Diplomarbeit, 2011
76 Seiten, Note: 16/20, (ECTS 4)
EINFÜHRUNG
I. ZUM FORSCHUNGSOBJEKT UND ZUR MOTIVATION
II. ZUR PROBLEMATIK DER ARBEIT
III. ZU DEN FORSCHUNGSHYPOTHESEN
IV. ZUM FORSCHUNGSSTAND
V. ZUM METHODISCHEN VORGEHEN
VI. ZUR GLIEDERUNG DER ARBEIT
KAPITEL I: BEGRIFFSBESTIMMUNGEN
I. DAS BÜRGERTUM
1. Zur Definition
2. Geschichtliche Entwicklung des Bürgertums
3. Bestandteile des Bürgertums
II. DIE ERZIEHUNG
1. Zur Definition und zu den Zielen der Erziehung
2. Die Erziehungsstile
KAPITEL II: AUSSAGEN DES BÜRGERLICHEN ERZIEHUNGSDISKURSES IN UNTERM RAD
I. DIE SCHULE UND DER BÜRGERLICHE ERZIEHUNGSDISKURS
1. Über den zu erziehenden Menschen
2. Über die Rolle der Schule
3. Über den braven Schüler
4. Über die ideale Erziehung
II. DIE BÜRGERLICHE HÄUSLICHE ERZIEHUNG
1. Das Kind in der bürgerlichen Familie
2. Respekt und Gehorsam gegenüber den Älteren
3. Sparsam leben, erfolgreich sein.
III. DIE RELIGIÖSE UND SENTIMENTALE ERZIEHUNG
1. Die Religion in Unterm Rad
2. Die sentimentale Erziehung
KAPITEL III : DAS VERBOTENE UND REGELVERSTOSSENDE INNERHALB DES BÜRGERLICHEN ERZIEHUNGSDISKURSES
I. UNZULÄSSIGE AUSSAGEN
1. Erholung und Durchfallen
2. Der neumodische Glaube
II. AUSZUSCHLIESSENDE SCHÜLERTYPEN IN UNTERM RAD
1. Der Schüler mit schlechten bzw. durchschnittlichen Leistungen
2. Der Genie
III. REVOLUTIONÄRE FIGUREN IN UNTERM RAD
1. Der witzige Dunstan
2. Der rebellische Hermann Heilner
KAPITEL IV: HERMANN HESSES STELLUNGNAHME ZUM BÜRGERLICHEN ERZIEHUNGSDIKURS
I. DIE SCHLECHTEN NACHWIRKUNGEN DER BÜRGERLICHEN ERZIEHUNG AUF DIE JUGENDLICHEN
1. Beschädigung der Gesundheit und Nachlassen der Schulleistungen des Jungen
2. Entfremdung von der Natur und den Menschen
II. DIE STIL- UND ERZÄHLHALTUNGEN IM ROMAN UNTERM RAD
1. Die ironische Stilhaltung
2. Die metaphorische Stilhaltung
3. Die rhetorische Stilhaltung
III. ALTERNATIVE WEGE ZUR ÜBERWINDUNG DER UNMÜNDIGKEIT
1. Transgression und Rebellion
2. Der Selbstmord als Ausweg
3. Der Rückkehr in die eigenen Kindheitserfahrungen
SCHLUSSBETRACHTUNGEN
Die vorliegende Arbeit untersucht den bürgerlichen Erziehungsdiskurs im Roman "Unterm Rad" von Hermann Hesse, indem sie das Erziehungssystem des Werks als Diskurs im Sinne Michel Foucaults interpretiert, um aufzuzeigen, wie gesellschaftliche Normen und Werte das Schicksal der Individuen determinieren.
1. Über den zu erziehenden Menschen
Der bürgerliche Erziehungsdiskurs versteht das zu erziehende Kind nicht als ein tabula rasa, wie es die Empiristen meinen, und nicht einmal als ein „unbeschriebene[s] Blatt“ im Sinne von Emile Durkheim. Vielmehr ist es, gerade im Sinne Rousseaus, mit Naturanlagen ausgestattet. Das Kind, wie es geboren ist, trägt in sich bestimmte natürliche und genetische Dispositionen. Aber im Gegensatz zu Rousseau sieht der bürgerliche Diskurs diese Anlagen nicht als Vorteil, sondern gerade als eine Gefahr. Das Kind, in dem die Kräfte und Begierden der Natur noch roh und unbearbeitet sind, ist „etwas Wildes, Regelloses, Kulturloses“ (50). Es ist gleich einer „gefährliche[n] Flamme“ (50), die die Gesellschaft zu brennen drohen kann. „Der Mensch, wie ihn die Natur erschafft, ist etwas Unberechenbares, Gefährliches. Es ist ein von unbekanntem Berge herbrechender Strom und ist ein Urwald ohne Weg und Ordnung“ (50).
