Diplomarbeit, 2006
171 Seiten
1. Einleitung
2. Friedenserziehung als Konsequenz der Friedensforschung
2.1. Grundlagen der Friedensforschung
2.1.1. Erkenntnisse der Friedensforschung im Hinblick auf den Friedensbegriff
2.1.2. Zugänge zum Kriegsbegriff
2.2. Erziehung zum Frieden
3. Die Institutionen Schule und Jugendoffizier in der Erziehung zum Frieden: Vorstellung der beiden Institutionen
3.1. Der Institutionenbegriff
3.2. Schule als Institution
3.2.1. Politikunterricht in der Schule
3.2.2. Vorgaben der Kultusministerien der Bundesländer im Politikunterricht
3.2.3. Niedersächsische Rahmenrichtlinien für das Unterrichtsfach Gemeinschaftskunde in der gymnasialen Oberstufe
3.3. Der Jugendoffizier als Institution
3.3.1. Jugendoffiziere in der Anfangsphase der Bundeswehr
3.3.2. Jugendoffiziere in den 1960er- bis 1970er-Jahren
3.3.3. Jugendoffiziere in den 1980er- und 1990er-Jahren
3.3.4. Institutionelle Ausbildung zum Jugendoffizier in der Gegenwart
4. Das Zusammenwirken von Schule und Jugendoffizier
4.1. Beispiel 1: Der Besuch eines Jugendoffiziers in einem Politikkurs einer ausgewählten gymnasialen Oberstufe
4.1.1 Bewertung aus der Sicht des Jugendoffiziers
4.1.2. Bewertung aus der Sicht des Kursleiters
4.1.3. Bewertung aus der Sicht der Schülerinnen und Schüler
4.2. Beispiel 2: Die Simulation POL&IS
4.2.1. Funktionsweise der Simulation
4.2.2. Erfahrungen zur Anwendung der Simulation POL&IS
5. Der Jugendoffizier: Politische Bildung als effiziente Öffentlichkeitsarbeit
6. Zusammenfassung und Ausblick
Diese Arbeit untersucht die Rolle der Schule und der Bundeswehr (vertreten durch den Jugendoffizier) bei der Friedenserziehung. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit der ethischen Legitimation dieser Institutionen in der Friedenserziehung und prüft kritisch, inwieweit die Bundeswehr die Arbeit der Jugendoffiziere zur Imagepflege im Rahmen ihrer Öffentlichkeitsarbeit nutzt.
Die Institutionen Schule und Jugendoffizier in der Erziehung zum Frieden: Vorstellung der beiden Institutionen
Im folgenden Kapitel werden zwei Institutionen vorgestellt, die im Rahmen einer politischen Bildung Friedenserziehung durchführen: Die Schule auf der einen Seite als Träger des staatlichen Bildungsauftrages und die Bundeswehr auf der anderen Seite, die durch ihre Jugendoffiziere unter anderem in Schulen auftritt, um dort durch sicherheitspolitische Expertenvorträge oder das Angebot eines Planspiels die Institution Schule unterstützt. Einleitend wird definiert, was Institutionen sind, im Anschluss daran werden die Schule und die Jugendoffizier detailliert vorgestellt.
3.1. Der Institutionenbegriff
Als Institutionen werden komplexe soziale Gebilde und Organisationen bezeichnet, die das menschliche Zusammenleben im Hinblick auf Handlungs- und Beziehungsebene dauerhaft strukturieren. Der Begriff Institution erstreckt sich auf drei unterschiedliche Sachverhalte: Erstens werden korporative Gebilde damit beschrieben. Diese sozialen Systeme haben unterschiedlich stark ausdifferenzierte Organisationsformen. Sie treten in Form von Staaten, Kirchen, Unternehmen, Gewerkschaften, Verbänden, Universitäten etc. auf. Zweitens erfüllen Institutionen die Regelung des sozialen Austausches, indem Normen durch die Individuen anerkannt und eingehalten werden. Sprache, Geld, Recht, Eigentum, Handel, Liebe etc. sind Manifestationsformen dieser Normen.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Friedensforschung und Darlegung der zentralen Fragestellung sowie des Aufbaus der Arbeit.
2. Friedenserziehung als Konsequenz der Friedensforschung: Theoretische Herleitung des Zusammenhangs zwischen Friedensforschung und der Erziehung zum Frieden sowie Darstellung zentraler Begrifflichkeiten.
3. Die Institutionen Schule und Jugendoffizier in der Erziehung zum Frieden: Vorstellung der beiden Institutionen: Definition von Institutionen und detaillierte Vorstellung der Rollen von Schule und Bundeswehr (Jugendoffizier) in diesem Kontext.
4. Das Zusammenwirken von Schule und Jugendoffizier: Empirische Analyse der Zusammenarbeit anhand eines Expertenbesuchs im Unterricht und der Anwendung des Planspiels POL&IS.
5. Der Jugendoffizier: Politische Bildung als effiziente Öffentlichkeitsarbeit: Kritische Auseinandersetzung mit der ethischen Legitimation der Institutionen und der Unterscheidung zwischen politischer Bildung und Öffentlichkeitsarbeit/Werbung.
6. Zusammenfassung und Ausblick: Resümee der zentralen Ergebnisse und Formulierung potenzieller Forschungsansätze für zukünftige Studien.
Friedenserziehung, Friedensforschung, Bundeswehr, Jugendoffizier, Schule, politische Bildung, Sicherheitspolitik, POL&IS, Öffentlichkeitsarbeit, Herrschaftslegitimation, Kriegsbegriff, Friedensbegriff, Demokratieerziehung, Institutionen, Konfliktlösung
Die Arbeit untersucht das Engagement der Institutionen Schule und Bundeswehr (durch den Jugendoffizier) im Bereich der Friedenserziehung in Deutschland.
Die Themen umfassen die Friedensforschung, die politische Bildung im Schulunterricht, die Geschichte und Ausbildung des Jugendoffiziers sowie die Anwendung sicherheitspolitischer Methoden wie Vorträge und Simulationen.
Die zentrale Frage ist die ethische Legitimation der Akteure Schule und Jugendoffizier in der Friedenserziehung sowie die kritische Reflexion, ob die Arbeit als genuine politische Bildung oder als Imagepflege der Bundeswehr einzustufen ist.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Herleitung (Literaturanalyse) kombiniert mit empirischen Anteilen, insbesondere Beobachtungen eines Schulbesuchs und Auswertungen von Interviews mit Lehrern und Jugendoffizieren.
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen, stellt die Institutionen Schule und Jugendoffizier vor, untersucht deren Zusammenwirken in der Praxis und hinterfragt die ethische Legitimität dieses Engagements.
Die zentralen Begriffe sind Friedenserziehung, Jugendoffizier, Sicherheitspolitik, politische Bildung, Öffentlichkeitsarbeit und die Simulation POL&IS.
Die Arbeit stellt fest, dass an Gymnasien eher sicherheitspolitische Zusammenhänge diskutiert werden, während an Haupt- und Realschulen häufiger strukturierende Informationen über die Institution Bundeswehr im Vordergrund stehen.
Das Planspiel gilt als nachhaltiges Instrument zur Vermittlung von internationalen Zusammenhängen, da die Teilnehmer spielerisch Verantwortung übernehmen und die Komplexität politischer Entscheidungsfindung erfahren.
Offizielle externe Evaluationen gibt es kaum. Die Qualitätssicherung findet primär durch interne Meldungen zur Öffentlichkeitsarbeit und den Jahresbericht statt.
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