Magisterarbeit, 2011
83 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Landeskundliches Profil
2.1 Geographie
2.2 Geschichte
2.3 Bevölkerung
2.4 Wirtschaft
2.5 Politisches System
3. Island und der Prozess der europäischen Integration
3.1 Geschichte
3.2 EFTA
3.3 EWR
3.4 Schengen
3.5 Finanzkrise
3.6 Beitrittsantrag 2009
4. Beitrittsverfahren
4.1 Voraussetzung
4.2 Kopenhagener Kriterien
4.2.1 Politische Kriterien
4.2.2 Wirtschaftliche Kriterien
4.2.3 Aufnahmefähigkeit der Union
4.3 Beitrittsverfahren
4.3.1 Einleitungsphase
4.3.2 Verhandlungsphase
4.3.2.1 Vom EWR eingeschlossene Verhandlungskapitel
4.3.2.2 Vom EWR teilweise eingeschlossene Verhandlungskapitel
4.3.2.3 Vom EWR nicht eingeschlossene Verhandlungskapitel
4.3.3 Abschlussphase
5. Problemfelder
5.1 Icesave
5.2 Walfang
5.3 Justiz
5.4 Fischerei
5.5 Landwirtschaft
5.6 Kapitalverkehr
5.7 Umweltschutz
5.8 Souveränitätsverlust
5.9 Verfassungsänderung und Referendum
6. Auswirkungen
6.1 EU
6.1.1 Wirtschaftlich
6.1.2 Politisch
6.2 Island
6.2.1 Wirtschaftlich
6.2.2 Politisch
6.3 EFTA/EWR
6.4 Nichtbeitritt
7. Schlussfolgerung
Diese Arbeit untersucht die möglichen Auswirkungen eines EU-Beitritts Islands und analysiert dabei, welche Konsequenzen eine Mitgliedschaft oder ein fortgesetzter Nichtbeitritt für Island, die EU sowie die EFTA/EWR-Strukturen haben könnte.
5.2 Walfang
Walfang ist in der Europäischen Union verboten, wird aber auf Island weiter praktiziert. Sämtliche Walarten stehen in der FFH-Artenliste und sind damit geschützt. Island beharrt allerdings weiter auf seinem Recht, Wale nicht nur zu jagen, sondern auch Walfleisch und andere Walprodukte zu exportieren, da der heimische Markt für Walprodukte zu klein ist (Spiegel Online: 2010a). Island gehört neben Norwegen und Japan zu den wenigen Staaten, die noch kommerziellen Walfang betreiben. 2003 wurde der Walfang für wissenschaftliche Forschung wieder aufgenommen, 2005 auch der kommerzielle Walfang.
Bislang jagt Island Zwerg- und Finnwale, deren Bestand in Island wird als nicht gefährdet angesehen. Zudem werden im Jahr nur noch sehr wenige Tiere erlegt (unter 100) (Gunnarsson, Gunnar Snorri: 2010). Wirtschaftlich hat der Walfang keine große Bedeutung mehr, jedoch steht er symbolisch für die nationale Unabhängigkeit. Der Walfang beschäftigt in der Jagdsaison lediglich 100 bis 150 Menschen (Beobachter.ch: 2010). Allerdings hat Walfang auf Island eine jahrhunderte alte Tradition. Der Verhandlungsausgang ist beim Walfang offen, jedoch wird dieser von der EU strikt abgelehnt. Zudem werden Finnwale als stark gefährdet. Auch innerhalb der isländischen Gesellschaft ist Walfang nicht unumstritten, vor allem die Tourismusbranche befürchtet dadurch ein negatives Image. Das für den Tourismus nicht uninteressante „Whale-Watching“ stellt eine gute Alternative zum Walfang dar. So kamen 2009 bisher etwa 120.000 Touristen, um Wale zu beobachten und sicherten dabei vor allem im Sommer ein paar Arbeitsplätze (Beobachter.ch: 2010). Im Falle eines Walfangverbotes erhoffen sich isländische Reiseveranstalter ein weiteres Wachstum auf bis zu 500.000 Touristen jährlich. Zudem würden die Tiere die Scheu vor Schiffen verlieren und wären leichter zu beobachten. Die durch den Tourismus zusätzlich geschaffenen Arbeitsplätze können die durch ein Walfangverbot verloren gegangenen ersetzen und darüber hinaus weitere Arbeitsplätze schaffen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die aktuelle Debatte um den EU-Beitritt Islands ein und definiert die Leitfrage der Arbeit hinsichtlich kurz- und langfristiger Auswirkungen.
