Diplomarbeit, 2010
168 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1 Versuch einer Begriffsdefinition
1.1 Der Spiritualitätsbegriff in der Postmoderne
1.1.1 Zum Aspekt der Transzendenz
1.1.2 Zum Aspekt des Geistes und des Bewusstseins
1.1.3 Zum Aspekt der Ganzheitlichkeit
1.1.4 Zum Aspekt der Verbundenheit und der Vernetztheit
1.1.5 Zum Aspekt unserer Wahrnehmung von Wirklichkeit
1.1.6 Zum Aspekt der Ethik
1.1.7 Zum Aspekt der Identität
1.1.8 Zum Aspekt des Sinns
1.2 Das Verhältnis von Spiritualität und Religion
1.2.1 Dialogische Spiritualität
1.2.1.1 Buddhismus
1.2.1.2 Zen-Buddhismus
1.2.1.3 Taoismus
1.2.1.4 Buddhismus im Kontext des Christentums
2 Soziologie des spirituellen Wandels
2.1 Verabschiedung der Säkularisierungsthese
2.2 Der aktuelle Forschungsstand im deutschsprachigen Raum
2.3 Ausprägungen postmoderner Spiritualität
3 Das Verhältnis von Spiritualität und Sozialer Arbeit
3.1 Die geringe Beachtung spiritueller Themen in der Disziplin
3.2 Die aktuelle Situation von Spiritualität in der Profession Sozialer Arbeit
3.3 Kritische Reflexion der esoterischen Methodik Bert Hellingers
3.4 Spiritualität aus Sicht einer lebensweltorientierten Sozialen Arbeit
4 Ein theoretischer Zugang zu einer Spiritualität im professionellen Handeln
4.1 Zur Entwicklungsgeschichte des Systemdenkens
4.1.1 Das kartesianische Weltbild und die newtonsche Weltmaschine
4.1.2 Am Anfang stand die neue Physik
4.2 Der Beginn des systemtheoretischen Paradigmas
4.3 Die interdisziplinäre Verwendbarkeit der Systemtheorie
4.4 Die wichtigsten Strömungen der Systemtheorie
4.5 Definition zentraler Begriffe des systemtheoretischen Denkens
4.5.1 Der Systembegriff
4.5.2 Elemente
4.5.3 Struktur
4.5.4 System und Umwelt
4.5.5 Systemtypen
4.5.6 Operationale Geschlossenheit
4.5.7 Autopoiesis und Selbstorganisation
4.5.8 Sinn
4.5.9 Kontingenz und Komplexität
4.5.10 Beobachten
4.5.11 Kommunikation
4.5.12 Strukturelle Kopplung
4.5.13 Emergenz
4.5.14 Kreativität
4.6 Luhmann: Die Religion der Gesellschaft
4.7 Der spirituelle Systemansatz nach Fritjof Capra
4.7.1 Selbstorganisation
4.7.2 Der menschliche Geist als Systemphänomen
4.7.3 Rhythmus und Dynamik
4.8 Definition zentraler Begriffe des konstruktivistischen Denkens
4.8.1 Identitäten als soziale Konstrukte
4.8.2 Paradoxie
4.8.3 Beobachter und Beobachten
4.8.4 Der blinde Fleck
4.8.5 Beobachtungen zweiter Ordnung
4.9 Die Bedeutung der Systemtheorie für die Soziale Arbeit
4.10 Die Bedeutung des Konstruktivismus für die Soziale Arbeit
5 Schnittstellen zwischen Systemtheorie und Spiritualität und ihre Bedeutung für die Soziale Arbeit
5.1 Der Begriff der Ganzheitlichkeit
5.1.1 Bedeutung für die Soziale Arbeit
5.1.1.1 Relative Ganzheitlichkeit
5.2 Wahrnehmungsschulung und Bewusstseinsbildung
5.2.1 Die Bedeutung für die Soziale Arbeit – AdressatInnenebene
5.2.1.1 Wahrnehmungsschulung durch Achtsamkeitsübungen
5.2.2 Die Bedeutung für die Soziale Arbeit – SozialarbeiterInnenebene
5.2.2.1 Achtsamkeitsübungen in Selbstreflexion und Supervision
5.2.3 Methoden der Achtsamkeit
5.3 Zirkuläre, dynamische Prozesse oder „Alles fließt“
5.3.1 Die Bedeutung für die Soziale Arbeit – AdressatInnenebene
5.3.1.1 Zirkularität und Dynamik in Wahrnehmung und Kommunikation
5.4 Verbundenheit und Vernetzung mit dem Ganzen
5.4.1 Die Bedeutung für die Soziale Arbeit – AdressatInnenebene
5.4.1.1 Sensibilisierungsarbeit für solidarische Kreativität
5.4.1.2 Soziale Netzwerkarbeit
5.4.2 Die Bedeutung für die Soziale Arbeit – SozialarbeiterInnenebene
5.4.2.1 NetzwerkpartnerInnen
