Diplomarbeit, 2006
187 Seiten, Note: 1,3
I. Einführung
1. Thema der Arbeit
2. Zielsetzung der Arbeit
3. Aufbau der Arbeit
II. Konzeptioneller Teil
1. Internationale F&E in internationalen Unternehmen
1.1. Fortschreitende Internationalisierung der F&E
1.1.1. Ökonomische Entwicklung der F&E-Aktivitäten
1.1.2. Motive der Internationalisierung der F&E
1.2. Organisation internationaler F&E in Unternehmen
1.2.1. Rollen der F&E-Einheiten
1.2.2. Interaktion der F&E-Einheiten
1.3. Arten innovativer Projekte
1.4. Organisation von F&E-Projekten
1.4.1. Projektlinienorganisation
1.4.2. Stabsprojektorganisation
1.4.3. Matrixorganisation
1.4.4. Reine Projektorganisation
1.4.5. Projektaufbau
2. Teams im Kontext international ausgerichteter F&E
2.1. Definition von Teamarbeit
2.2. Personalauswahl und –diversität
2.2.1. Technische und fachliche Kompetenzen
2.2.2. Problemlösungs- und Entscheidungsfähigkeiten
2.2.3. Interpersonale Fähigkeiten
2.3. Führung in dezentralisierten F&E-Teams
2.3.1. Electronic Performance Monitoring
2.3.2. Management by Objectives
2.3.3. VIST-Modell
2.4. Kommunikation
2.4.1. Ebenen der Semiotik
2.4.2. Vier Dimensionen einer Nachricht
2.4.3. Media-Richness Theorie
2.4.4. Kommunikation als Führungsinstrument
2.4.5. Teaminterne Kommunikation
2.5. Motivation
2.6. Wissensmanagement
2.7. Außenbeziehungen
3. Die Zusammenarbeit in dezentralisierten F&E-Teams
3.1. Allgemeine Faktoren der Zusammenarbeit
3.1.1. Aufgabenbezogene Interdependenzen
3.1.2. Teamzusammensetzung
3.1.3. Gemeinsame Ausgangsbasis
3.1.4. Dauer der Zusammenarbeit
3.1.5. Synchrone und asynchrone Zusammenarbeit
3.1.6. Konfliktmanagement
3.2. Qualität der Zusammenarbeit
3.2.1. Kommunikation
3.2.2. Aufgabenkoordination
3.2.3. Ausgewogenheit der Mitgliederbeiträge
3.2.4. Engagement
3.2.5. Gegenseitige Unterstützung
3.2.6. Kohäsion und Identifikation
3.2.7. Vertrauen
3.3. Leistungsmessung
4. Messung der Dezentralisierung
4.1. Geographische Verteilung
4.2. Temporale Verteilung
4.3. Strukturelle Verteilung
III. Empirischer Teil
1. Wahl der Softwareentwicklungsindustrie als Studienobjekt
2. Studienablauf
3. Datenerhebung
4. Auswertungen
4.1. Gründe für die überregionale Zusammenarbeit
4.2. Qualität der Zusammenarbeit
4.2.1. Kommunikation
4.2.2. Gegenseitige Unterstützung
4.2.3. Aufgabenkoordination
4.2.4. Ausgewogenheit der Mitgliederbeiträge
4.2.5. Engagement
4.2.6. Kohäsion
4.2.7. Vertrauen
IV. Zusammenfassung und Ausblick
V. Einschränkungen
Ziel dieser Arbeit ist es, den Einfluss der räumlichen Dezentralisierung von F&E-Teams auf die Qualität ihrer Zusammenarbeit zu untersuchen. Anhand einer empirischen Analyse in der Softwareentwicklungsbranche werden Schlüsse abgeleitet, die Führungskräften helfen sollen, die Herausforderungen räumlich verteilter Teams zu meistern und deren Leistung zu optimieren.
1. Internationale F&E in internationalen Unternehmen
Die OECD bezeichnet Forschung und Entwicklung als eine systematische Suche im Gebiet der Natur- und Ingenieurswissenschaften, um wissenschaftliche oder kommerzielle Fortschritte zu erzielen. Forschung bezieht sich in diesem Zusammenhang auf Grundlagenforschung, also die systematische Generierung neuen Wissens. Die Entwicklung stellt die Anwendung der Forschungsergebnisse dar, um neue bzw. signifikant verbesserte Produkte und Prozesse hervorzubringen. Erfolgreiche Entwicklung spiegelt sich also in einer Verbesserung der Technik von bereits bestehenden Produkten und Prozessen wider und ist somit patentierbar. In der wissenschaftlichen Literatur existieren noch weitere, genauere Definitionen.
