Diplomarbeit, 2011
121 Seiten, Note: 1,0
1 Einführung und Überblick
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2 Managementvergütung als Anwendungsbereich einer wertorientierten Unternehmenssteuerung
2.1 Die Bedeutung der Principal-Agent-Problematik und deren Implikationen zur Ausgestaltung des Vergütungssystems
2.2 Die Bedeutung einer Anreiz- und Zielkompatiblen Zusammensetzung der Vergütungskomponenten
3 Bedeutung der Corporate Governance im Rahmen der Festlegung von Vergütungsstrukturen
3.1 Bedeutung und Nutzen von Corporate Governance
3.1.1 Corporate Governance als Instrument des Interessenausgleichs
3.1.2 Relevante Interessengruppen als wesentliche Systemelemente
3.1.3 Interne und externe Corporate Governance-Mechanismen
3.1.4 Zwei divergierende Definitionsansätze: Ausrichtung am Shareholder- vs. Stakeholder-Value
3.1.5 Einflussnahme des Finanzsystems auf nationale Corporate Governance-Standards
3.2 Bedeutung und Funktion des Deutschen Corporate Governance Kodex
3.2.1 Unternehmensskandale und die zunehmende Forderung nach einer verantwortungsvollen Unternehmensführung
3.2.2 Elemente, Systematik und Verbindlichkeit des Kodex
3.3 Implikationen des Deutschen Corporate Governance Kodex in Hinblick auf die Ausgestaltung der Vergütungsstruktur
3.3.1 Analyse der Vergütungskomponenten von Vorständen in Bezug zu ihrem Aufgaben- und Anforderungsprofil
3.3.2 Analyse der Vergütungskomponenten von Aufsichtsräten in Bezug zu ihrem Aufgaben- und Anforderungsprofil
3.4 Würdigung der Implikationen des Kodex hinsichtlich der Anforderungen einer wertorientierten Unternehmenssteuerung
3.4.1 Beeinträchtigung der Entscheidungskompetenz des Vorstands durch eine Erfolgsorientierung der Vergütung
3.4.1.1 Gefahr einer Fehlsteuerung aufgrund buchhalterischer Bezugsgrößen bei Bonusprogrammen
3.4.1.2 Risikopotentiale der Verwendung aktienkursorientierter Vergütungskomponenten
3.4.2 Modelltheoretische Analyse des Effekts einer Variabilisierung der Aufsichtsratsvergütung
3.4.3 Corporate Governance kompatibel mit der Shareholder-Value Konzeption
3.4.4 Einfluss eines effizienten Aufsichtsrats auf die Durchsetzbarkeit optimaler Vergütungsverträge
3.4.5 Zusammenhang von Managementvergütung und Unternehmensperformance
3.4.6 Beurteilung der Verbindlichkeit der Umsetzung für die Unternehmen in Bezug zur geplanten Zielerreichung
4 Empirische Erhebung zur Top-Managementvergütung
4.1 Methodik und Datenbasis
4.2 Deskriptive Statistik und Entwicklungstendenzen
4.3 Kodexkonformitätsanalyse
4.4 Untersuchung des Effekts bestimmter Einflussfaktoren
4.4.1 Corporate Governance-Mechanismen
4.4.2 Unternehmensperformance
4.4.3 Unternehmenscharakteristika
5 Fazit
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Relevanz der Vergütungsthematik als essenziellen Bestandteil einer wertorientierten Unternehmenssteuerung mittels theoretischer Konzepte sowie einer empirischen Analyse von DAX 30-Unternehmen zu untersuchen und dabei insbesondere die Kompatibilität von Entlohnungskomponenten mit den Anforderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex zu bewerten.
Die Bedeutung der Principal-Agent-Problematik und deren Implikationen zur Ausgestaltung des Vergütungssystems
Die in Deutschland häufig auftretende Rechtsform der Aktiengesellschaft ist gekennzeichnet durch eine weite Streuung des Eigenkapitals über eine Vielzahl von Aktionären, die als Inhaber der Residualansprüche das finanzielle Risiko tragen. Diese wiederum beauftragen nun einen Vorstand der mit seiner höheren Expertise die Unternehmensführung übernimmt. Auf Grundlage dieser personellen Trennung von Eigentum und Verfügungsgewalt können sich nun Interessenkonflikte derart entwickeln, dass der Vorstand seine persönliche Nutzenmaximierung einer Unternehmenswertmaximierung im Sinne der Anteilseigner voranstellt.