5.4.3 Die Bedeutung für die Soziale Arbeit – sozialpolitische, organisatorische Ebene
5.4.3.1 Kooperation und Vernetzung sozialer Institutionen
5.5 Selbststeuerungs- und Organisationsprozesse
5.5.1 Die Bedeutung für die Soziale Arbeit – AdressatInnenebene
5.5.1.1 Vertrauen in Selbstorganisationspotenziale
5.5.2 Die Bedeutung für die Soziale Arbeit – sozialpolitische, organisatorische Ebene
5.5.2.1 Die Unmöglichkeit einer gesellschaftlichen Steuerung
5.6 Solidarität und ethisches Handeln
5.6.1 Die Bedeutung für die Soziale Arbeit – AdressatInnenebene
5.6.1.1 Ethik des Seins
5.6.2 Die Bedeutung für die Soziale Arbeit – SozialarbeiterInnenebene
5.6.2.1 Ethik der Verantwortung
5.6.2.2 Ethik und Spiritualität im sozialprofessionellen Handeln
5.6.2.3 Berufsethik und Spiritualität
5.6.3 Die Bedeutung für die Soziale Arbeit – sozialpolitische Ebene
5.6.3.1 Reflexive Parteilichkeit
5.7 Kritik an unserer Wahrnehmung einer objektiven Wirklichkeit und unserer Vorstellung der Ich-Identität
5.7.1 Die Bedeutung für die Soziale Arbeit – AdressatInnenebene
5.7.1.1 Wirklichkeit als Konstruktionsleistung
5.7.1.2 Individuelle Identität als soziale Konstruktion
5.7.2 Die Bedeutung für die Soziale Arbeit – SozialarbeiterInnenebene
5.7.2.1 Verantwortung für Wirklichkeitskonstruktionen
5.8 Sinnkontext und Sinnfragen
5.8.1 Die Bedeutung für die Soziale Arbeit
Spiritualität, Sinnfindung und Sinn in der sozialprofessionellen Beratung
5.8.1.1 Spiritualität und Sinnfragen im Alter
5.8.1.2 Spiritualität in der Hospizarbeit
5.9 Spiritualität in der Krisenintervention
5.9.1 Die Bedeutung für die Soziale Arbeit – AdressatInnenebene
5.9.1.1 Symbolische Sprache und ritueller Ausdruck
5.9.2 Die Bedeutung für die Soziale Arbeit – SozialarbeiterInnenebene
5.9.2.1 Spiritualität als kraftspendende Ressource
6 Grenzen und Risiken von Spiritualität in der Sozialen Arbeit
6.1 Kritische Formen von Spiritualität in den Lebenswelten der AdressatInnen
6.1.1 Kritik an bestimmten Formen der Praxis von Esoterik oder New Age
6.1.2 Spiritualität und Esoterik als Wirtschaftsfaktoren und Klientenkulte
6.1.3 „Sogenannte Sekten und Psychogruppen“
6.2 Grenzen und Risiken von Spiritualität im sozialprofessionellen Handeln
6.2.1 Kritik an esoterischen Methoden
6.2.2 Kritik an religiösen Ideologien als Motiv für sozialprofessionelles Handeln
6.2.3 Theoretische Eingrenzung aus Sicht der Systemtheorie
7 Resümee mit Blick in die Zukunft
Die Arbeit untersucht, wie Spiritualität innovativ und kritisch in die Profession der Sozialen Arbeit integriert werden kann, um eine Ressource für das sozialprofessionelle Handeln zu bilden. Ziel ist es, eine theoretisch fundierte Basis zu schaffen, die über eine rein subjektive oder unreflektierte spirituelle Praxis hinausgeht.
1.1.2 Zum Aspekt des Geistes und des Bewusstseins
Carmen Tatschmurat definiert Spiritualität in Anlehnung an die ursprüngliche Wortbedeutung: „[...] schlicht als ein Leben im Geist und aus dem Geist heraus. Der Geist ist dabei zugleich Gabe und Auf-Gabe. Er spendet Leben, Freiheit, Liebe, Weisheit, Einsicht, Kraft usw. Er erwartet, dass der geisterfüllte Mensch von dem Empfangenen weitergibt. Und er führt immer hinein in einen Prozess der beständigen Umwandlung und Veränderung des ganzen Menschen.“ (Tatschmurat 2003: 106)
Hier bedeutet Spiritualität, der „umwandelnden Kraft des Geistes Raum zu geben“ (ebd.: 117). Dafür ist eine Offenheit für diesen Geist notwendig, ebenso ein bewusster, geistiger Übungsweg, z.B. durch Achtsamkeitspraktiken oder Meditation (vgl. ebd.).
