Masterarbeit, 2019
69 Seiten, Note: 1,6
1. Einleitung
2. Aufgabenspektrum von Berufsfeuerwehrleuten
2.1 Begriffsbestimmung
2.2 Allgemeines
2.3 Brandbekämpfung
2.4 Technische Hilfeleistung
2.5 Umweltschutz
2.6 Besondere Einsatzlagen
2.7 Zusatzqualifikationen
2.8 Berufsfeuerwehrleute im Rettungsdienst
3. Der Rettungsdienst und die Einführung des Notfallsanitäters
3.1 Rettungsassistentengesetz
3.2 Notfallsanitätergesetz
3.3 Zusammenfassung Rettungsassistenten- und Notfallsanitätergesetz
4. Aktueller Forschungsstand
4.1 Gorißen
4.2 Hering et all.
4.3 Karutz und Overhagen
4.4 Tschieter
4.5 Problemanalyse und Forschungsfrage
5. Theoretischer Rahmen
5.1 Belastungs-Beanspruchungskonzept
5.2 P-E-Fit-Modell
5.3 Effort-Recovery-Modell
5.4 Effort-Reward-Imbalance-Modell
5.5 Job-Demand-Controll-Modell
6. Empirie
6.1 Feldzugang und Sample
6.2 Methodik
6.3 Erhebungsform
7. Ergebnisse
7.1 Belastende Einflüsse
7.1.1 Wissenslücken
7.1.2 Unangemessene Besoldung
7.1.3 Mangelnde Erfahrung/Routine
7.1.4 Angst vor rechtlichen Konsequenzen
7.1.5 Hohe Einsatzfrequenz
7.1.6 Maßnahmen nicht freigegeben
7.1.7 Viele Bagatelleinsätze
7.1.8 Belastungen auch in der Freizeit
7.1.9 Mangelnde Mitbestimung
7.2 Typologie
7.2.1 Vergleichsdimensionen der Typologie
7.2.2 Unterstützung durch den Dienstherrn
7.2.3 Typ 1 der Unterstützte
7.2.4 Typ 2 der Erfahrene im Stich gelassene
7.2.5 Typ 3 der Resignierte
7.2.6 Typ 4 der Unerfahrene im Stich gelassene
8. Diskussion
8.1 Wissenslücken
8.2 Unangemessene Besoldung
8.3 Hohe Einsatzfrequenz
8.4 Maßnahmen nicht freigegeben, Angst vor rechtlichen Konsequenzen, mangelnde Mitbestimmung
8.5 Rettungsdienst muss für Feuerwehrleute attraktiver werden
8.6 Grenzen der Arbeit
9. Fazit
10. Ausblick
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es zu untersuchen, ob die gemeinsame Ausübung der Berufe Berufsfeuerwehrmann und Notfallsanitäter ein derart hohes Stresspotenzial birgt, dass eine gesundheitlich vertretbare Vereinbarkeit dieser Tätigkeiten in der Praxis nicht mehr gegeben ist.
7.1.2 Unangemessene Besoldung
Ebenfalls 7 der 10 Befragten geben an, dass sie die Besoldung ungerecht finden. Dabei gibt es bei der Unzufriedenheit bei der Besoldung mehrere Abstufungen. Die meisten sind der Ansicht, dass die Besoldung für das große Aufgabenspektrum generell zu niedrig ist.
„…die Besoldung muss man ja sagen, die der Feuerwehrmann im Rahmen seiner gesamten Ausbildung bekommt, eigentlich schon nicht mehr der Zeit angemessen. Ich habe so das Gefühl, dass gerade i Beamtentum die Kommunen sich unheimlich schwer tun, da auch einmal so eine Besoldung anzuheben.“ (Interview 2)
Andere, meist Feuerwehrleute, die über viele verschiedene Qualifikationen verfügen, finden, dass das Besoldungssystem zu unflexibel ist. Das bedeutet konkret, dass viele ihrer Qualifikationen sich gar nicht in der Besoldung niederschlagen können, da dies so einfach nicht vorgesehen ist.
„Also es gibt bei uns Leute, die sind Notfallsanitäter, die sind Gruppenführer, die sind auf der Leitstelle, die sind Praxisanleiter. Und die bekommen genau das Gleiche wie ich als, ich nenne es mal normaler Notfallsanitäter. Und das kann einfach nicht sein, Also ich finde diese Struktur, diese Besoldungsstruktur ist sehr unflexibel.“ (Interview 4)
Der dritte Punkt ist, dass sich einige der Befragten, unabhängig von der Besoldung, einfach nicht wertgeschätzt fühlen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Doppelbelastung durch Feuerwehr- und Rettungsdiensttätigkeit ein und erläutert das Ziel der Arbeit, die Vereinbarkeit unter Berücksichtigung des neuen Berufsbildes Notfallsanitäter zu untersuchen.
