Magisterarbeit, 2008
87 Seiten, Note: 1,9
0 Vorbemerkung
1 Einleitung
1.1 Vorgehen
2 Theoretische Vorüberlegungen
2.1 Impact des Feminismus
2.2 Die Männerbewegung – Men´s Studies
2.3 Soziologische Prämissen
2.4 Exkurs: Des Vaters neue Kleider
3 Hollywood und die Funktion des Vaters
3.1 The man in the Grey Flanel Suite – die 50er
3.2 The father strikes Back – Die 80er
4 Der Vater im zeitgenössischen Hollywoodkino
4.1 American Beauty
4.1.1 Narration
4.1.2 Inszenierte Väter
4.1.2.1 Lester Burnham
4.1.2.2 Frank Fitts
4.1.3 Tod des Vaters und Die Zukunft der Familie
5 Ausblicke: Vater- und Familienbild im Wandel
5.1 Anschlusskommunikationen
6 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die filmische Darstellung von Vaterschaft und Familie im US-amerikanischen Hollywoodkino, mit einem besonderen Fokus auf den Wandel von Geschlechterrollen und gesellschaftlichen Leitbildern vom Post-War-Vater der 50er Jahre bis hin zum zeitgenössischen Kino. Die Forschungsfrage zielt darauf ab, wie sich mediale Vaterbilder im Spiegel soziologischer Veränderungen und wissenschaftlicher Diskurse der Men’s Studies transformiert haben und wie diese Konstruktionen das Verständnis von Männlichkeit und Väterlichkeit reflektieren.
2.4 EXKURS: DES VATERS NEUE KLEIDER
„You‘re strangely dressed...for a Knight“.18 Mit diesen Worten der Verwunderung begrüßte der 800 Jahre alte Ritter seinen Bezwinger und ritterlichen Nachfolger als Bewacher des heiligen Grals, Indiana Jones, in Steven Spielbergs gleichnamigem Film von 1989. Gleiches würde Gregory Peck als Vater in THE MAN IN THE GREY FLANNEL SUIT (USA 1956) und mit selbigem bekleidet vielleicht Ben Stiller (in THE ROYAL TENENBAUMS) und Bill Murray (in BROKEN FLOWERS) entgegnen, zwei in knallbunte Trainingsanzüge gewandete Väter aus dem Jahre 2002 bzw. 2005: „Ihr seid seltsam gewandet…für einen Vater“. Der Vater hat sich nicht nur in Werteausrichtung und Fremdbild in den letzten 50 Jahren verändert, auch seine Kleidung hat sich – sicherlich der Mode entsprechend – im Hollywoodfilm gewandelt. Aber hat sich mit der Mode nicht vielleicht auch der Blick auf den Vater verändert? Ist der Mann im Anzug ein anderer, strahlt er mehr Autorität aus als ein Vater in Jeans und T-Shirt oder gar einem gestreiften Trainingsanzug?
Für viele Berufsgruppen ist die Kleidung zur Repräsentation von Macht und Rang unerlässlich, viele gesellschaftliche Rollen sind zudem an Äußerlichkeiten und nicht zuletzt an Kleidung gebunden und beziehen ihre Wirkung aus konventionalisierten Dresscodes. Ein Verstoß gegen diese Ordnung wird selten akzeptiert und führt häufig zu Verlust an Respekt, Ansehen und letztlich an Macht. Zahlreiche Filme bzw. literarische Stoffe basieren auf dem Umstand, dass ihre Figuren bestimmte Kleider tragen bzw. nicht tragen. So wäre der Hauptmann von Köpenick ohne seine Uniform weder Hauptmann noch wäre Leonardo di Caprios Charakter in CATCH ME IF YOU CAN (2002) Arzt oder Pilot, wenn die entsprechende Kleidung ihm nicht den Rahmen für seine Schauspielereien geboten hätte. Füllt die Figur diese Uniform jedoch nicht aus, ist ihr ein Unwohlsein mit Kleidung und Rolle anzusehen, dann stellt sich Gegenteiliges ein: die Uniform macht ihren Träger zur Witzfigur und jede Autorität und Glaubwürdigkeit wird sofort untergraben.
