Masterarbeit, 2025
82 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Ordnungen, Epistemen und ihr Kippen: Die Hexe als Störfigur zwischen den Systemen
3. The Witch
3.1. Puritanische Familie vs. Das „Böse“: Filmprotagonistin als Projektionsfläche religiöser Taboos und Ängste
3.2. Wald und Hexe aus dem Wald: Die andere Ordnung
3.3. Schwarzer Philip als Figur des Teufels - Teufelspakt als Vollziehung der Hexentransformation
3.4. Blut als das Zeichen des „Anderen“
4. Carrie
4.1. Geburt des “Monstrums”
4.2. Schule vs. Mutter: Produktion der Hexe
4.3. Blut
4.3.1. Menstruationsblut als Initialpunkt der Monstrosität
4.3.2. Schulball: Schweineblut als Auslöser der Metamorphose
4.4. Der Schrank: Ort der Bestrafung und Gefangenschaft
4.5. Spiegelbilder: Die Konfrontation mit dem „inneren Bösen“
5. The Autopsy of Jane Doe
5.1. Die untote Hexe vs. Der Wissenschaftliche Raum: Kollision der Ordnungen
5.2. Das Autopsiemesser als Instrument und Verortung wissenschaftlicher Gewalt
5.3. Untote Hexenaugen: Der beobachtende unheimliche Blick
6. Fazit
Die Arbeit untersucht die Figur der Hexe in den Horrorfilmen The Witch, Carrie und The Autopsy of Jane Doe als ambivalente Störfigur, die gesellschaftliche Normen und Machtverhältnisse infrage stellt. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie die Hexenfigur als monströs-feminines "Anderes" konstruiert wird, das sich herrschenden Ordnungen entzieht.
Die paradoxe Position der Hexe
Besonders prägnant ist dabei ihre paradoxe Position: Die Hexe ist „anders“, und doch gehört sie dazu. Sie ist keine fremde Kreatur, sondern in der Regel als Frau konzipiert – als Teil der Gemeinschaft, der Familie, des sozialen Gefüges. Die Hexe verkörpert somit eine Form des Anderen, das nicht eindeutig außerhalb verortet werden kann, sondern sich in einem Zwischenraum bewegt: zwischen Zugehörigkeit und Ausschluss, Normalität und Abweichung, Menschlichem und Unheimlichem. Diese ambivalente Verortung einer Hexenfigur bietet darüber hinaus ein starkes Potenzial für die Untersuchung von solchen Phänomenen wie Machtstrukturen, Geschlecht, Körper und sozialer Ordnung.
Gerade der Horrorfilm erweist sich ein besonders geeigneter medialer Rahmen, um die ambivalenten Eigenschaften der Hexenfigur zu untersuchen. Als Genre ist der Horrorfilm in besonderer Weise darauf ausgerichtet, gesellschaftlich tabuisierte Themen sichtbar zu machen und zu problematisieren. Der Horrorfilm spielt mit den Grenzen des Sag- und Zeigbaren; Das Unbehagen und das Verdrängte wird nicht nur audiovisuell präsentiert, sondern durch beim Zuschauer ausgelöste Emotionen gezielt erfahrbar gemacht.
1. Einleitung: Einführung in die kulturgeschichtliche Bedeutung der Hexenfigur und den theoretischen Fokus der Arbeit auf das Konzept des "Anderen".
2. Ordnungen, Epistemen und ihr Kippen: Die Hexe als Störfigur zwischen den Systemen: Erörterung wie Hexenfiguren in den gewählten Filmen bestehende epistemische Systeme durch ihre Grenzüberschreitung destabilisieren.
3. The Witch: Analyse der puritanischen Lebenswelt und der Transformation der Protagonistin Thomasin zur Hexe als Akt der Befreiung von patriarchal-religiöser Unterdrückung.
4. Carrie: Untersuchung der Verbindung von religiösem Fanatismus und körperlicher Gewalt bei der Transformation von Carrie zur monströsen Figur.
5. The Autopsy of Jane Doe: Analyse der Kollision zwischen rational-wissenschaftlicher Obduktionslogik und dem Übernatürlichen am Beispiel der untoten Hexe Jane Doe.
6. Fazit: Synthese der Ergebnisse, wonach die Hexe im modernen Horrorfilm als vielschichtiges Symbol für gesellschaftliche Konflikte fungiert.
Hexe, Horrorfilm, monströs-feminine, Anderes, Machtstrukturen, Gender, Körper, Abjekt, puritanische Ordnung, Transformation, Tabu, Grenzüberschreitung, patriarchale Kontrolle, Identität.
Die Masterarbeit analysiert die Darstellung der Hexe in Horrorfilmen der 2010er Jahre und untersucht deren Funktion als Symbol für gesellschaftliche und machtkritische Dynamiken.
Die Arbeit fokussiert auf Machtstrukturen, geschlechtsspezifische Rollenbilder, die Konstruktion von Monstrosität sowie den Zusammenhang zwischen Körperlichkeit und sozialer Normierung.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie aktuelle Horrorfilme die Hexenfigur nutzen, um tabuisierte gesellschaftliche Konflikte sichtbar zu machen und bestehende Ordnungsvorstellungen zu problematisieren.
Die Arbeit nutzt eine kulturwissenschaftliche und filmtheoretische Analyse, ergänzt durch psychoanalytische Konzepte von Theoretikern wie Julia Kristeva, Michel Foucault und Mary Douglas.
Der Hauptteil gliedert sich in drei Filmanalysen, in denen spezifische Szenen hinsichtlich ihrer symbolischen Bedeutung für die Transformation zur Hexenfigur detailliert untersucht werden.
Zentrale Begriffe sind das "Abjekte", das "monströs-Feminine", die "puritanische Ordnung" sowie der Körper als Ort der Einschreibung von Macht und Gewalt.
Die Autorin hebt hervor, dass die Neuverfilmung durch die explizite Darstellung der Geburtsszene einen stärkeren Fokus auf die Markierung von Andersartigkeit und Ausstoßung legt.
Die Analyse zeigt auf, dass Jane Doe eine historische Gewaltgeschichte verkörpert, die den wissenschaftlich-rationalen Zugriff destabilisiert und den Obduzenten als Akteurin entgegensteht.
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