Diplomarbeit, 2008
152 Seiten, Note: 1,3
1. Abschnitt: Aktuelle Situation im Infrastrukturbereich
A. Analyse des Infrastruktur-Begriffes
I. Eingrenzung des Begriffes-Infrastruktur
II. Grundlegende Merkmale von Infrastrukturinvestitionen
a) Nachhaltige Zahlungsströme
b) Risikoadäquate Renditen
c) Geringe Korrelation zu anderen Assetklassen
d) Hybride Strukturen
B. Stand der globalen Nachfragesituation
2. Abschnitt: Empirische Untersuchung am Kapitalmarkt
A. Datenerfassung am Kapitalmarkt
I. Datenbasis
II. Struktureller Aufbau
III. Inhaltlicher Aufbau
IV. Zielgruppen
V. Rücklaufquote
B. Auswertung der Befragung
I. Allgemeines Vorgehen bei der Analyse
II. Aktuelle Marktsituation
III. Einschränkungen von Infrastruktur als Assetklasse
IV. Entscheidungskriterien
a) Qualitative Entscheidungskriterien
b) Quantitative Entscheidungskriterien
c) Hinderniskriterien
V. Entscheidungskriterien für Investitionen
VI. Zukünftige Marktsituation
3. Abschnitt: Investitionsalternativen für institutionelle Investoren in Infrastruktur
A. Beteiligungsvarianten für Investitionen in Infrastruktur
I. Direkte Beteiligung in Infrastrukturprojekte
II. Direkte Fonds-Beteiligung in Infrastrukturprojekte
III. Fund of Funds-Beteiligung in Infrastrukturprojekte
B. Beteiligungsvehikel für Investitionen in Infrastruktur
I. Index-Zertifikate
II. Immobilien-Aktiengesellschaften/REITs
III. Offener Immobilienfonds
IV. Geschlossener Immobilienfonds
V. Private-Equity-Fonds
VI. Infrastrukturfonds
a) Nicht börsennotierte Infrastrukturfonds
b) Börsennotierte Infrastrukturfonds
c) ÖPP-Fonds als neues Beteiligungsvehikel in Deutschland
4. Abschnitt: Empfehlungen für institutionelle Investoren
A. Definition von Infrastrukturfonds
B. Investitionsempfehlungen für Investoren
I. Einordnung der Investoren
II. Regionen der Investition
III. Lebenszyklusphase bei Investitionen
IV. Sektor der Investition
C. Voraussetzungen für erfolgreiches Fondsmanagement
Die Diplomarbeit untersucht die Potenziale von Infrastrukturfonds als neue Anlageklasse für institutionelle Investoren. Das primäre Ziel ist es zu analysieren, inwieweit Investitionen in Infrastruktur eine Alternative zu etablierten Anlageformen darstellen und ob sie als eigenständige Assetklasse zu klassifizieren sind, basierend auf einer empirischen Marktanalyse.
II. Grundlegende Merkmale von Infrastrukturinvestitionen
Die Vorteile von Infrastrukturinvestitionen werden bei der Betrachtung von typischen Merkmalen deutlich. Infrastrukturobjekte zeichnen sich durch eine sehr lange Lebensdauer aus. Sie werden über Jahrzehnte genutzt und sind damit weitgehend wertstabil. Die Bereitstellung von Infrastruktur wie Verkehrs-, Strom-, Wasser- und Telekommunikationsnetzen ist Grundlage der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung eines Landes. Die für die Grundversorgung unverzichtbaren Leistungen führen zu einer gesicherten, wirtschaftszyklusunabhängigen Nachfrage durch private, wie auch institutionelle Kunden mit geringer Preissensitivität.
Außerdem wird über langfristige Verträge mit solventen Abnehmern (staatliche Unternehmen) Planungssicherheit und weitere Risikominimierung ermöglicht. Dazu bietet diese Anlageform Wertsteigerungspotential, wenn man sie optimiert, restrukturiert und effizient gestaltet bzw. an sich verändernde Umstände anpasst, jedoch unterliegen Infrastruktureinheiten keinem ständigen Druck technischer Neuerung wie dies z.B. in der IT-Branche der Fall ist. Vergleicht man die Kostenstrukturen unterschiedlicher Industriezweige, wird deutlich, dass Infrastruktur einen geringen Betriebskostenanteil aufweist.