2. Aufgabenspektrum von Berufsfeuerwehrleuten: Dieses Kapitel erläutert den facettenreichen Aufgabenbereich von Berufsfeuerwehrleuten, der von Brandbekämpfung über technische Hilfeleistung bis hin zur notfallmedizinischen Versorgung reicht.
3. Der Rettungsdienst und die Einführung des Notfallsanitäters: Dieses Kapitel beschreibt den rechtlichen und inhaltlichen Wandel im deutschen Rettungsdienst, insbesondere die Aufwertung vom Rettungsassistenten zum Notfallsanitäter und die damit verbundene erhöhte Verantwortung.
4. Aktueller Forschungsstand: Hier wird ein Überblick über bestehende Studien zu Belastungen von Einsatzkräften gegeben, die als theoretische Grundlage für die eigene Untersuchung dienen.
5. Theoretischer Rahmen: Das Kapitel stellt verschiedene psychologische Modelle der Stressforschung vor, die dazu dienen, die Belastungssituation der Berufsfeuerwehrleute theoretisch zu fundieren.
6. Empirie: Dieser Teil beschreibt die methodische Vorgehensweise der Studie, inklusive der Rekrutierung der Teilnehmer und der Durchführung narrativer Interviews zur Datengewinnung.
7. Ergebnisse: Hier werden die durch die Auswertung der Interviews identifizierten Belastungsfaktoren dargestellt und eine Typologie der Bewältigungsstrategien entwickelt.
8. Diskussion: Dieses Kapitel diskutiert die gewonnenen Ergebnisse kritisch im Kontext der Arbeitsorganisation und leitet erste Ansätze für Maßnahmen ab.
9. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Vereinbarkeit von Feuerwehr- und Rettungsdiensttätigkeit unter den aktuellen Rahmenbedingungen.
10. Ausblick: Der Ausblick gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung und diskutiert die langfristige Notwendigkeit einer Trennung beider Berufsfelder oder einer flexibleren Besoldungsstruktur.
Berufsfeuerwehr, Rettungsdienst, Notfallsanitäter, psychische Belastung, Stressforschung, Vereinbarkeit, Arbeitsorganisation, Besoldung, Wissenslücken, Einsatzfrequenz, Bewältigungsstrategien, Typologie, Gesundheitsförderung, Dienstherr, Personalmanagement
Die Masterarbeit befasst sich mit dem hohen Stresspotential und der problematischen Vereinbarkeit der beiden Berufsfelder Feuerwehrdienst und Rettungsdienst aus der Perspektive der Notfallsanitäter.
Zentrale Themen sind die hohe Komplexität des Aufgabenspektrums, die gestiegene Verantwortung durch das Notfallsanitätergesetz, psychische Stressfaktoren im Dienstalltag sowie die Rolle der Arbeitsorganisation und Besoldung.
Ziel ist es zu untersuchen, ob die gleichzeitige Ausübung der Tätigkeiten bei Berufsfeuerwehrleuten zu einer gesundheitlich bedenklichen Stressbelastung führt, die eine Vereinbarkeit in der Praxis in Frage stellt.
Die Untersuchung basiert auf einem qualitativen Forschungsansatz, insbesondere auf leitfadengestützten narrativen Interviews mit zehn Berufsfeuerwehrleuten, die mittels der Methodik der Grounded Theory ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Problemanalyse, die Vorstellung von Stressmodellen sowie den empirischen Teil, in dem Belastungsfaktoren identifiziert und in eine Typologie eingeordnet werden.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Berufsfeuerwehr, Notfallsanitäter, psychische Belastung, Stressforschung, Vereinbarkeit und organisationale Unterstützung geprägt.
Die Studie identifiziert die "Unterstützung durch den Dienstherrn" als Kernkategorie (roter Faden). Fehlende Unterstützung führt zu einem Mangel an Ressourcen und Bewältigungsstrategien, während gute Rahmenbedingungen Belastungen signifikant abfedern können.
Durch die erweiterte fachliche Verantwortung und den hohen Qualifikationsdruck wird der Stress bei vielen Einsatzkräften erhöht, insbesondere wenn keine adäquate Zeit für Fortbildungen oder organisatorische Entlastung bereitgestellt wird.
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