Masterarbeit, 2022
106 Seiten, Note: 1,3
1 Problemstellung: Der Mittelstand im Kontext veränderter Rahmenbedingungen – Der notwendige Umgang mit Vielfalt
1.1 Hintergrund und Relevanz des Themas
1.2 Zielsetzung, Forschungsfragen und Relevanz der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen, aktueller Forschungsstand und Hypothesen
2.1 Diversity Management als Antwort auf veränderte Rahmenbedingungen
2.1.1 Begriffsabgrenzung Diversity und Diversity Management
2.1.2 Implementierung im Unternehmen
2.1.3 Das neue integrative Gesamtkonzept des Diversity Managements nach Watrinet
2.1.4 Nutzen und Nutzenmessen
2.1.5 Herausforderungen und Handlungsbedarfe bei der Umsetzung
2.2 Empirische Ergebnisse zu ausgewählten Einflussfaktoren von Diversity Management
2.2.1 Einfluss der Unternehmensgröße auf das Angebot von Diversity-Maßnahmen
2.2.2 Einfluss des Unternehmensstandortes auf die Einstellung zu Diversity
2.3 Zwischenfazit und Formulierung der Hypothesen
3 Konzeption der empirischen Untersuchung
3.1 Datenerhebung
3.1.1 Wahl der Untersuchungsmethode, des Untersuchungsgebiets sowie der Stichprobe
3.1.2 Operationalisierung und Konzeption des Erhebungsinstruments
3.1.3 Durchführung der Befragung
3.2 Vorbereitende Datenanalyse
3.2.1 Rücklauf und Datenbereinigung
3.2.2 Datenaufbereitung
3.3 Statistische Analysemethoden zur Datenauswertung
4 Ergebnisse und Diskussion der empirischen Untersuchung
4.1 Beschreibung der Stichprobe
4.2 Deskriptive Statistik: Diversity Management in KMU in Oberfranken
4.2.1 Normative Ebene: Verständnis von und Einstellung zu Diversity (Management)
4.2.2 Strategische Ebene: Implementierung von Diversity Management
4.2.3 Operative Ebene: Konkretes Gelingen von Diversity Management
4.3 Bivariate Analysen: Ausgewählte Aspekte im Zusammenhang
4.3.1 Zusammenhang Unternehmensstandort und Einstellung zu Diversity
4.3.2 Zusammenhang Unternehmensgröße und Angebot an Diversity-Maßnahmen
4.3.3 Zusammenhang Implementierungsstand einer Diversity Management Strategie und Outcome der Diversity-Maßnahmen
5 Abschließende Überlegungen
5.1 Synopse und Zielerreichung
5.2 Theoretische und praktische Implikationen
5.3 Limitationen und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz, Implementierung und das Gelingen von Diversity Management in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) im ländlich geprägten Raum Oberfrankens, um Potenziale und Barrieren aufzuzeigen und Strategien gegen den Fachkräftemangel zu evaluieren.
2.1.1 Begriffsabgrenzung Diversity und Diversity Management
Nachfolgend wird der Versuch unternommen, die bislang unbestimmte Vielfalt sowie den Umgang mit dieser zu systematisieren und hierdurch fassbar zu machen; auch wenn Systematisierung nicht ohne Standardisierung und Reduktion auskommt (vgl. GESSLER und STÜBE 2008: 39).