0 Vorbemerkung: Der Autor erläutert methodische Herausforderungen der kulturwissenschaftlichen Filmanalyse und grenzt seine Arbeit von rein empirischen Ansätzen ab.
1 Einleitung: Die Initialzündung für die Arbeit wird durch die Zunahme von Familien-Sujets in US-Produktionen des Jahres 2005 beschrieben und das methodische Vorgehen skizziert.
2 Theoretische Vorüberlegungen: Es werden feministische Forschung, Men's Studies und soziologische Theorien zur Individualisierung und zum Strukturwandel der Familie herangezogen.
3 Hollywood und die Funktion des Vaters: Dieser filmhistorische Abriss beleuchtet die Wandlung der Vaterrolle in den 50er und 80er Jahren unter Berücksichtigung soziokultureller Kontexte.
4 Der Vater im zeitgenössischen Hollywoodkino: Das Kapitel konzentriert sich auf die Dekonstruktion der klassischen "nuclear family" am Beispiel von "American Beauty" und weiteren aktuellen Produktionen.
5 Ausblicke: Vater- und Familienbild im Wandel: Anhand einer Studie zum TV-Jahr 2005 wird die mediale Präsenz von Familie analysiert und ein Ausblick auf zukünftige Forschungsansätze gegeben.
6 Fazit: Zusammenfassend wird konstatiert, dass das klassische Vaterbild an Strahlkraft verloren hat und durch eine vielschichtigere, oft gebrochene Repräsentation ersetzt wurde.
Vaterschaft, Hollywood, American Beauty, Men’s Studies, Gender, Männlichkeit, Familie, nuclear family, Filmwissenschaft, Narrationsanalyse, Filmgeschichte, Rollenbilder, Backlash, Identität, Performanz.
Die Arbeit untersucht die filmische Repräsentation der Vaterfigur im Hollywoodkino unter Berücksichtigung soziologischer und gesellschaftspolitischer Veränderungen.
Thematisiert werden das Familienbild, Konstruktionen von Männlichkeit, die Entwicklung vom 50er-Jahre-Patriarchen zum modernen Vaterbild sowie die Einflüsse von Feminismus und Men's Studies.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich Vaterfiguren im Hollywoodkino von der konservativen Nachkriegszeit bis in das zeitgenössische Kino gewandelt haben und welche soziokulturellen Konstrukte diesen Bildern zugrunde liegen.
Die Arbeit nutzt Ansätze der Narrationsanalyse und der kulturwissenschaftlichen Filmanalyse, um Repräsentationen von Vaterschaft diskursiv zu dekonstruieren.
Der Hauptteil analysiert filmhistorische Strömungen (50er vs. 80er Jahre) und führt eine tiefgehende narratologische Analyse des Films "American Beauty" durch.
Die zentralen Begriffe sind Vaterschaft, Männlichkeit, Hollywood, "nuclear family", Gender-Diskurs und Filmgeschichte.
Der Film dient als paradigmatisches Beispiel für die Dekonstruktion der amerikanischen Kleinfamilie am Ende des Jahrtausends.
Kleidung wird als performatives Mittel untersucht, das Machtverhältnisse und Rollenzuschreibungen für den Vater im Film verdeutlicht.
Die Arbeit bezieht sich auf Susan Faludis Theorie, wonach konservative Bewegungen und Filmproduktionen der 80er Jahre eine Rückreaktion auf feministische Errungenschaften darstellten.
Diese Filme zeigen Väter auf der Reise, die sich ihrer oft erst nach Jahrzehnten bewusst gewordenen Vaterschaft stellen müssen, was die Zerbrechlichkeit des traditionellen Familienmodells unterstreicht.
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