISCHER SCHÜLER: Dieses Kapitel ergründet die Ursachen der systematischen Benachteiligung, differenziert nach außerschulischen und innerschulischen Faktoren sowie institutioneller Diskriminierung.
5 MÖGLICHKEITEN ZUR FÖRDERUNG MIGRATIONSANDERER IN DER SCHULE: Abschließend werden pädagogische und strukturelle Lösungsansätze auf verschiedenen Ebenen präsentiert, um eine bessere Integration und Förderung zu ermöglichen.
Migration, Migrationshintergrund, Bildungsbeteiligung, Schulsystem, Selektion, Zweitspracherwerb, Integration, Bildungserfolg, Schulerfolg, Chancengleichheit, institutionelle Diskriminierung, interkulturelle Erziehung, Sprachförderung, Herkunftssprache, Schulleistung.
Die Arbeit analysiert die Bildungssituation von Migrantenkindern und Jugendlichen in deutschen Schulen, insbesondere die Ursachen für deren im Vergleich zu deutschen Mitschülern schlechteren Bildungsergebnisse.
Zu den Kernbereichen zählen die Hintergründe von Migration, der Einfluss sprachlicher Kompetenzen auf den Schulerfolg, die Wirkung des selektiven deutschen Schulsystems sowie Ansätze zur interkulturellen Schulentwicklung.
Ziel ist es, die Gründe für die Bildungsbenachteiligung von Schülern mit Migrationshintergrund zu identifizieren und konkrete Fördermaßnahmen zu evaluieren, die Schule zu einem gelingenden Lern- und Lebensraum zu machen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Studien, Statistiken (u.a. PISA, Datenreports) und bildungswissenschaftlicher Fachbeiträge zur Migrationspädagogik.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Leistungsprobleme, die Bedeutung der Sprache als Bildungsvoraussetzung, eine detaillierte Ursachenanalyse der Schlechterstellung sowie die Darstellung von Förderansätzen auf verschiedenen strukturellen Ebenen.
Zentrale Begriffe sind Migration, Bildungsbenachteiligung, Selektion im Schulsystem, Zweitspracherwerb, Integration und interkulturelle Pädagogik.
Laut den angeführten Studien führt die frühe Selektion nach der Grundschule zu einer überproportionalen Zuweisung von Migrantenkindern in Sonderschulen und Hauptschulen, was ihre Chancen auf höhere Bildungsabschlüsse systematisch einschränkt.
Die Arbeit betont, dass eine kompetente Beherrschung der Herkunftssprache das Selbstvertrauen und die kognitive Entwicklung stärkt. Probleme entstehen, wenn die Schule ausschließlich das „Schuldeutsch“ einfordert, ohne die sprachlichen Vorerfahrungen der Kinder konstruktiv einzubeziehen.
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