Der Begriff „Diversity“ wird „sowohl in sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen wie in organisationspraktischen Zusammenhängen unterschiedlich konnotiert“ (BENDL et al. 2012b: 31). Daher existieren in der Literatur auch verschiedene Definitionen des Begriffs:
In der wirtschaftswissenschaftlichen Literatur wird Diversity meist mit „Vielfalt“ übersetzt und „ersetzt zunehmend Begriffe wie Unterschiedlichkeit, Differenz und Ungleichheit“, weshalb er auch von einigen Autor*innen als „leerer Signifikant“ bezeichnet wird (ebd.: 30; LACLAU 1996: 69). Er diene immer häufiger einer ökonomischen Nutzenperspektive, mittels derer die ökonomische Bedeutung von Unterschiedlichkeiten der Menschen besser beobachtbar und messbar gemacht werden soll (vgl. BENDL et al. 2012b: 32). Hier kann beispielsweise die Definition nach Aretz & Hansen (2002) genannt werden, die Diversity als „Vielfältigkeit der Human-Ressourcen“ mit „vielschichtiger Alternativenauswahl“ sowie „Potenzial zur synergetischen Nutzung“ ansehen (ARETZ und HANSEN 2002: 7ff). Auch Gessler & Stübe (2008) verstehen den Begriff, angelehnt an dessen lateinische Wortherkunft (diversitas = Verschiedenheit, Unterschiedlichkeit), als „das Phänomen „Vielfalt“, das durch zahlreiche personelle Unterschiede entsteht“ (GESSLER und STÜBE 2008: 37f). Sie greifen die ökonomische Nutzenperspektive von Aretz & Hansen auf und verstehen Diversity nicht nur als Begriff, sondern als Ansatz, der einer von Offenheit, Respekt und Wertschätzung geprägten Geisteshaltung gleiche; stets verbunden mit einem Bewusstsein über den Einfluss von Unterschiedlichkeiten auf das tägliche Miteinander (vgl. ebd.). Diese Einstellung zu menschlicher Vielfalt bestimme letztlich den Umgang mit Diversity:
„Diversity stellt somit Fragen an menschliche Grundhaltungen: Welche Einstellung habe ich zu Unterschiedlichkeit? Wie gehe ich auf Menschen zu, die ‚anders‘ sind? Wie offen bin ich für andere Sichtweisen und für Anregungen anderer?“ (ebd.).
1 Problemstellung: Der Mittelstand im Kontext veränderter Rahmenbedingungen – Der notwendige Umgang mit Vielfalt: Einführung in die demographischen und wirtschaftlichen Herausforderungen für KMU und Herleitung der Relevanz von Diversity Management.
2 Theoretische Grundlagen, aktueller Forschungsstand und Hypothesen: Darstellung der Konzepte von Diversity und Diversity Management sowie Analyse der Einflussfaktoren Unternehmensgröße und -standort auf Basis existierender Literatur.
3 Konzeption der empirischen Untersuchung: Beschreibung des Forschungsdesigns, der Datenerhebung mittels Online-Umfrage unter KMU in Oberfranken und der methodischen Operationalisierung.
4 Ergebnisse und Diskussion der empirischen Untersuchung: Deskriptive Auswertung der Befragungsergebnisse und bivariate Analysen zur Überprüfung der aufgestellten Hypothesen.
5 Abschließende Überlegungen: Synopse der wichtigsten Ergebnisse, theoretische und praktische Implikationen für KMU sowie Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten.
Diversity Management, KMU, Oberfranken, demographischer Wandel, Fachkräftemangel, Unternehmenskultur, Organisationsentwicklung, Personalführung, Diversity-Dimensionen, soziale Vielfalt, Unternehmensstandort, Personalentwicklung, empirische Sozialforschung, strategisches Management, Gleichstellung.
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Konzept des Diversity Managements in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) im Regierungsbezirk Oberfranken vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Veränderungen.
Im Zentrum stehen das Verständnis von Diversity durch Führungskräfte, die Implementierungsstrategien in KMU sowie die Auswirkungen von Diversity-Maßnahmen auf Unternehmenskennzahlen wie Arbeitsklima und Fachkräftesicherung.
Das Hauptziel ist es zu ergründen, an welchen Stellen Bereitschaft besteht, aber auch welche Probleme bei der Umsetzung von Diversity Management in KMU herrschen, um darauf aufbauend konkrete Handlungsfelder abzuleiten.
Die Arbeit nutzt ein deskriptives Survey-Modell durch eine Online-Umfrage, kombiniert mit bivariaten Korrelationsanalysen zur Überprüfung spezifischer Forschungshypothesen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die methodische Konzeption der Untersuchung sowie die empirische Analyse der Ergebnisse, die in eine Diskussion über den Einfluss von Unternehmensgröße und -standort mündet.
Die wichtigsten Begriffe sind Diversity Management, KMU, Oberfranken, Fachkräftemangel, Unternehmenskultur und demographischer Wandel.
Fast die Hälfte der befragten KMU (47%) erkennt in Diversity Management ein geeignetes Mittel zur Entgegenwirkung des Fachkräftemangels, wobei der Fokus häufig auf der Bindung und Motivation bestehender Mitarbeiter liegt.
Obwohl die Literatur teils geringere Akzeptanz in ländlichen Regionen nahelegt, konnten die statistischen Analysen dieser Studie keine signifikanten Unterschiede zwischen KMU in Städten und Landkreisen hinsichtlich der Einstellung zu Diversity feststellen.
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