Ein weiterer Wettbewerbsvorteil ergibt sich aus der Tatsache, dass Infrastrukturbetreiberunternehmen in Sektoren angesiedelt sind, in denen keine bzw. wenige Alternativen existieren. Sie nehmen somit eine natürliche monopolartige Stellung ein. Unterstützend wirken dabei die langfristigen vertraglichen Bindungen, Konzessionen, begrenzte Verfügbarkeit von Grund und Boden sowie sehr hohe Investitionsvolumina, welche notwendig wären, um ein konkurrenzfähiges Asset aufzubauen. So existiert in Städten i.d.R. nur ein Wasser- und Abwassernetz, Straßennetze existieren nicht parallel und auch Gleise oder andere Verkehrsanlagen werden nicht doppelt angelegt.
Durch die fehlende direkte Konkurrenz unterliegt die Nachfrage weder Preisschwankungen noch Preiswettbewerb. Dadurch können Infrastrukturinvestments einen natürlichen Schutz vor typischen Risiken (Inflations-, Marktrisiko) bieten.
1. Abschnitt: Aktuelle Situation im Infrastrukturbereich: Dieser Abschnitt analysiert das theoretische Verständnis von Infrastruktur als Begriff und Gegenstand, beleuchtet die weltweite Bedarfssituation sowie spezifische Merkmale wie langfristige Lebenszyklen und monopolartige Marktstellungen.
2. Abschnitt: Empirische Untersuchung am Kapitalmarkt: Hier werden die Ergebnisse einer Expertenbefragung unter institutionellen Investoren dargestellt, die sich auf qualitative und quantitative Auswahlkriterien sowie Hindernisse bei Infrastrukturinvestments konzentriert.
3. Abschnitt: Investitionsalternativen für institutionelle Investoren in Infrastruktur: Dieses Kapitel systematisiert verschiedene Beteiligungsformen (direkt, Fonds-Beteiligung, Dachfonds) und Vehikel (Zertifikate, REITs, offene/geschlossene Immobilienfonds, Infrastrukturfonds) und bewertet deren Eignung.
4. Abschnitt: Empfehlungen für institutionelle Investoren: Der letzte Abschnitt fasst die Ergebnisse zusammen und gibt konkrete Investitionsempfehlungen für deutsche institutionelle Anleger hinsichtlich Einordnung, Regionen, Sektoren und Lebenszyklusphasen.
Infrastrukturfonds, Institutionelle Investoren, Assetklasse, Infrastrukturinvestitionen, Kapitalmarkt, Diversifikation, Risikoadäquate Rendite, Greenfield, Brownfield, Public-Private-Partnership, ÖPP-Fonds, Risikomanagement, Immobilien, Private Equity.
Die Arbeit untersucht die Eignung von Infrastruktur als neue, eigenständige Assetklasse für deutsche institutionelle Investoren und analysiert deren Potenziale und Herausforderungen.
Die zentralen Felder umfassen die begriffliche Einordnung von Infrastruktur, die Analyse der globalen Bedarfssituation, die Auswertung einer empirischen Investorenbefragung sowie die Untersuchung von Investitionsvehikeln und -alternativen.
Ziel ist es zu klären, inwieweit Infrastrukturinvestitionen eine echte Alternative zu anderen Anlageformen darstellen und ob diese Investitionen einer eigenständigen Assetklasse zugeordnet werden können.
Der Autor stützt sich auf eine Kombination aus einer umfassenden Literaturanalyse und einer eigenen empirischen Studie, die durch Fragebögen und Experteninterviews mit Branchenvertretern gestützt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition und Marktanalyse, die detaillierte Auswertung der empirischen Erhebung bei Investoren sowie eine umfassende Systematisierung und Zweckmäßigkeitsanalyse verschiedener Anlagevehikel.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Infrastrukturfonds, Risiko-Rendite-Profil (RRP), Asset Allokation, Greenfield-/Brownfield-Investments und institutionelle Investoren geprägt.
Infrastruktur vereint Merkmale aus verschiedenen traditionellen Anlagebereichen: Sie weist Immobiliencharakteristika (Sachwerte), Rentenpapiereigenschaften (stabile Zahlungsströme) sowie Private-Equity-Elemente (aktive Entwicklung/Wertsteigerung) auf.
ÖPP-Fonds wurden geschaffen, um privates Kapital für staatliche Infrastrukturprojekte zu mobilisieren, doch aufgrund von Regulierung und Markthindernissen zeigen sich deutsche Investoren bisher zurückhaltend gegenüber diesem speziellen Modell.
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