Diplomarbeit, 2003
136 Seiten, Note: sehr gut (1,3)
1. Einleitung
1.1 Hintergrund und Zielsetzung der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Organisation und Organisationsgestaltung
2.1 Überblick
2.2 Organisationsbegriffe
2.3 Organisationstheorien
2.4 Entwicklungstrends
3. Der Wandel von Organisationen
3.1 Überblick
3.2 Theorien des Wandels
3.2.1 Wandel als Lernen, Evolution, Entwicklung, Transformation
3.2.2 Prozesstheorien des Wandels
3.2.3 Phasenmodelle des Wandels
3.3 Zwischenfazit: Organisation und Wandel
3.4 Unternehmenskultur und Unternehmenswandel
3.5 Widerstand gegen Unternehmenswandel
3.6 Emotionen im Unternehmenswandel
4. Strategie und Führung von Veränderungsprozessen
4.1 Überblick
4.2 Unternehmenswandel und Strategie
4.3 Unternehmenswandel und Führung
5. Phasenspezifische Strategie- und Führungsanforderungen im Unternehmenswandel
5.1 Überblick
5.2 Anforderungen der Orientierungsphase
5.3 Anforderungen der Austauschphase
5.4 Anforderungen der Übergangsphase
5.5 Anforderungen der Umsetzungsphase
5.6 Anforderungen der Stabilisierungsphase
6. Fazit und Ausblick
6.1 Fazit
6.2 Ausblick
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen des geplanten Unternehmenswandels aus einer sozial-konstruktivistischen Perspektive und zielt darauf ab, ein reflexives, prozessorientiertes Navigationssystem für soziale Veränderungsprozesse in Organisationen zu entwickeln.
Die Dynamik des Widerstands im Wandel
Das spezielle Konzept „Widerstand gegen Veränderungen“ (vgl. WATSON 1975) betrachtet den Widerstand im Wesentlichen als emotionale Sperren, die Organisationsmitglieder oder organisationale Systeme gegen Veränderungen aufbauen. Der zunächst nicht unmittelbar nachvollziehbare Widerstand wird auf personaler Ebene im Kern auf Angst bzw. Furcht als emotionale Hauptgründe zurückgeführt: Angst, im Rahmen der Veränderung die erworbene Sicherheit, das Vertraute und Gewohnte zu verlieren und sich einer neuen, ungewissen und undurchschaubaren Situation aussetzen zu müssen. Und Furcht davor, eine Verschlechterung gegenwärtiger Bedürfnisbefriedigungsmöglichkeiten zu erleiden (Kompetenzverlust, Prestigeverlust in neuen Arbeitsorganisation, Furcht vor sozialen Verlusten bei neuen Gruppenzusammensetzungen etc.). Der bisher erreichte Status Quo der sozialer Bedürfnisbefriedigung der Organisation wird also als bedroht angesehen und verteidigt.
Die Stärke von Widerständen und seine Äußerungsformen ändern sich dabei in der Regel im Laufe von Veränderungsprojekten. Anfangs sind die Widerstände oft diffus und ungezielt, im Laufe des Veränderungsprozesses formieren sich die Kräfte aber oft zur „offenen Schlacht“ (SCHREYÖGG 1999). Auf emotionaler Ebene lässt sich dies als Übergang von Angst zu Ärger bzw. „Gegen-Angriff“ interpretieren (vgl. unten).
Für die grundsätzliche Frage, wie mit solchen Widerständen im Rahmen von Veränderungsprozessen umgegangen werden soll, haben die Forschungen von LEWIN und das daran angelehnte Konzept der Organisationsentwicklung (OE) wesentliche Impulse gegeben. Eine zentrale Bedeutung wird hier dem frühzeitigen partizipativen Einbezug von „Betroffenen“ als „Beteiligten“ in den Veränderungsprozess und dem Ausgleich von Unternehmens- und Mitarbeiterinteressen beigemessen.
1. Einleitung: Beschreibt die Ausgangslage, die hohe Anzahl an Change-Projekten und die Problematik des Scheiterns vieler solcher Vorhaben aufgrund mangelnder Berücksichtigung sozialer Faktoren.
2. Organisation und Organisationsgestaltung: Analysiert verschiedene Begriffe und theoretische Ansätze von Organisation, wobei der Fokus auf der konstruktivistischen Sichtweise liegt.
3. Der Wandel von Organisationen: Untersucht verschiedene Theorien und Phasenmodelle des Wandels sowie die Rolle von Unternehmenskultur, Widerstand und Emotionen im Veränderungsprozess.
4. Strategie und Führung von Veränderungsprozessen: Beleuchtet strategische Anforderungen und die Notwendigkeit eines differenzierten Führungsverständnisses unter Unsicherheitsbedingungen.
5. Phasenspezifische Strategie- und Führungsanforderungen im Unternehmenswandel: Detailliert die Anforderungen in den fünf Phasen (Orientierung, Austausch, Übergang, Umsetzung, Stabilisierung) für ein prozessorientiertes Vorgehen.
6. Fazit und Ausblick: Fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit einer "Psychologie des Unternehmenswandels" für die zukünftige Forschung und Praxis.
Unternehmenswandel, Change Management, Organisationsentwicklung, Unternehmenskultur, Widerstand, Emotionen, soziale Konstruktion, Führung, Strategie, Prozesssteuerung, psychosoziale Dynamik, Organisationsdiagnose, Transformation, Lernende Organisation, Veränderungsmanagement.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der kritischen Untersuchung des geplanten Unternehmenswandels und der Bedeutung sozialer sowie emotionaler Prozesse bei der Gestaltung solcher Veränderungsvorhaben.
Die zentralen Felder umfassen Organisationstheorien, die Dynamik von Wandlungsprozessen, die Bedeutung von Unternehmenskultur, das Phänomen Widerstand, die Rolle von Emotionen und die Anforderungen an Strategie und Führung.
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die sozialen und psychologischen Dimensionen von Veränderung zu schaffen und ein prozessorientiertes Navigationssystem für eine erfolgreichere Praxis im Unternehmenswandel aufzuzeigen.
Der Autor stützt sich auf eine theoretische und konzeptionelle Analyse, die Ansätze aus der Organisationsforschung, Organisationspsychologie, Kulturanthropologie und anderen sozialwissenschaftlichen Disziplinen integriert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Wandels von Organisationen, eine Analyse von Strategie und Führung sowie ein spezifisches Phasenmodell, das die Anforderungen an Führung und Strategie über den gesamten Veränderungsprozess hinweg detailliert.
Zu den prägenden Begriffen gehören "Balanced Change", die soziale Konstruktion von Organisationen, prozessuales Navigationssystem, emotionale Dynamik im Wandel und die Absage an rein instrumentelle Machbarkeitsansätze.
Der Autor betont, dass eine Organisation nicht technisch machbar verändert werden kann. Ohne eine intensive, tiefgehende Diagnose der spezifischen Situation und der "Tiefenstruktur" einer Organisation führen Veränderungsprogramme häufig ins Leere oder scheitern.
Führungskräfte werden nicht als "Macher" gesehen, die den Wandel per Dekret verordnen, sondern als Coaches und Moderatoren, die den sozialen Prozess des Organisierens steuern und Rahmenbedingungen schaffen müssen, damit Mitarbeiter den Wandel mitgestalten können.
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