Bachelorarbeit, 2010
44 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Kurzbiografie von Dietrich Bonhoeffer
3. Die Zeit von 1933-1945
3.1 Stellung der Kirche im Dritten Reich
3.2 Christen und Kirche im Zwiespalt zwischen Anpassung und Widerstand
3.3 Kirche und Staat vor der Judenfrage
4. Glaube ist …
4.1 … Kirche
4.2 … Christus
4.3 … Nachfolge
5. Interpretation des Gedichts „Christen und Heiden“ im Kontext
6. Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht das Glaubensverständnis von Dietrich Bonhoeffer unter den Bedingungen der nationalsozialistischen Diktatur und analysiert, wie sein Glaube ihn in einer politisch bedrängten Zeit handlungsfähig machte.
3.1 Die Stellung der Kirche im Dritten Reich
Um die Stellung der Kirche im Dritten Reich zu betrachten, muss man noch etwas weiter in der Geschichte zurückblicken. Die Zeit des 1. Weltkrieges brachte viele Veränderungen mit sich. Viele Menschen starben, Landschaften und Wohnräume wurden zerstört und politische Systeme zerbrachen.
„Auf der einen Seite hatte sich mit dem Kommunismus und seinen Ablegern eine linksradikale Bewegung entwickelt, auf der anderen Seite erstarkte in vielen Ländern eine national-konservative Strömung, die vielerorts direkt in den Faschismus mündete.“
Diese beiden Seiten unterschieden sich voneinander. Während der Kommunismus antireligiös war, schlug die national-konservative Strömung eine religiöse Richtung ein. Viele Menschen stellten sich daher bewusst auf die Seite der national-konservativen Strömungen. Viele rechtsnationale Theologen gründeten 1927 eine Gemeinschaft, die sich „Deutsche Christen“ nannte und forderten die Abschaffung jeglicher jüdischer Einflüsse. Dies war der Beginn der Meinungsverschiedenheit innerhalb der Kirche. Doch das war längst nicht der ausschlaggebende Punkt. Eine weitere wichtige Rolle hatte Hindenburg inne. Hindenburg, Chef der obersten Heeresleitung und zweiter Reichspräsident der Weimarer Republik, genoss viel Vertrauen vom deutschen Volk und Zuspruch für den 30. Januar 1933. Er hatte Hitler berufen, um das deutsche Volk aus der Weimarer Republik zu führen. Dieser galt als von Hindenburg Auserwählter und gottgesandter Überwinder. Doch mit der Machtergreifung Adolf Hitlers änderte sich alles. Adolf betonte in seinen Reden immer wieder das Christentum als Basis. Auch in den Wahlkampfreden (5.März 1933), welche eher einer Predigt glichen, betonte Hitler immer wieder das Christentum als Grundlage. Doch das war alles nur Schein, denn „um die Kirchen von ihren Gläubigen zu trennen, mußte sich der Staat als der allerchristlichste gebärden.“ Hitler versuchte von Anfang an die Kirche nach seinem Bilde zu formen, was ihm aber nur zum Teil glückte.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Person Dietrich Bonhoeffers als weltweit verehrten Märtyrer und formuliert die zentrale Forschungsfrage nach dem Glaubensverständnis in der NS-Zeit.
2. Kurzbiografie von Dietrich Bonhoeffer: Dieses Kapitel zeichnet den Lebensweg Bonhoeffers von seiner Herkunft über sein Studium bis hin zu seinem theologischen Wirken und dem Entschluss zur Rückkehr nach Deutschland nach.
3. Die Zeit von 1933-1945: Es wird die schwierige kirchenpolitische Lage während des Nationalsozialismus analysiert, wobei besonders der Konflikt zwischen der Bekennenden Kirche und den Deutschen Christen sowie die Haltung zur Judenfrage thematisiert werden.
4. Glaube ist …: Der Autor erläutert Bonhoeffers Definition von Glaube als untrennbare Einheit von Kirche, Christusbeziehung und der praktischen Umsetzung in der Nachfolge.
5. Interpretation des Gedichts „Christen und Heiden“ im Kontext: Eine detaillierte literaturwissenschaftliche und theologische Analyse des im Gefängnis entstandenen Gedichts, die Bonhoeffers geistige Auseinandersetzung mit der Zeit verdeutlicht.
6. Schluss: Das Fazit führt die Ergebnisse zusammen und betont, dass Glaube für Bonhoeffer stets Nachfolge und das „Dasein-für-andere“ bedeutete.
Dietrich Bonhoeffer, Nationalsozialismus, Glaube, Kirche, Widerstand, Bekennende Kirche, Christusglaube, Nachfolge, Judenfrage, Christen und Heiden, Märtyrer, Theologie, Drittes Reich, Gottes Wort, Zeitzeuge.
Die Arbeit befasst sich mit der Person Dietrich Bonhoeffer und seinem spezifischen Verständnis von christlichem Glauben während der Zeit des Nationalsozialismus.
Zentrale Themen sind die Rolle der evangelischen Kirche im Dritten Reich, der theologische Widerstand gegen den Nationalsozialismus und Bonhoeffers Verständnis von Nachfolge und Glaube.
Ziel ist es, zu untersuchen, was Bonhoeffer unter „Glaube“ verstand und wie dieser Glaube es ihm ermöglichte, in der Diktatur ethisch und religiös standhaft zu bleiben.
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Interpretation von Bonhoeffers Schriften und Gedichten (insbesondere „Christen und Heiden“).
Der Hauptteil analysiert die historische Situation der Kirche zwischen 1933 und 1945, das Glaubensverständnis in seinen Dimensionen Kirche, Christus und Nachfolge sowie eine exemplarische Gedichtsinterpretation.
Neben dem Namen Dietrich Bonhoeffer sind dies vor allem Begriffe wie „Nachfolge“, „Kirchenkampf“, „Bekennende Kirche“ und das „Glaubensverständnis“.
Es dient als beispielhafte Interpretation für Bonhoeffers Glaubens- und Lebensweg und verdeutlicht sein theologisches Ringen in der Gefängnishaft.
Der Autor zeigt auf, dass die Kirche das Potenzial zu einem Gegenpol gehabt hätte, sich jedoch durch den Druck des Regimes und mangelnde Zivilcourage vieler Mitglieder zunehmend in den Hintergrund drängen ließ.
Nachfolge bedeutet für Bonhoeffer die bedingungslose Hingabe an Jesus, das Loslassen bisheriger Existenz und das Wagnis, für den Glauben auch Leid und das Kreuz auf sich zu nehmen.
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