Examensarbeit, 2010
86 Seiten, Note: 2
Geowissenschaften / Geographie - Phys. Geogr., Geomorphologie, Umweltforschung
I Einleitung
II Stand der Forschung
II.1 Die Entstehung der Ostsee
II.1.1 Das Präquartär
II.1.2 Das Pleistozän
II.1.3 Nacheiszeit
II.2 Die heutige Ostsee
II.2.1 Geologische und tektonische Bedingungen
II.2.2 Landformen
II.2.3 Klima und Wasserhaushalt
II.3 Die schleswig-holsteinische Fördenküste
II.3.1 Raumeinheit
II.3.2 Genese
II.3.3 Rezente Morphogenese
II.3.3.1 Die Küstenform
II.3.3.2 Küstendynamik
a) Faktoren und Bedingungen
b) Sedimente und Sedimenttransport
c) Akkumulationsformen
III Forschungsdefizit und Zielsetzung
IV Datengrundlage und Methodik
V Rückgangsdynamik und Steiluferrückgang
V.1 Schemata der Uferrückbildung
V.2 Abbruchsdynamik an ausgewählten Steilufern
V.2.1 Steilufer an Außenküsten
V.2.2 Steilufer in der Eckernförder Bucht
V.3 Rekonstruktion der ehemaligen Klifflinien
VI Auswertung der Ergebnisse
VII Zusammenfassung und Ausblick
Diese Arbeit untersucht die historische und rezente geomorphologische Genese der deutschen Fördenküste, einer touristisch und wissenschaftlich bisher wenig erschlossenen Region. Das primäre Ziel ist die Analyse der Rückgangsdynamik ausgewählter Steilufer sowie die Rekonstruktion ehemaliger Klifflinien unter Berücksichtigung mariner und terrestrischer Einflussfaktoren.
II.3.3.2 Küstendynamik
Der Bereich, in welchem küstendynamische Prozesse stattfinden, beschränkt sich auf eine relativ schmale Übergangszone zwischen Land und Meer. In ihr treffen, mitunter durch Brandungsvorgänge, die Elemente Feststoff, Wasser und Luft aufeinander. Dieser Küstenstreifen, dessen Zentrum die Uferlinie bildet, unterliegt der ständigen Umgestaltung. Den in diesem Übergangsbereich aufeinander treffenden Faktoren und Vorgängen ist das Streben nach einem Gleichgewichtszustand überlagert. Maßgebliche Komponenten dieses Prozesses sind die Wirkungen des einlaufenden Seegangs, die morphologischen Formen sowie die sedimentologische Ausbildung des Meeresbodens (KÖSTER/SCHWARZER 1996). Diese Interaktion führt zu den küstendynamischen Vorgängen der Abrasion, der Erosion und der Anlandung (SCHOTT 1956). Küstenabbruch und Sedimentanlandung prägen daher das Landschaftsbild der schleswig-holsteinischen Ostküste. Dabei stehen sich die Erosionsresistenz der Steilufer und die Abrasions- und Transportenergie der Wellen einander gegenüber (KLUG/STERR 1988). Dieser Prozess des Küstenausgleichs bestimmt seit etwa 4 000 Jahren die Morphogenese der Küstenlandschaft in der südwestlichen Ostsee (SCHOTT 1956).
Aufgrund der Vielgestalt der Küstenkonfiguration und -exposition sowie den spezifischen Wirkungsfaktoren variiert die Küstendynamik je nach Lokation. Die wichtigsten Einflussgrößen sind im submarinen Milieu die Neigung des unteren Strandhangs, die (Nicht-)Existenz eines Sandriffs und dessen durchschnittliche Höhe und Breite sowie das Verhältnis des Anteils grober Sedimente (Geröll, Kies) zu feinen Fraktionen (Sand). Bedeutsame Faktoren im Strandbereich sind die Strandbreite und die Strandhöhe. Ebenso relevant ist die Mächtigkeit der den Strandhang bedeckenden Sedimentauflage. Auch die Topographie des Küstenrücklandes spielt eine wichtige Rolle. Von Entscheidung ist hier die Hangneigung des Supralitorals. So verstärkt ein reflektiver Steilhang die Wellenenergie im Küstenvorfeld, wohingegen ein flacherer Rückhang jene absorbiert. Von großer Bedeutung für die litoralen Prozesse ist das Material des Küstenrücklandes. Der an den Förden anstehende Geschiebemergel ist ein Ton-Schluff-Sand-Kies-Gemisch mit unterschiedlich hohen Stein- und Geröllbeimengungen, die einen hohen Kalkanteil aufweisen.