Die unterschiedlichen Erklärungsmuster des Begriffes Geist entspringen aus verschiedenen kulturellen und individuellen Kontexten und Wissenschaften. Für den Gebrauch des Terminus Geist im Kontext von Spiritualität und Sozialer Arbeit sowie der späteren Verknüpfung mit systemtheoretischem und konstruktivistischem Denken spielen insbesondere die Betrachtungsweisen des Systembildes des Geistes nach Gregory Bateson eine große Rolle, worauf nun näher eingegangen wird.
1 Versuch einer Begriffsdefinition: In diesem Kapitel wird ein Definitionsrahmen für Spiritualität entwickelt, um ein theoretisches Fundament für die weitere Auseinandersetzung zu schaffen.
2 Soziologie des spirituellen Wandels: Dieses Kapitel thematisiert den soziologisch beobachtbaren Anstieg spiritueller Interessen in der postmodernen Gesellschaft.
3 Das Verhältnis von Spiritualität und Sozialer Arbeit: Hier wird der Bedarf einer theoretisch begründeten Auseinandersetzung mit spirituellen Themen in der Sozialen Arbeit aufgrund der geringen Beachtung in der Disziplin begründet.
4 Ein theoretischer Zugang zu einer Spiritualität im professionellen Handeln: Das Kapitel führt in die soziologische Systemtheorie, den spirituellen Systemansatz und den Konstruktivismus als theoretische Basis ein.
5 Schnittstellen zwischen Systemtheorie und Spiritualität und ihre Bedeutung für die Soziale Arbeit: Hier werden die Gemeinsamkeiten zwischen spirituellen Aspekten und systemtheoretischen Konzepten für die Sozialarbeitspraxis herausgearbeitet.
6 Grenzen und Risiken von Spiritualität in der Sozialen Arbeit: Dieses Kapitel widmet sich kritisch den Gefahren und Risiken, die mit unreflektierten esoterischen Methoden und ideologischen Ideologien verbunden sind.
7 Resümee mit Blick in die Zukunft: Das Resümee fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit weiterer empirischer Forschung.
Spiritualität, Soziale Arbeit, soziologische Systemtheorie, spiritueller Systemansatz, Konstruktivismus, Ganzheitlichkeit, Lebensweltorientierung, Ethik, Achtsamkeit, Netzwerkarbeit, Krisenintervention, Identität, Selbstorganisation, Autopoiesis, Sinn.
Die Arbeit untersucht die Integration von Spiritualität in das professionelle Handeln der Sozialen Arbeit, wobei ein besonderer Fokus auf der theoretischen Fundierung liegt.
Die zentralen Themen sind der spirituelle Wandel der Gesellschaft, das theoretische Verhältnis von Spiritualität zu Systemtheorie und Konstruktivismus sowie die kritische Reflexion esoterischer Ansätze.
Das Ziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Spiritualität innovativ und kritisch in die Soziale Arbeit integriert werden kann, um eine Ressource für die Praxis zu bieten.
Die Arbeit nutzt den theoretischen Zugang, um Begrifflichkeiten, Zusammenhänge und Kontexte wissenschaftlich zu klären und diese in einen systemtheoretischen Rahmen zu setzen.
Der Hauptteil widmet sich der soziologischen Betrachtung des Wandels, der theoretischen Untermauerung durch Luhmann, Capra und Konstruktivisten sowie der praktischen Anwendung in Handlungsfeldern wie Beratung, Altenarbeit und Krisenintervention.
Spiritualität, Soziale Arbeit, soziologische Systemtheorie, Konstruktivismus, Ganzheitlichkeit und Lebensweltorientierung sind die prägenden Begriffe.
Sie warnt vor unreflektierten esoterischen Methoden, die Professionalität gefährden können, fordert jedoch eine differenzierte Auseinandersetzung statt einer pauschalen Ablehnung.
Die Systemtheorie liefert den wissenschaftlichen Rahmen, um Spiritualität jenseits dogmatischer oder rein intuitiver Ansätze in die Soziale Arbeit einzubinden und als Prozess der Selbstorganisation zu begreifen.
Der Begriff warnt davor, Ganzheitlichkeit als absolut oder vollständig zu missverstehen; stattdessen steht er für die Notwendigkeit, komplexe Zusammenhänge bruchstückhaft, aber bewusst zu verstehen.
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