Bachelorarbeit, 2009
88 Seiten, Note: 1,3
Kapitel 1: Einleitung
Kapitel 2: Kriminalität und Normalität – Definitionen und Abgrenzungen
2.1 Kriminalität
2.2 Delinquenz
2.3 Normalität
Kapitel 3: Über die Relevanz von Entwicklungs- und Lebenspfaden
3.1 Persönliche Ressourcen
3.2 Soziales Umfeld
3.3 Lebenserfahrungen
3.4 Abweichendes Verhalten im Leben von Jugendlichen
Kapitel 4: Exkurs – Entwicklungs- und Lebenspfade jugendlicher Straftäter
4.1 Orte des Lebenswegs
4.2 Weichenstellungen des Lebenswegs
4.3 Lebenspfad als Entwicklungsprozess
Kapitel 5: Die Ubiquität von Kriminalität?
5.1 Die Ubiquitätsthese
5. 2 Nulltoleranzstrategie: Die Broken-Window-Theorie
5.3 Kriminalität als ubiquitärer gesellschaftlicher Bestandteil
Kapitel 6: Diskussion und Aussichten
Kapitel 8: Interviews und Memos
8.1 Interviews
8.2 Memos
Die vorliegende Arbeit untersucht die These der „Normalität von Kriminalität“ im Kontext der Lebensläufe junger Menschen. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit abweichendes Verhalten eine notwendige und temporäre Entwicklungsphase darstellt, anstatt als dauerhafte pathologische Abweichung gewertet zu werden.
Kapitel 1: Einleitung
Im Leben eines jeden Menschen gibt es Ereignisse, die von der Gesellschaft, in der er lebt, als grenzwertig oder abweichend betrachtet werden. Beinahe jeder hat die Erfahrung gemacht, einem anderen etwas ohne dessen Wissen zu entwenden, einen Diebstahl zu begehen. Sei es der Mutter im Jugendalter Geld aus dem Portemonnaie zu stehlen oder im Kindesalter eine auf Blickhöhe stehende Süßigkeit aus einem Supermarkt mitzunehmen. Strafrechtlich gesehen sind diese Geschehnisse Diebstähle.
Nach § 242 Abs. 1 Strafgesetzbuch (StGB) begeht einen Diebstahl, „wer eine fremde bewegliche Sache einem anderen in der Absicht wegnimmt, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen“.
Doch ist es nicht normal, dass jeder Mensch während seines individuellen Lebensweges solche Erfahrungen sammelt und sogar für seine Entwicklung benötigt? Gibt es daher ein natürliches oder auch normales kriminelles Verhalten?
Auch Raufereien oder Prügeleien unter pubertierenden männlichen oder unter weiblichen Jugendlichen sind nach dem Strafgesetzbuch eine Straftat, es ist nicht legal und nicht konform mit der deutschen Rechtssprechung, einen anderen Menschen körperlich anzugreifen und/oder Körperverletzungen zu begehen.
Kapitel 1: Einleitung: Die Einleitung hinterfragt, ob kriminelles Verhalten im Jugendalter als normaler Teil der menschlichen Entwicklung betrachtet werden kann.
Kapitel 2: Kriminalität und Normalität – Definitionen und Abgrenzungen: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe Kriminalität, Delinquenz und Normalität und beleuchtet deren soziologische und strafrechtliche Bedeutung.
Kapitel 3: Über die Relevanz von Entwicklungs- und Lebenspfaden: Die Bedeutung von individuellen Ressourcen, dem sozialen Umfeld und Lebenserfahrungen für die Entwicklung eines jungen Menschen steht hier im Zentrum.
Kapitel 4: Exkurs – Entwicklungs- und Lebenspfade jugendlicher Straftäter: Ein qualitativer Forschungsansatz, der anhand von Interviews mit Straftätern Weichenstellungen auf deren Lebenswegen rekonstruiert.
Kapitel 5: Die Ubiquität von Kriminalität?: Hier wird die These diskutiert, dass Kriminalität in allen gesellschaftlichen Schichten ubiquitär vorkommt, ergänzt um eine Analyse der „Broken-Window-Theorie“.
Kapitel 6: Diskussion und Aussichten: Eine zusammenfassende Reflexion über die Normalität abweichenden Verhaltens und die Möglichkeiten einer gesellschaftlichen Reintegration.
Kapitel 8: Interviews und Memos: Dieser Teil enthält die Rohdaten der qualitativen Befragungen sowie die methodischen Memos zur Arbeit.
Kriminalität, Normalität, Jugenddelinquenz, Lebenspfad, Sozialisation, Abweichendes Verhalten, Entwicklungsaufgabe, Labeling Approach, Ubiquitätsthese, Stigmatisierung, Jugendkriminalität, Soziales Umfeld, Qualitative Forschung, Resozialisierung.
Die Arbeit untersucht die Annahme, dass Kriminalität im Jugendalter nicht als rein pathologisches Phänomen, sondern als Teil eines normalen Entwicklungsprozesses und des „Ausprobierens“ angesehen werden kann.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Schnittmenge von Entwicklungspsychologie, Kriminologie und Soziologie, insbesondere auf die Bedeutung von Sozialisation und Stigmatisierung.
Ziel ist es, ein besseres Verständnis dafür zu entwickeln, warum junge Menschen straffällig werden und inwieweit diese Phase als Teil eines temporären Lebenspfads verstanden werden muss.
Die Autorin nutzt eine qualitative Forschungsstrategie, angelehnt an die Grounded Theory, und führt Interviews mit inhaftierten jugendlichen Straftätern durch.
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen (Normalität, Kriminalität), die Einflüsse von Lebenspfaden sowie Ergebnisse der qualitativen Interviews.
Zu den Kernbegriffen gehören Ubiquität, Delinquenz, Labeling Approach, Lebenspfad und soziale Sozialisation.
Das Konzept wird als Beispiel für Nulltoleranzstrategien herangezogen, um zu illustrieren, wie der Fokus auf Ordnung im öffentlichen Raum das Verständnis von Kriminalität beeinflusst.
Die Arbeit ordnet Jugendkriminalität überwiegend als vorübergehendes, episodisches Verhalten ein, das als Teil des Abnabelungsprozesses und der Identitätsbildung interpretiert werden kann.
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