I Einleitung: Diese Einleitung ordnet die deutsche Fördenküste in den Kontext der Ostseeküste ein und stellt die Relevanz der Untersuchung dieser bisher wenig erforschten Region dar.
II Stand der Forschung: Dieses Kapitel erläutert die geologische Entstehung der Ostsee, ihre klimatischen Bedingungen und die physikalischen Voraussetzungen der Fördenbildung.
III Forschungsdefizit und Zielsetzung: Hier wird der Mangel an aktuellen, fundierten Daten zur Rückgangsdynamik der Steilküsten adressiert und das methodische Vorgehen der Arbeit begründet.
IV Datengrundlage und Methodik: Dieses Kapitel listet die verwendeten Messdaten, Karten und Beobachtungen auf und erklärt den GIS-gestützten Prozess der Rekonstruktion ehemaliger Klifflinien.
V Rückgangsdynamik und Steiluferrückgang: Das Hauptkapitel präsentiert die Schemata der Uferrückbildung und analysiert detailliert acht ausgewählte Steilufer hinsichtlich ihrer spezifischen Abbruchsprozesse.
VI Auswertung der Ergebnisse: Hier werden die gewonnenen Erkenntnisse synthesiert und die Unterschiede in der Morphodynamik zwischen Außen- und Innenküsten diskutiert.
VII Zusammenfassung und Ausblick: Dieses Kapitel fasst die geomorphologischen Ergebnisse zusammen und bewertet die zukünftige Entwicklung sowie den Bedarf an Schutzmaßnahmen im Kontext des Klimawandels.
Fördenküste, Steilküsten, Küstendynamik, Geschiebemergel, Abrasion, Sedimenttransport, Kliff, Ostsee, Geomorphologie, Litorina-Transgression, Küstenausgleich, Schleswig-Holstein, Morphogenese, Uferrückgang, Sandriff.
Die Arbeit befasst sich mit der geomorphologischen Entwicklung, insbesondere der Rückgangsdynamik, der deutschen Fördenküste im südwestlichen Ostseeraum.
Im Zentrum stehen die historischen und rezenten Abbruchsprozesse an ausgewählten Steilküsten, die Analyse von Sedimenttransporten sowie die Wirkung exogener Kräfte wie Wellen und Wind.
Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Genese der Förden zu entwickeln und den Rückgang der Kliffoberkanten durch die Rekonstruktion historischer Klifflinien quantitativ und qualitativ zu veranschaulichen.
Die Arbeit kombiniert die Auswertung historischer Messdaten von Forschern wie Kannenberg und Sterr mit eigenen Geländebeobachtungen und der GIS-gestützten Analyse topographischer Karten.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung theoretischer Schemata der Steiluferentwicklung sowie die detaillierte Fallstudien-Analyse von acht ausgewählten Steilufern, unterteilt in Außen- und Eckernförder Bucht-Küsten.
Typische Schlüsselbegriffe sind Fördenküste, Steilküste, Abrasion, Sedimenttransport, Geschiebemergel und Morphogenese.
Unterschiedliche Messzeiträume, verschiedene definierte Abbruchslängen und unterschiedliche methodische Herangehensweisen der Forscher erschweren eine direkte Vergleichbarkeit der Daten.
Anthropogene Strukturen, wie etwa die Militäranlage bei Surendorf, beeinflussen die lokale Wellen- und Strömungsdynamik massiv und können dadurch die natürliche Rückgangsrate der Steilküste deutlich erhöhen.
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