Examensarbeit, 2003
84 Seiten, Note: sehr gut
A. Einleitung
B. Informationsasymmetrien bei der Kreditfinanzierung von Investitionsprojekten
1. Formen von Informationsasymmetrien und ihre Konsequenzen auf dem Kreditmarkt
1.1 Einführung
1.2 Hidden characteristics
1.2.1 Fähigkeiten bzw. Qualifikationen der Kreditnehmer
1.2.2 Risiko der Projekte
1.2.3 Zeithorizont der Investitionen
1.3 Hidden action
1.3.1 Grad der Anstrengung des Unternehmers
1.3.2 Wechsel des Investitionsprojektes
1.4 Costly state verification
1.5 Ableitung eines bankoptimalen Zinssatzes und Zusammenfassung
2. Das Phänomen der Kreditrationierung und seine Folgen
2.1 Formen von Kreditrationierung
2.2 Eintreten von Kreditrationierung: Das Grundmodell
2.3 Modifikationen des Grundmodells
2.3.1 Kreditrationierung bei mehreren Kreditnehmergruppen
2.3.2 Andere Ertragsfunktion der Bank
2.3.3 Grenzkosten der Refinanzierung und gesetzliche Eigenkapitalanforderungen
2.3.4 Kosten der Finanzintermediation und gesetzliche Mindestreserveanforderungen
2.3.5 Kreditnachfrage
2.4 Ein erweitertes Grundmodell
2.4.1 Annahmen
2.4.2 Der Kreditmarkt bei symmetrischer Information
2.4.2.1 Kreditnachfrage
2.4.2.2 Kreditangebot
2.4.2.3 Ergebnis
2.4.3 Der Kreditmarkt bei asymmetrischer Information
2.4.3.1 Kreditnachfrage
2.4.3.2 Kreditangebot
2.4.3.3 Gleichgewichte auf dem Kreditmarkt
2.4.4 Folgen für Effizienz
2.4.5 Bedingungen für das Zustandekommen einer Unterinvestition
2.4.6 Folgerungen für die drei Gruppen von Unternehmen
2.4.7 Fazit für das erweiterte Grundmodell
3. Lösungsansätze
3.1 Kreditprüfung und -überwachung
3.1.1 Kreditwürdigkeitsprüfung
3.1.2 Kreditüberwachung
3.2 Kreditsicherheiten
3.2.1 Kreditsicherheiten und unteilbare Investitionsprojekte
3.2.2 Kreditsicherheiten und teilbare Investitionsprojekte
3.2.3 Zusammenfassung
3.3 Signalling
3.3.1 Signalling durch Informationspolitik
3.3.2 Signalling durch die Kapitalstruktur des Unternehmens
3.4 Langfristige Finanzbeziehungen
3.4.1 Langfristige Finanzbeziehungen und „moral hazard“
3.4.2 Langfristige Finanzbeziehungen und Informationsverteilung
3.4.3 Langfristige Finanzbeziehungen und Insolvenz
3.4.4 Hausbankbeziehungen
3.4.5 Zusammenfassung
3.5 Andere Finanzierungsformen
3.5.1 Nachteile alternativer Finanzierung
3.5.2 Vorteile und Verfügbarkeit alternativer Finanzierung
3.5.3 Zusammenfassung
3.6 Fazit für die Lösungsansätze und Determinanten der Rationierung
4. Exogene Einflüsse auf Kreditrationierung und aktuelle Lage in Deutschland
4.1 Auswirkungen einer Erhöhung der Unsicherheit auf Kreditrationierung
4.2 Auswirkungen einer Verschärfung von Eigenkapitalvorschriften auf Kreditrationierung
4.3 Die aktuelle Lage in Deutschland
C. Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen asymmetrisch verteilter Informationen auf Kreditmärkte und analysiert, wie diese zu Kreditrationierung und Unterinvestition führen können. Das Ziel ist es, die Agency-Probleme in der Beziehung zwischen Kreditgebern und -nehmern zu durchleuchten und Ansätze aufzuzeigen, wie diese Ineffizienzen durch Banken und Unternehmen abgemildert werden können.
1.3 Hidden action
Nicht nur „versteckte Eigenschaften“ erschweren eine optimale Allokation von Ressourcen, auch Handlungen des Kreditnehmers nach Vertragsschluss beeinflussen den Ertrag der Bank. Diese kann beispielsweise weder den Grad der Anstrengung des Unternehmers beobachten, noch welches Projekt genau mit dem Darlehen finanziert wird.
1.3.1 Grad der Anstrengung des Unternehmers
Unter der Annahme, dass der Kreditnehmer den Ertrag seiner Investition durch eigene Anstrengung positiv beeinflussen kann, kann folgendes Problem des „moral hazard” auftreten: Eine Erhöhung des Kreditzinses senkt den Gewinn des Unternehmers und vermindert dadurch den von ihm erwarteten Grenzertrag seiner Anstrengung. Folglich reduziert er seinen Arbeitseinsatz. Die Bank ist also mit zwei gegenläufigen Effekten einer Zinserhöhung konfrontiert: Einerseits steigen ihre erwarteten Grenzzinserträge, andererseits aber auch ihre Grenzrisikokosten.
