Diplomarbeit, 2009
86 Seiten, Note: 1,7
1 EINLEITUNG
1.1 PROBLEMAUFRISS
1.2 STRUKTURELLER ÜBERBLICK
2 DOPING
2.1 BEGRIFFSBESTIMMUNG
2.2 DEFINITION
3 DAS DOPINGKONTROLLSYSTEM
3.1 WETTKAMPFKONTROLLEN
3.2 TRAININGSKONTROLLEN
3.3 VORWETTKAMPFKONTROLLEN
3.4 SANKTIONEN
3.5 DOPING UND DOPINGBEKÄMPFUNG: EIN HISTORISCHER EXKURS
4 DOPING: EIN STRUKTUREFFEKT DES LEISTUNGSSPORTS
4.1 SIEGESCODE, KONKURRENZKAMPF UND KÖRPERABHÄNGIGKEIT
4.2 DOPINGDRUCK DURCH SPORTLICHE UMFELDAKTEURE
4.3 DOPINGDRUCK DURCH ANDERE GESELLSCHAFTLICHE TEILBEREICHE
4.3.1 Publikum
4.3.2 Massenmedien
4.3.3 Wirtschaft und Politik
4.4 DIE BIOGRAPHISCHE FIXIERUNG DER SPORTLERKARRIERE
4.5 DOPING AUS PERSÖNLICHEN GRÜNDEN
4.6 DOPING ALS STRUKTUREFFEKT
5 VOM SINN UND UNSINN VON DOPINGKONTROLLEN
5.1 ZIELE DER DOPINGBEKÄMPFUNG
5.2 PROBLEME DES DOPINGKONTROLLSYSTEMS
5.2.1 Desinteresse an der Aufklärung von Dopingfällen
5.2.2 Kontrollspiel zwischen Athleten und Kontrolleuren
6 FAZIT
Die vorliegende Arbeit untersucht die Frage nach dem Sinn und Unsinn von Dopingkontrollen im modernen Leistungssport. Dabei wird analysiert, inwieweit Doping als ein strukturell erzeugtes Phänomen zu verstehen ist, das aus der Systemlogik des Spitzensports und den damit verbundenen Abhängigkeiten zu gesellschaftlichen Teilsystemen resultiert, und welche Implikationen dies für die Effektivität und Legitimität des bestehenden Kontrollsystems hat.
4.1 Siegescode, Konkurrenzkampf und Körperabhängigkeit
Die moderne Gesellschaft besteht aus einem „Nebeneinander, ungleichartiger, aber gleichrangiger Teilsysteme“ (Bette/ Schimank, 2006b, S. 37), welche durch jeweils eigenständige Leitorientierungen gekennzeichnet sind. Diese Leitorientierungen, häufig dargestellt in Form eines binären Codes bilden die Grundlage für das Handeln im jeweiligen Subsystem. Während sich beispielsweise das Handeln der Akteure im Rechtssystem am Code von Recht/ Unrecht oder in der Wissenschaft am Code von Wahrheit/ Unwahrheit orientiert, so folgt auch die Handlungslogik eines Spitzensportlers einem solchen Code, dem von Sieg bzw. Niederlage (vgl. Bette/ Schimank, 2006b, S. 37).
Zwar gelten innerhalb des Sportsystems unter anderem auch Leitmotive wie Gesundheit, Spaß oder Fitness, im Hochleistungssport jedoch bildet ausschließlich der „Siegescode“ (Bette, Schimank, 2006b, S. 38) die sinngebende Instanz. Somit gibt die Orientierung am Sportcode nicht nur das Handeln vor, sondern rechtfertigt es darüber hinaus. Das Erreichen von Siegen und die Vermeidung von Niederlagen ist folglich Ziel eines jeden Athleten und damit das stiftende Zentrum spitzensportlichen Handelns.
1 EINLEITUNG: Der Einstieg thematisiert den wachsenden Druck im Spitzensport und stellt die Forschungsfrage nach dem Sinn aktueller Dopingkontrollen im Kontext struktureller Dopingursachen.
2 DOPING: Dieses Kapitel widmet sich der begrifflichen Herleitung und der historischen Entwicklung von Dopingdefinitionen bis hin zum aktuellen WADA-Regelwerk.
3 DAS DOPINGKONTROLLSYSTEM: Es wird der aktuelle Aufbau des Kontrollsystems in Deutschland beschrieben, inklusive der verschiedenen Kontrollformen, Sanktionen und einer historischen Einordnung.
4 DOPING: EIN STRUKTUREFFEKT DES LEISTUNGSSPORTS: Die theoretische Kernanalyse, die Doping als Konstellationsprodukt aus Systemlogik, Umfeldzwängen und biographischen Fixierungen erklärt.
5 VOM SINN UND UNSINN VON DOPINGKONTROLLEN: Die kritische Reflexion, die aufzeigt, dass Dopingkontrollen aufgrund struktureller Akteursinteressen oft unwirksam bleiben und das Problem nicht lösen können.
6 FAZIT: Eine abschließende Zusammenfassung, die schlussfolgert, dass Doping ein inhärenter Struktureffekt ist und personenzentrierte Kontrollmaßnahmen das Phänomen nicht beseitigen können.
Doping, Leistungssport, Dopingkontrollen, Systemlogik, Siegescode, Bette und Schimank, Biographische Fixierung, Sportsoziologie, WADA, Konstellationsprodukt, Erfolgsdruck, Sportverbände, Spieltheorie, Devianz, Strukturwandel
Die Arbeit analysiert kritisch das Dopingkontrollsystem im Leistungssport und hinterfragt dessen Sinnhaftigkeit unter Berücksichtigung soziologischer Systemtheorien.
Die Schwerpunkte liegen auf der Systemlogik des Spitzensports, den Abhängigkeiten der Athleten von Umfeldakteuren sowie der Wirksamkeit und den Grenzen von Dopingkontrollen.
Ziel ist es zu ergründen, warum Doping trotz zunehmender Kontrollen flächendeckend existiert und ob diese Kontrollen als sinnvolle oder eher als Alibi-Maßnahmen zu bewerten sind.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Literaturanalyse und nutzt soziologische Analysen, insbesondere die spieltheoretischen Modelle von Bette und Schimank.
Der Hauptteil befasst sich mit Doping als Struktureffekt des Leistungssports, den Zwängen durch Umfeldakteure wie Trainer oder Medien und der spieltheoretischen Modellierung des Kontrollverhaltens.
Wichtige Begriffe sind Doping, Systemlogik, Siegescode, biographische Fixierung, Konstellationsprodukt, Erfolgsdruck und Dopingkontrollsystem.
Weil Doping nach Ansicht der Autorin nicht aus individuellem Fehlverhalten resultiert, sondern ein unvermeidbares Produkt der Logik des modernen Hochleistungssports darstellt.
Das Kontrollspiel verdeutlicht, dass sowohl Athleten als auch Kontrolleure in einem System gefangen sind, das ein effektives Vorgehen gegen Doping eher erschwert als fördert.
Sportverbände befinden sich in einer Zwickmühle zwischen öffentlichem Druck zur Dopingbekämpfung und der Abhängigkeit von sportlichen Erfolgen für ihre Existenzsicherung.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die aktuellen Kontrollen das Dopingproblem nicht beseitigen können, da sie die tieferliegenden, strukturellen Ursachen des Dopings unangetastet lassen.
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