Die akzeptierteste Definition unterscheidet sechs Typen der F&E: Grundlagenforschung, anwendungsbezogene Forschung, Neuproduktentwicklung, Produktänderung und -erweiterung, Entwicklung von Serviceprodukten sowie Prozessentwicklung. Die zwei ersten Typen zählen hierbei zur Forschung im eigentlichen Sinne und die letzten vier sind der Entwicklung zuzurechnen. Diese Klassifizierung soll ein Grundverständnis für die F&E schaffen. Im Rahmen dieser Arbeit wird schwerpunktmäßig auf die Entwicklung von neuen Produkten eingegangen, d.h. die Forschung wird weitestgehend ausgeschlossen.
I. Einführung: Einführung in die Problematik räumlich dezentralisierter F&E-Teams, Definition der Forschungsfrage und Erläuterung des Aufbaus der Arbeit.
II. Konzeptioneller Teil: Detaillierte Betrachtung der Internationalisierung der F&E, der Teamarbeit in diesem Kontext sowie der Einflussfaktoren auf die Qualität der Zusammenarbeit.
III. Empirischer Teil: Durchführung einer empirischen Untersuchung anhand der Softwareentwicklungsindustrie, um den Einfluss der Dezentralisierung auf die Qualität der Zusammenarbeit zu prüfen.
IV. Zusammenfassung und Ausblick: Fazit der Ergebnisse und Ausblick auf die zukünftige Bedeutung der dezentralisierten F&E.
V. Einschränkungen: Reflexion über die methodischen Grenzen der Untersuchung, insbesondere den Fokus auf die Softwarebranche.
Forschung und Entwicklung, F&E, Räumliche Dezentralisierung, Internationale Unternehmen, Teamarbeit, Virtuelle Teams, Qualität der Zusammenarbeit, Innovationsmanagement, Softwareentwicklung, Kommunikation, Vertrauen, Wissensmanagement, Teamzusammensetzung, Projektorganisation, Leistungsmessung
Die Arbeit analysiert den Einfluss der räumlichen Dezentralisierung – also die Verteilung von Teammitgliedern über verschiedene Standorte – auf die Qualität der Zusammenarbeit in Forschungs- und Entwicklungsteams.
Das Ziel ist es, durch eine Kombination aus theoretischer Aufarbeitung und einer empirischen Untersuchung in der Softwareentwicklungsindustrie herauszufinden, wie Dezentralisierung die Teamarbeit beeinflusst und wie Teamleiter diesen Herausforderungen begegnen können.
Die Arbeit behandelt die Motive der Internationalisierung von F&E, die Organisation von F&E-Projekten, die Spezifika virtueller Teamarbeit, sowie die messbaren Faktoren der Zusammenarbeit wie Kommunikation, Vertrauen und Kohäsion.
Es handelt sich um eine quantitative Studie, bei der Daten durch Fragebögen erhoben wurden, die von Managern, Teamleitern und Teammitgliedern in 66 Softwareprojekten ausgefüllt wurden. Die Daten wurden mittels Faktorenanalyse und Korrelationsrechnungen statistisch ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in einen konzeptionellen Teil, der die theoretischen Grundlagen erläutert, und einen empirischen Teil, der die erhobenen Daten analysiert, um Zusammenhänge zwischen geografischer, temporaler und struktureller Verteilung und der Qualität der Zusammenarbeit aufzuzeigen.
Wichtige Begriffe sind insbesondere F&E, Räumliche Dezentralisierung, Virtuelle Teams, Qualität der Zusammenarbeit, Innovationsmanagement und Softwareentwicklung.
Die Studie zeigt, dass dezentralisierte Teams komplexeren Anforderungen ausgesetzt sind und sensibler auf Veränderungen reagieren, während konventionelle Teams an einem Standort durch direkten Kontakt eine andere Basis für Vertrauen und Kommunikation haben.
Die Kommunikation erweist sich als einer der kritischsten Faktoren für die Qualität der Zusammenarbeit. Besonders in dezentralisierten Teams ist ein erhöhter Kommunikationsaufwand notwendig, um die geografische Distanz zu überbrücken und Aufgaben erfolgreich zu koordinieren.
Interessanterweise ergab die Studie, dass Kohäsion eine eher untergeordnete Rolle für die Qualität der Zusammenarbeit spielt, verglichen mit Faktoren wie der Ausgewogenheit der Mitgliederbeiträge oder der gegenseitigen Unterstützung.