1.3.2 Wechsel des Investitionsprojektes
Angenommen, einem Unternehmer stehen mehrere Projekte offen. Er kann wählen, welches er mit dem erhaltenen Kredit finanzieren möchte. Die Bank jedoch kann nicht erkennen, welche Investition getätigt wird. Dann liegt ein weiteres Problem der „versteckten Handlung“ vor: Bietet die Bank einen niedrigen Kreditzins für ein bestimmtes Projekt mit geringem Risiko an, kann es geschehen, dass der Unternehmer es vorzieht, stattdessen ein anderes Projekt mit höherem Risiko zu finanzieren. Durch den nicht risikoadäquaten Zins kann die erwartete Rendite des Kreditnehmers aus dem risikoreicheren Projekt nun höher ausfallen als die des ursprünglich geplanten. Wenn die Banken das antizipieren, bieten sie von vornherein nur einen höheren Zins an, der auf das risikoreichere Projekt abgestimmt ist. Das Unternehmen investiert nun zwangsläufig in das Projekt mit dem niedrigeren erwarteten Ertrag. Folge ist somit wieder eine ineffiziente Kapitalallokation.
1. Formen von Informationsasymmetrien und ihre Konsequenzen auf dem Kreditmarkt: Dieses Kapitel führt in die Prinzipal-Agent-Theorie ein und erläutert die drei zentralen Formen der Informationsasymmetrie: "hidden characteristics", "hidden action" und "costly state verification".
2. Das Phänomen der Kreditrationierung und seine Folgen: Hier wird detailliert analysiert, wie Kreditrationierung entsteht, welche Formen sie annimmt und welche Auswirkungen asymmetrische Information auf das Marktgleichgewicht hat.
3. Lösungsansätze: Dieses Kapitel diskutiert verschiedene Mechanismen wie Kreditwürdigkeitsprüfung, Kreditsicherheiten, Signalling und langfristige Finanzbeziehungen, mit denen Banken und Unternehmen versuchen, Informationsprobleme zu reduzieren.
4. Exogene Einflüsse auf Kreditrationierung und aktuelle Lage in Deutschland: Abschließend werden externe Faktoren wie wirtschaftliche Unsicherheit und neue Eigenkapitalvorschriften (Basel II) sowie deren Bedeutung für die aktuelle Kreditvergabe in Deutschland betrachtet.
Asymmetrische Information, Kreditrationierung, Prinzipal-Agent-Theorie, Adverse Selektion, Moral Hazard, Signaling, Screening, Unterinvestition, Kreditwürdigkeitsprüfung, Kreditsicherheiten, Hausbankbeziehung, Basel II, Finanzintermediation, Investitionsprojekte, Risikoklassen.
Die Arbeit untersucht, wie asymmetrisch verteilte Informationen zwischen Banken und Unternehmen die Effizienz von Kreditmärkten beeinflussen und zu Marktstörungen führen.
Zentrale Themen sind die theoretischen Erklärungsansätze für Kreditrationierung, das Verhalten von Banken und Unternehmen bei Informationsdefiziten sowie Strategien zur Minderung dieser Probleme.
Das Ziel ist es, die Auswirkungen von asymmetrischer Information auf die Kreditvergabe zu verstehen, Bedingungen für Kreditrationierung zu modellieren und zu prüfen, welche Lösungsansätze die Kapitalallokation verbessern können.
Es werden mikroökonomische Modellierungen auf Basis der Prinzipal-Agent-Theorie genutzt, um Agency-Beziehungen und deren Konsequenzen im Kreditgeschäft theoretisch herzuleiten und zu analysieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Analyse von Informationsformen, eine Herleitung von Kreditrationierungs-Modellen, die Untersuchung von Lösungsmechanismen und den Bezug zu makroökonomischen Einflüssen wie Basel II.
Kritische Begriffe sind Informationsasymmetrie, Adverse Selektion, Moral Hazard, Kreditrationierung, Signaling und Screening, da sie das Kernproblem und die Lösungsstrategien definieren.
Basel II fordert eine stärkere risikogerechte Eigenkapitalunterlegung; da kleine Unternehmen oft weniger Transparenz bieten, können ihre Kapitalkosten steigen oder sie werden rationiert, sofern sie keine besseren Signale (Ratings/Sicherheiten) liefern.
Die Hausbankbeziehung erlaubt es der Bank, durch langfristige Kontakte und umfassende Einblicke eine "Informationsrente" aufzubauen, wodurch die asymmetrische Verteilung abgebaut und die Verfügbarkeit von Krediten in Krisenzeiten erhöht werden kann.
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