Bachelorarbeit, 2010
63 Seiten, Note: 1,8
1. Einleitung
1.1 Vorgehensweise
2. Kino und Gewalt
3. Biografie der Regisseure
3.1 Quentin Tarantino
3.2 Michael Haneke
4. Inhaltsangabe
4.1 Pulp Fiction
4.2 Funny Games
5. Narrative/dramaturgische Einbindung der Gewalt
5.1 Pulp Fiction
5.1.1 Gewalt innerhalb des Handlungsverlaufs und ihre Funktion
5.2 Funny Games
5.2.1 Gewalt innerhalb des Handlungsverlaufs und ihre Funktion
6. Filmisch/technische und ästhetische Darstellung der Gewalt
6.1 Gewalt als filmisches Organisationsprinzip
6.2 Pulp Fiction
6.3 Funny Games
7. Intention/theoretisches Konzept der Filme
7.1 Pulp Fiction
7.2 Funny Games
8. Fazit
8.1 Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Filme
8.2 Umsetzung und Wirkung
Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht die unterschiedlichen Ansätze der Regisseure Quentin Tarantino und Michael Haneke zur filmischen Darstellung von Gewalt. Dabei wird analysiert, wie beide Filmemacher das Genre des Thrillers nutzen bzw. subvertieren, um das Publikum zur kritischen Reflexion der eigenen Sehgewohnheiten und der medialen Konsumkultur zu bewegen.
Die mediale Konstruktion von Wirklichkeit in Benny's Video
Das erste Filmwerk Michael Hanekes, mit welchem ich in Berührung gekommen bin, war „Benny's Video“.
Der 1992 erschienene Film befasst sich wie „Funny Games“ mit der medialen Konstruktion von Wirklichkeit und ist der zweite Kinofilm, sowie auch der zweite Film der „Vergletscherungs-Trilogie“ des Regisseurs.
Es ist ein Film über die Allgegenwart selbstgemachter und fremder Bilder, mit der die „Kinder der Postmoderne“ im Videozeitalter aufwachsen. Eine Thematik, die auch mich und meine Generation - im Zeitalter der sozialen Medien – in besonderem Maße betrifft.
„Benny's Video“ beginnt auf einem Bauernhof.
Es sind Bilder einer Qualität, wie man sie aus dem Urlaub oder vom Familienfest kennt. Es ist offensichtlich ein Amateurfilmer am Werk.
Ein Schwein wird mit verbundener Schnauze und unter verängstigtem Grunzen aus einem Stall gezogen. Die Kamera visiert den Kopf des Tieres an, auf welchen ein Schlachtschussapparat gerichtet wird.
1. Einleitung: Der Autor erläutert seine persönliche Motivation und die Bedeutung der medialen Bildgewalt anhand von Hanekes „Benny's Video“.
2. Kino und Gewalt: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Gewalt und beleuchtet die ökonomischen sowie psychologischen Hintergründe der Gewaltdarstellung im populären Kino.
3. Biografie der Regisseure: Es werden die Lebenswege und Werdegänge von Quentin Tarantino und Michael Haneke skizziert.
4. Inhaltsangabe: Hier werden die Filme „Pulp Fiction“ und „Funny Games“ vorgestellt und ihre erzählerischen Strukturen analysiert.
5. Narrative/dramaturgische Einbindung der Gewalt: Untersuchung der spezifischen dramaturgischen Funktionen von Gewaltszenen in beiden Filmen.
6. Filmisch/technische und ästhetische Darstellung der Gewalt: Analyse der ästhetischen Mittel, wie Kameraführung und Schnitt, die zur Konstruktion filmischer Gewalt eingesetzt werden.
7. Intention/theoretisches Konzept der Filme: Erörterung der künstlerischen und ethischen Absichten hinter den jeweiligen Inszenierungskonzepten.
8. Fazit: Zusammenfassende Gegenüberstellung der Arbeitsweisen von Tarantino und Haneke hinsichtlich ihrer Zielsetzung und Zuschauerwirkung.
Gewaltästhetik, Mainstreamfilm, Quentin Tarantino, Michael Haneke, Pulp Fiction, Funny Games, Mediale Konstruktion, Filmtheorie, Postmoderne, Voyeurismus, Katharsis, Zuschaueransprache, Thrillergenre, Medienkonsum, Wirkungsästhetik
Die Arbeit analysiert, wie die Regisseure Quentin Tarantino und Michael Haneke Gewalt in ihren Filmen „Pulp Fiction“ und „Funny Games“ darstellen, um damit verschiedene erzählerische und gesellschaftskritische Ziele zu erreichen.
Im Mittelpunkt stehen die dramaturgische Einbindung von Gewalt, die ästhetische Umsetzung durch technische Stilmittel sowie die psychologische Interaktion zwischen dem gezeigten Inhalt und dem Publikum.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche Inszenierungsformen von Gewalt – vom unterhaltenden Genrezitat bis zum schockierenden Illusionsbruch – die Rolle des Zuschauers beeinflussen und ihn zu einer kritischen Reflexion seines Medienkonsums zwingen.
Die Arbeit nutzt eine filmwissenschaftliche und filmästhetische Analyse, in der narrative Strukturen, Kameraeinstellungen und theoretische Konzepte der Gewaltdarstellung verglichen werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Erzählstruktur (Inhaltsangabe), der dramaturgischen Funktion von Gewalt, den ästhetischen Produktionsmitteln und den theoretischen Konzepten der Regisseure.
Wichtige Begriffe sind Gewaltästhetik, mediale Konstruktion, Postmoderne, Voyeurismus, Katharsis und die kritische Reflexion von Sehgewohnheiten im modernen Kino.
Dieser Film dient als biografischer Aufhänger, da er bereits früh zentrale Themen wie die mediale Konstruktion von Wirklichkeit und die Rolle des Betrachters einführt, die für Hanekes späteres Werk "Funny Games" essenziell sind.
Während Tarantino Gewalt durch Stilisierung, Ironie und Genre-Zitate unterhaltsam und "konsumierbar" macht, nutzt Haneke bewusste Brüche (z.B. Zuschaueransprache), um das Publikum aus der unterhaltenden Illusion zu reißen und mit der Grausamkeit der Tat direkt zu konfrontieren.
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