Als Beispiel, wie der Vorstand aus diesem Gestaltungsspielraum persönlichen Nutzen ziehen kann, sei der Konsum am Arbeitsplatz genannt. Kosten, die für einen luxuriösen Firmenjet, eine teure Dienstreise oder eine exklusive Büroeinrichtung entstehen, müssen von den Shareholdern getragen werden und reduzieren schließlich den Unternehmenswert. Teilweise führt das Management gezielt Investitionen durch, die speziell darauf ausgerichtet sind, diesen Spielraum und ihre Position im Unternehmen zu verstärken um beispielsweise eine hohe Vergütung durchzusetzen. Diese Gestaltungsfreiheit, die der Vorstand bei seiner Entscheidungsfindung inne hat wird auch als diskretionärer Spielraum bezeichnet und bildet den Hauptuntersuchungsgegenstand der Agency-Theorie ab.
1 Einführung und Überblick: Einführung in die Problematik der Managementvergütung, Definition des Untersuchungsgegenstandes und Vorstellung des Arbeitsaufbaus.
2 Managementvergütung als Anwendungsbereich einer wertorientierten Unternehmenssteuerung: Theoretische Herleitung der Vergütungssysteme basierend auf Principal-Agent-Ansätzen und Erläuterung von Anreiz- und Zielkompatibilität.
3 Bedeutung der Corporate Governance im Rahmen der Festlegung von Vergütungsstrukturen: Untersuchung der Rolle von Corporate Governance-Mechanismen und des Deutschen Corporate Governance Kodex für eine wertorientierte Steuerung.
4 Empirische Erhebung zur Top-Managementvergütung: Durchführung der empirischen Analyse basierend auf den Daten von DAX 30-Unternehmen zwischen 2005 und 2009 zur Überprüfung theoretischer Annahmen.
5 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der theoretischen und empirischen Ergebnisse sowie Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der Managementvergütung.
Top-Managementvergütung, Corporate Governance, Deutscher Corporate Governance Kodex, Principal-Agent-Theorie, Aktienoptionen, Vorstandsvergütung, Aufsichtsratsvergütung, Performance, Anreizsysteme, Shareholder-Value, Stakeholder-Value, Agency-Kosten, Wertorientierte Unternehmenssteuerung.
Die Arbeit analysiert die Top-Managementvergütung bei DAX 30-Unternehmen unter besonderer Berücksichtigung der Anforderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex.
Die zentralen Themen umfassen Anreizsysteme für Vorstände und Aufsichtsräte, Agency-Problematiken, die Bedeutung von Unternehmenskontrolle sowie die empirische Entwicklung der Vergütung in deutschen Großunternehmen.
Das Ziel ist es, die Relevanz der Vergütungsthemen für eine wertorientierte Unternehmenssteuerung aufzuzeigen und zu prüfen, wie moderne Entlohnungskomponenten zur langfristigen Unternehmenswertmaximierung beitragen.
Es wurde eine integrierte Querschnittsanalyse der DAX 30-Unternehmen über den Zeitraum 2005 bis 2009 durchgeführt, ergänzt durch eine theoretische Fundierung mittels Agency-Theorie.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Abschnitt zur Corporate Governance und einen empirischen Abschnitt, in dem Daten zu Fix- und variablen Vergütungsbestandteilen statistisch ausgewertet werden.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Top-Managementvergütung, Principal-Agent-Theorie, Vorstands- und Aufsichtsratsvergütung sowie der Deutsche Corporate Governance Kodex.
Die Aufsichtsratsvergütung unterliegt anderen regulatorischen und funktionalen Anforderungen als die Vorstandsvergütung, wobei der Fokus hier stärker auf der Kontrollfunktion liegt, was zu einer volatileren Vergütungsstruktur führt.
Die Studie zeigt, dass sich die Finanzkrise 2008/2009 deutlich in einer Abnahme der variablen Vergütungsteile widerspiegelt, was auf eine (wenn auch teilweise verzögerte) Performance-Reagibilität hindeutet.
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