KAPITEL I: BEGRIFFSBESTIMMUNGEN: Dieses Kapitel klärt die theoretischen Grundlagen der Arbeit, insbesondere die soziologischen Begriffe Bürgertum und Erziehung, um den Kontext der bürgerlichen Gesellschaft des ausgehenden 19. Jahrhunderts zu definieren.
KAPITEL II: AUSSAGEN DES BÜRGERLICHEN ERZIEHUNGSDISKURSES IN UNTERM RAD: Hier wird untersucht, wie Schule, Familie und Religion als Erziehungsinstanzen die bürgerlichen Ideale in den Jüngling einzupflanzen versuchen und welche Tugenden dabei als normativ gelten.
KAPITEL III : DAS VERBOTENE UND REGELVERSTOSSENDE INNERHALB DES BÜRGERLICHEN ERZIEHUNGSDISKURSES: Dieses Kapitel widmet sich den Aussagen und Figuren, die vom Diskurs als unzulässig eingestuft und marginalisiert werden, sowie den Strategien, die diese Ausgeschlossenen entwickeln.
KAPITEL IV: HERMANN HESSES STELLUNGNAHME ZUM BÜRGERLICHEN ERZIEHUNGSDIKURS: Abschließend wird aufgezeigt, wie der Autor durch die Darstellung der negativen Auswirkungen und gezielte stilistische Mittel Kritik an der bürgerlichen Pädagogik übt und alternative Wege zur individuellen Freiheit aufzeigt.
bürgerlicher Erziehungsdiskurs, Unterm Rad, Hermann Hesse, Erziehung, Bürgertum, Diskursanalyse, Michel Foucault, Adoleszenz, Konkurrenzgeist, Autorität, Ausgrenzung, Rebellion, Kindheit, Emanzipation, Moral.
Die Arbeit analysiert den Erziehungsdiskurs der bürgerlichen Gesellschaft in Hermann Hesses Roman „Unterm Rad“ und untersucht, wie dieser Diskurs die Identität und Entwicklung der jungen Hauptfigur Hans Giebenrath prägt.
Die zentralen Themen sind der bürgerliche Erziehungsbegriff, die Rolle der Institutionen wie Familie und Schule, das Spannungsfeld zwischen individueller Naturanlage und gesellschaftlicher Normierung sowie die Mechanismen der Ausgrenzung von Abweichlern.
Ziel ist es, zu entschlüsseln, welche Aussagen den bürgerlichen Erziehungsdiskurs ausmachen, wie dieser Diskurse die Handlungen der Figuren determiniert und welche Stellung Hermann Hesse als Autor zu diesem autoritären System einnimmt.
Die Arbeit nutzt primär die Kategorien der Diskursanalyse nach Michel Foucault, ergänzt durch Ansätze der Strukturanalyse, um die Funktionsweisen und Aussagen des untersuchten Erziehungsdiskurses offenzulegen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Bestimmung grundlegender Begriffe, die Identifizierung spezifischer Aussagen des Diskurses, die Analyse der vom Diskurs ausgegrenzten Schülertypen und revolutionären Figuren sowie die Untersuchung der literarischen Stellungnahme des Autors.
Schlüsselwörter sind unter anderem der bürgerliche Erziehungsdiskurs, Machtstrukturen im Bildungswesen, die psychischen Folgen autoritärer Erziehung sowie die Rebellion des Individuums gegen das System.
Die Arbeit zeigt auf, dass die Schule im Roman nicht als Ort der Förderung, sondern als Institution der „Vergesellschaftung“ fungiert, die das Kind seiner natürlichen Anlagen berauben soll, um es zu einem nützlichen, autoritätshörigen Mitglied der Gesellschaft zu machen.
Der Autor inszeniert den Selbstmord und die Rückkehr in Kindheitserfahrungen als verzweifelte Auswege des Protagonisten, um der „Unmündigkeit“ und dem erdrückenden Druck des bürgerlichen Erziehungsdiskurses zu entfliehen.
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