2. Landeskundliches Profil: Das Kapitel bietet einen Überblick über die Geographie, Geschichte, Bevölkerung, Wirtschaft und das politische System Islands als Basis für die weitere Analyse.
3. Island und der Prozess der europäischen Integration: Hier wird die historische Entwicklung der Beziehungen Islands zu EFTA, EWR und EU sowie der Beitrittsantrag von 2009 beschrieben.
4. Beitrittsverfahren: Dieser Teil erläutert die theoretischen Voraussetzungen, die Kopenhagener Kriterien und den konkreten Ablauf des Beitrittsprozesses einschließlich der Verhandlungskapitel.
5. Problemfelder: Hier werden kritische Themen wie Icesave, Walfang, Fischerei und Souveränitätsfragen analysiert, die den Beitrittsprozess beeinflussen.
6. Auswirkungen: In diesem Kapitel werden die potenziellen wirtschaftlichen und politischen Konsequenzen eines Beitritts bzw. Nichtbeitritts für Island, die EU und den EWR beleuchtet.
7. Schlussfolgerung: Die Schlussfolgerung wiegt die Vor- und Nachteile ab und bewertet die Auswirkungen eines Beitritts auf Grundlage der vorangegangenen Analysen.
Island, Europäische Union, EWR, EFTA, Beitrittsverfahren, Fischerei, Walfang, Icesave, Finanzkrise, Kopenhagener Kriterien, Integration, Souveränität, Europäisierung, Wirtschaft, Politik
Die Arbeit analysiert die potenziellen Auswirkungen eines EU-Beitritts Islands unter Berücksichtigung historischer, politischer und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen.
Zentrale Themen sind der Integrationsprozess, die rechtlichen Voraussetzungen eines Beitritts sowie spezifische Konfliktbereiche wie Fischerei, Walfang und die Auswirkungen der Finanzkrise.
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Auswirkungen einer möglichen Mitgliedschaft oder eines Nichtbeitritts für Island und die EU gegenüberzustellen, um die langfristigen Folgen für das Land zu bewerten.
Die Arbeit nutzt eine deskriptive und analysierende Methode, gestützt auf Fachliteratur, offizielle Dokumente der EU und internationale Statistiken sowie Experteninterviews.
Der Hauptteil behandelt das landeskundliche Profil, die Integrationshistorie, das Beitrittsverfahren mit seinen Verhandlungskapiteln sowie spezifische Problemfelder und deren Auswirkungen.
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Island, Europäische Union, EWR, Beitrittsverfahren, Fischerei und Souveränität charakterisiert.
Der Icesave-Konflikt war ein erhebliches diplomatisches Hindernis, da er die Beziehungen zu den Niederlanden und Großbritannien belastete und den Beitrittsprozess hätte verzögern können.
Der Walfang wird als symbolträchtige Tradition beschrieben, die jedoch im Widerspruch zum EU-Recht steht und den Tourismussektor ("Whale-Watching") als ökonomische Alternative gegenübergestellt wird.
Der Souveränitätsverlust wird thematisiert, da viele Isländer fürchten, ihre politische Autonomie an Brüssel abzutreten und ihre nationale Identität innerhalb der EU zu marginalisieren.
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